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Bullen, packt ein!

Während die Fans der Patriots wohl ausgesprochen gutgelaunt in die neue Woche starten werden, dürfte sich bei den Bullen an Wall Street, also jenen Anleger, die auf steigende Kurse spekulieren, Ernüchterung breit machen. Denn aus ihrer Sicht hat das falsche Team die Meisterschale geholt und daher werden die Kurse 2005 sinken.

Die Formel, nach der dieser Meisterschaftsindikator errechnet wird, ist prinzipiell gesehen einfach: Geht der Super Bowl an das Team der früheren National Football League, dann steigen die Kurse an Wall Street; geht die Schale hingegen an einen Vertreter der früheren American Football League, dann geben die Notierungen marktbreit nach. Die beiden Ligen wurden 1966 zusammengelegt.

Börsianer sind bekannt dafür, dass sie alle möglichen Ereignisse hinsichtlich ihrer Prognosetauglichkeit für den Aktienmarkt abklopfen. Und mit dem Super-Bowl-Indikator haben sie einen erstaunlichen Volltreffer gelandet. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Kurse entsprechend dem Spielausgang entwickeln, beträgt nach 38 Jahren deutlich über 80 Prozent.

Nach den ersten 31 Jahren in der gemeinsamen Liga betrug die Trefferquote sogar mehr als 90 Prozent. Also am besten gleich alles verkaufen und in Renten investieren? Nicht so voreilig, denn in den letzen paar Jahren hat der Indikator etliche Fehlsignale geliefert. Etwa 2004, als die Patriots ebenfalls den Titel holten und die Kurse in New York - dank einer Herbstrallye - aufs Jahr gerechnet trotzdem im Plus endeten.

Selbst einer der größten Fans des Super-Bowl-Indikators, Bob Stovall, würde kein Geld auf ihn setzen. "Die Treffergenauigkeit des Indikators liegt weiterhin hoch und es ist gut zu wissen, wenn er auf meiner Seite ist. Damit hat's sich dann aber auch schon", schränkt der frühere Stratege von Dean Witter Reynolds ein.

Nichtsdestotrotz stehen die Zeichen für das Börsenjahr 2005 alles andere als günstig. Für sich allein genommen, mag der Super-Bowl-Indikator kaum Aussagekraft besitzen, gemeinsam mit anderen Indikatoren nimmt sein Gewicht aber zu. So spricht beispielsweise auch der Januar-Effekt für sinkende Kurse an den US-Börsen. Dieser Indikator sagt aus, dass sich das gesamte Börsenjahr entsprechend der Tendenz im Januar entwickelt. Und die war 2005 deutlich negativ.

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