ALLERGAN
- DER AKTIONÄR

Busen-Freunde

Wenn die Schauspielerin Pamela Anderson öffentlich auftritt, stellt sich die Boulevardpresse rund um den Globus vor allem eine Frage: Hat die ehemalige "Baywatch"-Nixe ihrer Oberweite wieder einmal nachgeholfen? Ähnliche Fragen werden in Zukunft wohl wieder häufiger gestellt werden. Denn in der vorletzten Woche hat die US-Gesundheitsbehörde FDA den Einsatz von Brustimplantaten aus Silikon wieder erlaubt.

Brustimplantate aus Silikon sind in den USA wieder zugelassen. Neben der Branche der Schönheitschirurgen freuen sich vor allem zwei kalifornische Unternehmen.

Wenn die Schauspielerin Pamela Anderson öffentlich auftritt, stellt sich die Boulevardpresse rund um den Globus vor allem eine Frage: Hat die ehemalige "Baywatch"-Nixe ihrer Oberweite wieder einmal nachgeholfen? Ähnliche Fragen werden in Zukunft wohl wieder häufiger gestellt werden. Denn in der vorletzten Woche hat die US-Gesundheitsbehörde FDA den Einsatz von Brustimplantaten aus Silikon zu kosmetischen Zwecken bei Frauen ab 22 Jahren wieder erlaubt. 1992 waren sie verboten worden, nachdem sich die Unfälle mit gerissenen Implantaten gehäuft hatten. Danach waren lediglich brustamputierte Frauen von dem Verbot ausgenommen. Damen, die ähnlich Miss Anderson ihrem Ideal einer größeren Oberweite näherkommen wollten, mussten auf Implantate aus Salzwasser zurückgreifen.

Von Skepsis bis Freude

In den USA sorgte die neue Aufhebung des Verbots für gemischte Reaktionen. Verbraucherschützer etwa kritisierten die Entscheidung der FDA, weil die Implantate in ihren Augen immer noch nicht ausgereift seien und sich Patientinnen daher einem zu großen Risiko aussetzten. Zumal nicht hundertprozentig geklärt sei, ob die Implantate nicht Krebs verursachten. Bei der Gesellschaft für Schönheitschirurgie überwog dagegen die Freude. Ebenso an der Börse: Die Aktienkurse der kalifornischen Unternehmen Allergan und Mentor stiegen am ersten Handelstag nach Bekanntgabe der Entscheidung um rund zehn Prozent. Denn nur diese beiden dürfen laut FDA Silikonimplantate herstellen. Die Exklusivität hat ihren Preis: Allergan und Mentor müssen eine Zehn-Jahres-Studie durchführen, in deren Verlauf die Erfahrungen von 40.000 Patientinnen mit Silikonbrüsten ausgewertet werden sollen.

Kurven helfen Kursen

Dass Allergan vom Schönheitswahn profitiert, ist nichts Neues. Das Unternehmen ist in erster Linie durch das Nervengift Botox bekannt, das unter anderem Falten entgegenwirken soll. Anfang November musste die Allergan-Aktie einen Rückschlag hinnehmen, nachdem der Konzern für das dritte Quartal trotz höherer Umsätze einen Ergebnisrückgang gemeldet hatte. Auch bei Mentor ging der Gewinn im jüngsten Jahresviertel trotz gestiegener Erlöse zurück. Das grüne Licht der FDA in Sachen Silikon verleiht jetzt den Aktien beider Unternehmen eine gehörige Portion Kursfantasie.

Luft nach oben

Das Papier von Allergan hat nach der FDA-Zulassung von Silikon-Brustimplantaten bereits deutlich zugelegt. Noch ist aber Luft nach oben. Zwar ist der Wert nicht mehr wirklich günstig. Überdurchschnittliche Wachstumsprognosen würden allerdings auch einen höheren Kurs rechtfertigen.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 49/2006.

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