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Borussia Dortmund - "Existenz bedrohende Situation"

Der 1:0 Sieg im Revier-Derby gegen den Abstiegskandidaten VFL Bochum zeugt von einer Aufwärtstendenz bei Borussia Dortmund - aber nur im sportlichen Sinne. Wirtschaftlich lässt die Trendwende indes weiter auf sich warten. Am Morgen meldete der Club ad-hoc, dass eine "Existenz bedrohende Ertrags- und Finanzsituation eingetreten" sei.

Die Anleger reagierten auf die Nachricht geschockt, warfen die Papiere panisch in den Markt. Kurz nach Handelsbeginn verloren die Aktien des BVB 21 Prozent an Wert auf 2,09 Euro.

Den Angaben zufolge beträgt der vorläufige operative Verlust für die zweite Jahreshälfte 2004 27,2 Millionen Euro - hinzu kommt ein Markenwertrisiko von "konservativ betrachtet" 24 Millionen Euro. Damit drohe dem Traditionsverein ein Minus für das laufende Geschäftsjahr 2004/05 (bis 30.06.2005) von 68,8 Millionen Euro. Unter Berücksichtigung der Vorjahresverluste sind mittlerweile 79 Prozent des eingezahlten Kapitals der Aktionäre (179.5 Millionen Euro) aufgezehrt.

Bis zur Saison 2008/09 werden dem BVB aus verschiedenen Quellen rund 19 Millionen Euro zufließen. Klingt viel, reicht aber (ohne Sanierungsmaßnahmen) nicht aus, um allen Verpflichtungen gegenüber den Gläubigern nachzukommen.

Für die BVB-Fans (und Aktionäre) kommt es aber noch schlimmer, denn für das angekündigte Standionfonds-Konzept - Ziel ist der Rückkauf des Westfalenstadions - wurden bislang keine Investoren gefunden.

Fazit: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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