BP
- Markus Bußler - Redakteur

BP: Öl gestoppt - und nun?

Die Operation "Static Kill" scheint erfolgreich verlaufen zu sein. Das strömt nicht mehr in den Golf von Mexiko. Doch was wird aus dem Patienten BP? Ist die Aktie mittlerweile für risikobewusste Anleger einen Zock wert? Oder sollte man doch lieber die Finger von den Papieren lassen?

Nach neusten Informationen darf BP das Bohrloch mit Zement verschließen. Admiral Thad Allen hat Medienberichten zufolge die entsprechende Genehmigung erteilt. Der Zement soll das Wiederaufsteigen des Schlamms verhindern. Parallel dazu setzt BP weiterhin auf zwei Entlastungsbohrungen. Über diese sollen Beton und Schlamm in den unteren Teil der Steigleitung gepumpt werden.

Großteil bereits verschwunden

Auf den ersten Blick könnten Anleger aufatmen: Das Leck ist nach Monaten endlich gestopft. Damit könnte Ruhe einkehren bei BP. Dazu passt dann auch diese Meldung: Regierungsexperten kamen zu der Erkenntnis, dass bereits drei Viertel des Öls, das seit dem Unglück auf der Bohrinsel ausgetreten ist, verdunstet, aufgelöst und beseitigt worden ist. "Wir glauben, wir haben die Wende geschafft", sagte Carol Browner, Obamas Energie-Chefberaterin. Sie erwartet, dass noch einiges Öl in Form von Teerbällen an die Küste geschwemmt wird. "Aber das wird gereinigt und entsorgt."

Die Aktie vollführte dennoch keine Freudensprünge. Zum einen war es vom Markt bereits erwartet worden, dass die Operation diesmal erfolgreich verlaufen wird. Zum anderen treten jetzt die Sorgen um die Höhe der Schadenersatzforderungen in den Blick der Anleger. Derzeit kann wohl noch niemand auch nur annähernd abschätzen, welche Forderungen noch auf BP zukommen.

Die Aktie selbst ist zu einem Zockerpapier geworden. Der Konzern hat angekündigt, Unternehmensteile verkaufen zu wollen, um die Strafen zu bezahlen. Operativ befindet sich das Unternehmen ohnehin in der Spur. Doch die Unsicherheiten dürften in den kommenden Monaten anhalten - Kursausschläge in die eine, wie auch in die andere Richtung dürften an der Tagesordnung sein. Anleger sollten derzeit noch die Finger von den Papieren lassen - die guten Neuigkeiten scheinen auf dem aktuellen Kursniveau bereits eingepreist zu sein.

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