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Brötchen! Frische Brötchen!

Frankreich ist geschockt! Die Preise für Baguettes steigen. Ab dem Spätsommer wird der Preis für das berühmte Stangenbrot in Supermärkten um rund acht Prozent angehoben, so eine Mitteilung des Branchenverbandes Fédération des Entreprises de Boulangérie et Patissérie Françaises (FEBPF) vor wenigen Tagen.

In den letzten Monaten sind die Getreidepreise stark angestiegen. Eine Entwicklung mit Zukunft, denn immer mehr Menschen wollen Brot und Brötchen essen.

Frankreich ist geschockt! Die Preise für Baguettes steigen. Ab dem Spätsommer wird der Preis für das berühmte Stangenbrot in Supermärkten um rund acht Prozent angehoben, so eine Mitteilung des Branchenverbandes Fédération des Entreprises de Boulangérie et Patissérie Françaises (FEBPF) vor wenigen Tagen. Als Begründung für den Preisanstieg wird neben den höheren Lohnkosten vor allem der Weizenpreis angeführt, der zuletzt auf ein historisches Hoch geklettert ist.

Angespannte Marktlage

So stieg allein in den letzten fünf Monaten der Kurs für einen Weizenkontrakt an der französischen Terminbörse Marché de Terme Internationel de France (MATIF) von 131 Euro je Tonne auf aktuell 237,50 Euro je Tonne. Dabei dürfte vor allem die ausgedehnte Frühjahrstrockenheit in weiten Teilen Europas der Hauptgrund für die rasante Preisentwicklung gewesen sein. Dazu kommen erwartete schlechte Ernteergebnisse aus den USA aufgrund von extrem hohen Niederschlägen. Und Australien leidet ebenso wie Europa unter Trockenheit. Solche Wetterkapriolen sind zwar nur temporärer Natur, doch sie treffen derzeit auf eine ohnehin angespannte Situation am Getreidemarkt. So wurde in sechs der letzten sieben Jahre global bereits mehr Weizen verbraucht als erzeugt. Seit einigen Wochen zeichnet sich zudem immer deutlicher ab, dass auch 2008 sowohl bei Weizen als auch bei Futtergetreide weltweit erneut ein Nettorückgriff auf die schon niedrigen Lagervorräte notwendig wird, um die Nachfrage zu befriedigen.

Bioenergie lässt Preise steigen

Dass die angespannte Marktsituation auch durch die Bioenergie ausgelöst wurde, hätten vor wenigen Jahren wohl nur die wenigsten Branchenkenner erwartet. Immer mehr Bauern stellen nämlich den traditionellen Getreideanbau ein und pflanzen stattdessen Bioenergiepflanzen wie Mais. Auf der anderen Seite steigt die Nachfrage nach Getreide weiter stetig an. In Deutschland wird laut Vereinigung Getreide-, Markt- und Ernährungsforschung (GMF) so viel Brot gegessen wie nie zuvor. Und auch in China kommen mehr und mehr Menschen auf den Geschmack von Brot und Brötchen.

Zu den Gewinnern dieser Entwicklung gehören vor allem die großen Getreidehändler wie die australischen Gesellschaften ABB Grain und Graincorp. Beide Unternehmen kaufen in Australien und Neuseeland landwirtschaftliche Produkte, vor allem Getreide, ein und verkaufen diese weltweit. Durch die gestiegenen Getreidepreise müssen sie zwar höhere Einkaufskurse akzeptieren, die die Landwirte für ihre Erzeugnisse fordern. Diese werden sie aber in Zukunft durch eine Anhebung der Verkaufspreise mehr als kompensieren können. So erwartet das Researchhaus Austock für ABB im Finanzjahr 2008 einen Gewinn je Aktie von 63,4 Australische Cent. Im Vergleich zur laufenden Finanzperiode bedeutet das eine erhebliche Steigerung. So wurde im ersten Finanzhalbjahr 2007, das am 31. März endete, nur ein Gewinn von 13 Cent erzielt. Ein ähnliches Bild auch bei Graincorp. Mit einem Nettogewinn von 5,5 Millionen Australische Dollar im ersten Finanzhalbjahr 2007 lag man aufgrund höherer Einkaufspreise zwar deutlich unter dem Ergebnis der Vorjahresperiode von 19,4 Millionen Dollar; doch für das gesamte Finanzjahr 2008 wird wieder bereits eine deutliche Steigerung auf 44,3 Cent erwartet. Spätestens dann können nämlich die höheren Einkaufspreise voll an die Verbraucher weitergegeben werden.

Blick auf 2008

Der Getreidemarkt steht vor einer längeren Boomphase. Profiteure sind vor allem die großen Getreidehändler wie ABB Grain und Graincorp. Nach schwachen Ergebnissen für 2007 aufgrund stark gestiegener Einkaufspreise für Getreide blicken Anleger nun auf die Prognosen für 2008. Und diese lassen durchweg signifikante Zuwächse erwarten.

Kursziel bei ABB Grain: 8,00 Euro. Stopp: 4,40 Euro

Kursziel bei Graincorp: 9,00 Euro. Stopp: 5,40 Euro

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 37/2007.

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