Paion
- DER AKTIONÄR

Bruchlandung?

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Das deutsche Biotech-Unternehmen Paion muss seine Tests mit dem experimentellen Medikament Desmoteplase - zumindest vorläufig - stoppen. Das aktuell laufende Patienteneinschlussverfahren für die Phase-III-Studie wurde bis auf Weiteres ausgesetzt. Ein unabhängiges Expertengremium hatte den Zulassungsbehörden empfohlen, weitere Daten zu fordern, die die Sicherheit von Desmoteplase belegen sollen.

Paion muss die klinischen Tests mit seinem führenden Produktkandidaten unterbrechen. Die Nachricht zog einen Kursrutsch nach sich. Wie geht es nun weiter?

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Das deutsche Biotech-Unternehmen Paion muss seine Tests mit dem experimentellen Medikament Desmoteplase – zumindest vorläufig – stoppen. Das aktuell laufende Patienteneinschlussverfahren für die Phase-III-Studie wurde bis auf Weiteres ausgesetzt. Ein unabhängiges Expertengremium hatte den Zulassungsbehörden empfohlen, weitere Daten zu fordern, die die Sicherheit von Desmoteplase belegen sollen. Andernfalls könne man sich nicht für die Fortsetzung der Studie aussprechen. Aus der Forderung der Experten sei keine Aussage über die Sicherheit oder Wirksamkeit von Desmoteplase abzuleiten, gab Paion in der entsprechenden Ad-hoc-Mitteilung bekannt. Dies hielt die Aktie jedoch nicht davon ab, in einen Sturzflug überzugehen: Das Papier verlor innerhalb eines Tages über 36 Prozent an Wert. Kommt es nun zu einer Bruchlandung?

Ungewissheit pur

Die weitere Entwicklung im „Fall Desmoteplase“ scheint völlig offen. Bei einer Telefonkonferenz am Mittwoch letzter Woche konnten auch die Verantwortlichen des Unternehmens keine konkreten Auskünfte über die weiteren Schritte geben. Sie wiesen aber darauf hin, dass es in den bisherigen Studien keinerlei Hinweise auf Sicherheitsrisiken gegeben habe, und tappen im Dunkeln, welche Probleme das Expertengremium ausgemacht habe. Die von den Behörden nachgeforderten Unterlagen wurden bereits zusammengestellt und übermittelt. Mit einer Stellungnahme wird bis Mitte dieser Woche gerechnet.

Abwarten

Mit der Ungewissheit um Desmoteplase ist die Aktie von Paion derzeit ein heißes Eisen. Wer zu früh auf eine Erholung des Wertes spekuliert, kann sich leicht die Finger verbrennen. Denn sollten die Studien nicht fortgesetzt werden, dürfte der Kursrutsch der letzten Woche nur der Anfang der Talfahrt gewesen sein. Sollten dagegen die Behörden grünes Licht für weitere Tests geben, steht einer Erholung des Titels nichts im Weg. Bis dahin sollte Anleger aber abwarten. Auch wenn sie dann vielleicht ein paar Prozent Performance verpassen.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 45/2006.

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| Marion Schlegel | 0 Kommentare

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