Balda
- Werner Sperber - Redakteur

Börsenwelt Presseschau II: Masterflex und Software AG unter der Lupe

Die Euro am Sonntag geht bei Masterflex mit zur Ernte der Restrukturierungs-Erfolge. Der Austria Börsenbrief ist eingeschränkt optimistisch für die Software AG. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten der Euro am Sonntag erinnern an den bislang letzten Jahresgewinn von Masterflex aus dem Jahr 2007 und gehen davon aus, dass der Hersteller von Spezialschläuchen nach der radikalen Konzentration auf das Kerngeschäft im Jahr 2011 wieder ein positives Nettoergebnis erwirtschaftet hat. Der Gewinn je Aktie könnte mehr als 0,40 Euro betragen, wobei darin auch ein einmaliger positiver Effekt aus dem Ende eines Rechtstreits beinhaltet ist. Vorstandsvorsitzender Andreas Bastin hat die Schulden mittlerweile auf 26 Millionen Euro gesenkt. Er möchte die Eigenkapitalquote von zuletzt 27 Prozent zudem in Kürze auf mehr als 30 Prozent erhöhen. Die Experten schätzen den Gewinn je Aktie für das laufende Jahr auf 0,43 Euro, und zitieren für das Ergebnis pro Anteil für das nächste Jahr die Analysten von Close Brothers Seydler Research und von First Berlin. Die schätzen diese Erträge auf 0,51 Euro beziehungsweise 0,53 Euro und geben die Kursziele mit 6,70 Euro respektive 7,10 Euro an. Aufgrund der Expansion nach Asien und den guten Chancen in den BRIC-Staaten verfügt die Aktie von Masterflex nach dem erfolgreichen Turnaround über nachhaltiges Potenzial. Auch konservative Nebenwerte-Anleger sollten die Aktie mit einem Kursziel von 7,50 Euro und einer Absicherung bei 3,80 Euro kaufen.

Änderungen in den Musterdepots der Euro am Sonntag:

Im offensiv ausgerichteten Musterportfolio sind die 761 Anteile von ADC mit einem Gewinn von 23 Prozent zu elf Euro ausgestoppt worden. Der Depotverantwortliche Joachim Spiering möchte nun 1.180 Aktien von Impreglon und Balda aufnehmen.

Jens Castner, zuständig für das defensiv orientierte Musterdepot, hat seine 400 Anteile am Rentenfonds Acatis IfK mit einem Gewinn von sieben Prozent zu 44,43 Euro ausgebucht und seine zehn Anteile am Starcap Argos mit einem Verlust von einem Prozent zu 1.315,89 Euro. Nun möchte Castner seinen 200 Index-Zertifikaten (WKN 709 335) weitere 50 Stück und seinen Top-Invest-Zertifikaten (WKN VT2 812) zusätzliche 20 Stück hinzufügen.

Sven Parplies, Betreuer des Momentum-Musterportfolios, bucht seine 26 Anteile von Intuitive Surgical wohl mit Verlust aus und dafür Aktien von Seagate Technology ein.


Der Austria Börsenbrief: Harte Landung für die Software AG     

Die Software AG ist nach SAP das zweitgrößte deutsche Software-Unternehmen und hat mit unerwartet schwachen Nachrichten zum Verlauf des vierten Quartals 2011 geschockt. Analysten schätzten den Quartals-Umsatz auf 335 Millionen Euro. Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Streibich geht nur mehr von 290 bis 295 Millionen Euro aus. Der darin enthaltene, margenstarke Lizenz-Umsatz sank sogar auf 90 bis 95 Millionen Euro. Der Konzernchef prognostiziert den Umsatz und den Gewinn für das Gesamtjahr 2011 nun auf etwa der Höhe der Vorjahreswerte von 1,1 Milliarden Euro beziehungsweise 176 Millionen Euro. Streibich erklärt die Schwäche mit Problemen in Brasilien und vor allem in den USA. Die "öffentliche Hand" der USA meidet die Software AG als deutsches Unternehmen. Deshalb möchte Streibich dort eine rechtlich unabhängige Gesellschaft nach US-Recht gründen. Insgesamt geht bei der Software AG eine Serie von acht Jahren zu Ende, in denen der Konzern gewachsen ist und die Prognosen vom Beginn des Jahres übertroffen hat. Die Experten des Austria Börsenbriefes sprechen von einem erstmaligen Kratzer an der bislang tadellosen Prognosequalität des Managements und einem Vertrauensschaden. Der daraus resultierende Kursrutsch bedeutete allerdings auch, dass die Aktie nur mehr mit einem KGV von 11 für das Jahr 2012 bewertet wird. Zudem gehen sie nur von einer Pause im Wachstum aus. Dennoch halten sie den Zeitpunkt für einen Einstieg für noch nicht gekommen.

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| Michael Schröder | 0 Kommentare

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