DAX
- Thomas Bergmann - Redakteur

Bundesbank: Keine Panik - DAX mit Erholungsversuch

Der Börsen-Crash am Montag hat viele Anleger verunsichert. Die Angst vor einer globalen Finanzkrise macht die Runde, sogar ein Abgleiten der weltweiten Wirtschaft in eine Rezession wird von einigen befürchtet. Es gibt aber viele Experten, die jetzt - vernünftigerweise - zur Besonnenheit mahnen. Auch die Bundesbank in Person von Vorstandsmitglied Joachim Nagel sieht die Lage bei Weitem nicht so dramatisch, wie es der Kursverlauf am "Schwarzen Montag" vermuten lässt.

Gelassenheit gefragt

Die Bundesbank mahnt zur Gelassenheit nach den heftigen Turbulenzen an den internationalen Börsen angesichts der wirtschaftlichen Abkühlung in China. Dort normalisierten sich die Wachstumsraten derzeit, aber selbst Raten von womöglich sechs Prozent seien "immer noch ein starkes Wachstum", sagte Nagel im Interview der Börsen-Zeitung (Dienstag). Der Absturz an den Börsen in China sei eine Korrektur nach den "rasanten" Anstiegen der vergangenen Jahre: "Finanzmärkte sind typischerweise keine Einbahnstraßen."

Nagel, der im Bundesbankvorstand den Bereich Finanzmärkte verantwortet, sagte, die Entwicklung in China habe weltweite Ausstrahleffekte, "weil die internationalen Finanzmärkte inzwischen eng vernetzt sind". Nagel dämpfte aber Sorgen, dass aus China die nächste globale Finanzkrise drohe. Chinas Regierung und Notenbank verfügten notfalls noch über genug Mittel, um die Lage zu stabilisieren: "China ist wirtschaftlich stark genug, um im Notfall dagegenzuhalten, falls die Finanzmarktstabilität insgesamt in Gefahr gerät."

Unbegründete Deflationssorgen

Dass die Schwellenländer insgesamt in die Krise rutschen, erwarte Nagel nicht, auch wenn in den USA die Zinswende anstehe. "Ein solches Szenario sehe ich nicht." Viele Schwellenländer stünden heute besser da als etwa in den 1990er Jahren vor der Asienkrise. Mit Blick auf den neuerlichen Ölpreisverfall stemmte sich Nagel gegen aufkommende Deflationssorgen und Rufe nach den Zentralbanken. Entscheidend für die Geldpolitik seien Zweitrundeneffekte, also wenn andere Warenpreise etwa auf den Ölpreisverfall reagieren: "Die sieht man derzeit nicht, und deswegen kann man auch nicht von einer Deflation sprechen."

DAX; Chart;

Freundliche Eröffnung

Der DAX ist mit grünen Vorzeichen in den Handelstag gestartet - nach den heftigen Verlusten in den letzten Handelstagen eine normale Reaktion. Noch rät DER AKTIONÄR aber zur Vorsicht. Für eine Gegenbewegung nach oben müsste der DAX schnell die bisherige Unterstützungszone zwischen 10.050 und 9.800 Punkte zurückerobern. Das würde zwar noch kein Ende der Abwärtstendenz signalisieren, wäre aber sicherlich ein Anfang. Sollte der DAX hingegen erneut nach unten wegbrechen - angesichts der hohen Nervosität ebenfalls eine Option -, warten die nächsten Unterstützungen bei 9.380 und 9.220 Punkten.

(Mit Material von dpa-AFX)


Wann wird die nächste Blase platzen?

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