PEH WERTPAPIER AG
- Werner Sperber - Redakteur

Börsenwelt Presseschau II: Polytec und Conergy unter der Lupe

Der Nebenwerte-Investor hat keine Angst vor der Schuldenkrise, wenn Polytec im Depot liegt. Der Austria Börsenbrief rät Zockern auf das Licht am Ende des Tunnels bei der Aktie von Conergy zu wetten. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Nebenwerte-Investors halten die Aktie der Polytec Holding auch in der Schuldenkrise für überdurchschnittlich chancenreich. Das österreichische Unternehmen unterteilt das operative Geschäft in die drei Sparten "Plastics & Composites", "Car Styling" und "Industrial". Größter Kunde ist Volkswagen mit einem Umsatzanteil von fast 27 Prozent, gefolgt von Daimler mit 19 Prozent und den Bayerischen Motoren Werken mit mehr als 16 Prozent. Mit den zu 90 Prozent aus Kunststoff gefertigten Teilen erlöste der Automobil-Zulieferbetrieb im vergangenen Jahr rund 657 Millionen Euro. Das sind 14,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Gewinn je Aktie erhöhte sich um 37,5 Prozent auf 1,54 Euro und die Dividende beträgt 0,35 Euro pro Anteil. Der Börsenwert liegt bei rund 150 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr hat Polytec die Sparte "Interior-Systems" verkauft. Der Umbau des Konzerns ist nun fast abgeschlossen und die EBIT-Marge dürfte anhaltend höher als sieben Prozent ausfallen. Die EBIT-Marge stieg im ersten Quartal 2012 von 4,7 auf den im Branchenvergleich hohen Wert von 7,2 Prozent und die Eigenkapitalquote auf 47,3 Prozent. Die Experten schätzen den Automarkt weiter als robust ein, trotz der misslichen Lage an den Aktienmärkten. Zudem profitiert das Unternehmen von den Bestrebungen, die Fahrzeuge immer leichter zu machen. Polytec kaufte den Spritzguss-Spezialisten Plastic Products Innovation (PPI), um ein zweites Standbein aufzubauen. Vorstandsvorsitzender Friedrich Huemer möchte mittelfristig 20 Prozent der Erlöse außerhalb des Fahrzeugmarktes erzielen. Ein erster Großauftrag eines Herstellers von sogenannten Weißwaren für Blenden an Waschmaschinen ist bereits eingegangen. Außerdem ist Polytec in der Lage, die auch zur Internationalisierung geplanten Übernahmen, für bis zu 150 Millionen Euro zu finanzieren. Der Vorstand prognostiziert demnach zwar nur einen Umsatz von 500 Millionen Euro für das Gesamtjahr 2012, das Betriebsergebnis soll aber auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden. Das KGV für das nächste Jahr soll günstige 6 betragen. Anleger sollten daher bei rund 6,50 Euro eine erste Positionen aufbauen.

Änderung im Musterdepot des Nebenwerte-Investor:

Die Verantwortlichen für das Musterportfolio möchten 180 Anteile von SMT Scharf zu höchstens 22,80 Euro einbuchen. Zudem haben sie eine ganz neue Art der "Stoppkurse" erfunden. Wenn bei den Beständen von Data Modul, Manz und Youniq die nun festgelegten Stoppkurse von 12,38 Euro, von 20,44 Euro und von 4,42 Euro auf Basis des jeweiligen Schlusskurses erreicht oder unterschritten worden sind, dann sind diese Bestände ausgestoppt. Nein, das sind sie nicht, denn am nächsten Tag sollen diese eigentlich irgendwie schon ausgestoppten Titel zu einem Betrag ausgebucht werden, den die Stoppkurs-Innovatoren mit 12,10 Euro, mit 20 Euro und mit 4,25 Euro festgelegt haben. Also, ausstoppen ja, aber nur zu Kursen, die den Depotverantwortlichen genehm sind. Das ist zumindest eine Alternative zu den Stoppkursen anderer Musterdepot-Betreiber, die immer zum festgelegten Stoppkurs ausbuchen, egal, ob zu diesem Kurs überhaupt Aktien gehandelt worden sind oder ob es bei echtem Handel erst zu einem niedrigeren Kurs zu einem Verkauf gekommen wäre. 


Der Austria Börsenbrief: Conergy bleibt höchstriskant aber eine Sünde wert 

Die Neuausrichtung als Systemanbieter für die Solarindustrie und der begonnene Konzernumbau zeigen nach Ansicht der Experten des Austria Börsenbriefes erste Erfolge bei Conergy. Das belegen die Zahlen für das erste Quartal des laufenden Jahres, in dem das Presiniveau 40 Prozent niedriger lag als im Auftaktquartal des vergangenen Jahres. Deshalb sank der Umsatz von Conergy um 40 Prozent auf 98 Millionen Euro. Bei einer stabilen Rohertragsmarge von 21 Prozent verbesserte sich das EBITDA dagegen um 50 Prozent auf minus acht Millionen Euro. Erstmals seit dem Börsengang im Jahr 2005 erreichte das Unternehmen mit fünf Millionen Euro einen positiven Netto-Cashflow. Im Vorjahreszeitraum belief sich dieser Betrag auf minus 57 Millionen Euro. Vorstandsvorsitzender Dr. Philip Comberg erklärt, das zweite Quartal sei gut angelaufen, so dass er im Gegensatz zum Jahresauftakt eine positive Volumen- und Umsatzentwicklung erwartet. Für das zweite Quartal hat Conergy vier neue Großprojekte mit einer Gesamtleistung von 16 Megawatt in Deutschland in der Pipeline. Weitere Großprojekte werden in Auslandsmärkten wie auf Hawaii und in der Slowakei umgesetzt. Dr. Comberg sagte weiter, Conergy profitiere im zweiten Quartal bereits spürbar von der Auslese in der Industrie. Da Konkurrenten insolvent sind, spiele das Conergy potenzielle Kunden zu. Vor diesem Hintergrund bleibt die Aktie zwar eine Hochrisikospekulation, ist aber dennoch eine Anlagesünde mit einer extrem kleinen Depotgewichtung wert.

Änderung in einem Musterdepot des Austria Börsenbriefes:

Die Verantwortlichen für das internationale Musterportfolio haben ihre 500 Anteile von PEH Wertpapier mit einem Verlust von 36 Prozent zu 16,05 Euro ausgebucht.

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