Broadcom
- Benedikt Kaufmann

Broadcom: Apple-Zulieferer liefert überraschende Zahlen

Anleger von Halbleiter-Aktien haben im rauen Marktumfeld die Chance aufzuatmen. Denn der Chip-Hersteller Broadcom überzeugte im vierten Quartal Anleger und Analysten. Zudem gab der Apple-Zulieferer einen überraschend starken Ausblick fürs nächste Geschäftsjahr aus. Die Aktie legte nachbörslich um fünf Prozent zu.

Apple und die Cloud helfen

Broadcom veröffentlichte am Donnerstag Ergebnisse für das vierte Quartal, die über den Erwartungen der Analysten lagen. Der Konzern lieferte einen Umsatzzuwachs von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 5,45 Milliarden Dollar. Die Gewinne je Aktie lagen mit 5,58 Dollar je Aktie dabei über den Erwartungen der Analysten von 5,39 Dollar.

Insbesondere in den Segmenten Networking, Enterprise Storage und Wireless konnte Broadcom zulegen, während sich die operative Marge mittlerweile auf 50 Prozent verbessert hat. Überraschend war dabei die Aussage von CEO Hock Tan, dass insbesondere „höhere Verkaufszahlen älterer Telefon-Generationen von unserem nordamerikanischen Kunden“ sich positiv auf die Umsätze auswirken.

Tan nennt hier zwar nicht explizit Apple – doch der iPhone Konzern ist einer der größten und wenigen nordamerikanischen Smartphone-Kunden von Broadcom, die tatsächlich auch in der Bilanz etwas bewegen können. Es wäre damit gut möglich, dass ältere Apple-Geräte stärker nachgefragt wurden. Für die neuen Modelle dürfte jedoch laut anderen Zulieferern genau das Gegenteil gelten.

Starke Prognose

Doch Broadcom überzeugte nicht nur mit einem starken Q4 – auch die Prognose für das neue Geschäftstjahr lag über den Erwartungen. CEO Hock-Tan erwartet ein moderates Umsatzwachstum bei einer gleichbleibend starken Nachfrage von Cloud-Kunden. Denn während andere Apple-Zulieferer unter schwächeren iPhone-Verkäufen zu leiden haben, kann Broadcom auf Data-Center-Kunden wie Google und Amazon vertrauen.

Watchlist

Die Broadcom-Aktie bricht nicht weg – überzeugen kann sie im aktuellen Markt jedoch ebenfalls nicht. Es bleibt: ein kurzer Lichtblick in dunklen Börsentagen. DER AKTIONÄR beobachtet auf der Watchlist.

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