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- Werner Sperber - Redakteur

Börsenwelt Presseschau II: PNE Wind und Praktiker unter der Lupe

Der Nebenwerte-Investor geht von einem anhaltenden Rückenwind für PNE Wind aus. Die Prior Börse baut nicht unbedingt auf die Aktie der Baumarktkette Praktiker. Zudem gibt es Änderungen in einem Musterdepot.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Nebenwerte-Investors erklären, PNE Wind (Plambeck Neue Energien) hat seit dem Jahr 1995 bislang 97 Windparks mit 563 Windenergieanlagen (WEA) und einer Leistung von 804 Megawatt installiert. Der Konzern verdient Geld an der Entwicklung und Finanzierung, dem Bau sowie dem Verkauf der Anlagen. In den meisten Fällen kommt die anschließende technische und kaufmännische Betreuung der Windparks hinzu. Der am 29. Dezember getätigte Verkauf des Windparks "Gode Wind II" vor Norderney an den dänischen Investor Brancor Capital Partners wird dem Unternehmen zu einem positiven bilanziellen Abschluss des Jahres 2011 verhelfen. Ebenfalls Ende 2011 wurde die Genehmigung für das Projekt "Borkum Riffgrund II" erteilt, wobei PNE Wind dabei nur mehr Meilenstein-Zahlungen vom Haupteigner erhält. Dieser Mehrheits-Eigentümer ist die dänische Dong Energy. PNE Wind wird Dong Energy auch bei "Riffgrund I" als Dienstleistungs-Unternehmen unterstützen. Für dieses Projekt liegt bereits eine Genehmigung vor, der Baubeginn ist für das Jahr 2013 vorgesehen.

Wie üblich bei Projektierungs-Gesellschaften sind die Zahlen von PNE Wind mit Vorsicht zu genießen. Vorlaufkosten und Meilenstein-Zahlungen verzerren das Bild für ein Quartal und sogar für ein gesamtes Geschäftsjahr. Da die finanzielle Wertschöpfungskette über drei bis fünf Jahre angelegt ist, publiziert PNE Wind Dreijahres-Prognosen. Der Vorstand geht für die Jahre 2011 bis 2013 von einem EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) von mindestens 60 bis 72 Millionen Euro aus. Die Eigenkapitalquote belief sich zum 30. September 2011 auf rund 40 Prozent. Bei langfristigen Schulden in Höhe von 74,5 Millionen Euro wies das Unternehmen flüssige Mittel von 26,8 Millionen Euro aus. Nach dem Super-GAU im japanischen Fukushima erhielten Unternehmen, welche erneuerbare Energien anbieten, mündliche Unterstützung deutscher Politiker. PNE Wind könnte deshalb Fortschritte dabei machen, die eindrucksvolle Projekt-Pipeline abzuarbeiten. In den nächsten Jahren könnte vor allem das Geschäft mit Offshore-Anlagen vorankommen, also mit Windparks im Meer. Das stellt die Wachstumsfantasie für Aktionäre dar. Das Management des Gesamtkonzerns erwartet mittelfristig die Installation einer potenziellen Leistung von 10.000 Megawatt (MW) an Land (Onshore) und 5.000 MW Offshore. Alleine die Tochterfirma PNE Wind USA ist bereits mit der Planung von 24 Projekten beschäftigt. Nach den USA folgen Kanada und Großbritannien als Länder mit den höchsten erwarteten Installationen von PNE Wind.

Das Unternehmen hat sich zudem bereits im "Repowering" positioniert, also dem Ersatz beziehungsweise der Umrüstung älterer Windenergieanlagen mit geringer Leistung durch leistungsstärkere neue Anlagen. Das kritische Alter für die Anlagen beträgt zehn Jahre. Anleger scheinen das Potenzial dieses Segments noch nicht erkannt zu haben. Dabei schätzen Experten die potenziell installierte Gesamtleistung aus dem Repowering bis zum Jahr 2020 auf rund 30.990 MW. PNE Wind bietet hohes Wachstumspotenzial und ist durch zahlreiche Kooperationen gut vernetzt und für die begonnene Expansion gerüstet. Selbst bei konservativer Schätzung betragen das KGV für 2012 lediglich 9 und das KBV weniger als 1. Das Kursziel für dieses Jahr beträgt 2,70 Euro. Bei Rücksetzern ist die Aktie kaufenswert.

Änderungen im Musterdepot des Nebenwerte-Investors:

Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben ihre 200 Anteile der Württembergischen Lebensversicherung AG mit einem Verlust von 33 Prozent zu 13 Euro ausgebucht. Nun möchten sie 300 Aktien der Schuler AG zu höchstens 10,25 Euro aufnehmen.


Die Prior Börse: Praktiker braucht eine Kapitalerhöhung  

Der Vorstand von Praktiker hat katastrophal gewirtschaftet, was sich am Einbruch des Aktienkurses von knapp 34 Euro im Jahr 2007 auf 1,17 Euro im vergangenen Dezember ablesen lässt. Die Experten der Prior Börse verweisen weiterhin auf die seither andauernde Kurserholung und vermuten, die Anleger fassen Vertrauen zum neuen Vorstandsvorsitzenden Thomas Fox, welcher den Posten im Oktober angetreten hat. Fox gilt als Sanierungsexperte und legte ein Sparprogramm auf. Gleichzeitig möchte Fox etwa 300 Millionen Euro in die Modernisierung bestehender Geschäfte investieren. Dieses Geld müsste sich Praktiker allerdings erst beschaffen, wobei die Experten dafür eine Kapitalerhöhung erwarten. Der Aktienkurs könnte derzeit also "künstlich hochgezogen" werden, um ein vorteilhaftes Niveau für neue Aktien zu schaffen. Nach der Bekanntgabe einer Kapitalerhöhung könnte der Kurs absacken. Nach grauenhaften Zahlen für die ersten neun Monate 2011 erscheint nun ein erster Silberstreifen am Horizont: Der Vorstand berichtet von einer Stabilisierung des Umsatzes im vierten Quartal 2011 im Vergleich zum Schlussquartal 2010. Bezogen auf das Gesamtjahr 2010 sanken die Erlöse allerdings um acht Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Anleger sollten mit einem Anstieg mindestens solange warten, bis die Einzelheiten der Kapitalerhöhung bekanntgegeben werden, von der die Experten der Prior Börse ausgehen.

Änderung im Musterdepot des Chart Trader:

Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben 691 Anteile von Centrotec Sustainable zu 11,80 Euro aufgenommen und bei 10,40 Euro abgesichert.

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