Douglas
- Werner Sperber - Redakteur

Börsenwelt Presseschau II: Hutchison Whampoa, Kontron und die Douglas Holding unter der Lupe

Platow Emerging Markets hält den Boden bei Hutchison Whampoa für tragfähig für einen Kursanstieg. Aktien-Strategie hält die Aktie von Kontron weiterhin für kaufenswert. Die Prior Börse denkt bei Douglas an Gewinn. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Platow Emerging Markets erinnern an den Börsengang von HPH Trust, der bei der Muttergesellschaft Hutchison Whampoa zu einem Kursanstieg von fünf auf neun Euro bewirkt hat. Danach korrigierten die Titel bis auf 5,20 Euro, von wo aus sich derzeit ein Boden ausbildet. Die vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal 2011 unterstützen eine solche Bodenbildung. Der Mischkonzern schließt mit diesen Daten an die guten Ergebnisse des ersten Halbjahres 2011 an. Bis auf die Sparte Hafen legten alle Segmente beim EBITDA deutlich im prozentual zweistelligen Bereich zu. Selbst die europäische Telekommunikations-Tochterfirma 3 Group schaffte zumindest einen Zuwachs bei den Kundenzahlen. Im vierten Quartal dürfte einen Endspurt in der Telekommunikations- und Retail-Sparte mit sich gebracht haben. Analysten schätzen den Gewinn für das Jahr 2011 auf 56,5 Milliarden Hong Kong Dollar (5,73 Milliarden Euro). Darin ist allerdings der einmalige Erlös aus dem Börsengang von HPH Trust enthalten. Im Jahr 2012 fehlt dieser Sondereffekt, weshalb die Analysten den Ertrag wieder im "normalen" Bereich erwarten und ihn auf 23 Milliarden Dollar (2,33 Milliarden Euro) schätzen. Im Vergleich zum Jahr 2010 entspräche das einem Zuwachs von 14 Prozent. Das KGV beliefe sich auf akzeptable 13. Dazu kommt die Dividendenrendite von 3,1 Prozent. Anleger sollten jetzt und gegebenenfalls bei einem Rücksetzer bis 6,30 Euro einsteigen und den Stoppkurs bei 5,20 Euro setzen.

Änderungen im Musterdepot von Platow Emerging Markets:

Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben 380 Anteile von Toyota Motor zu 26,74 Euro aufgenommen und bei 20,30 Euro abgesichert sowie 1.800 Aktien von Dragon Oil zu 5,58 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 4,26 Euro gesetzt. Nun möchten sie noch weitere 210 Papiere von Toyota zu höchstens 24,20 Euro sowie weitere 980 Titel von Dragon Oil zu maximal 5,10 Euro aufnehmen. Außerdem sollen 1.400 Anteile von Hutchison Whampoa aufgenommen werden sowie weitere 740 dieser Aktien zu höchstens 6,30 Euro.


Aktien-Strategie: Kontron bleibt enorm günstig  

Kontron hat die Produktion in Malaysia zum Jahreswechsel 2011/12 an die Plexus Corp. verkauft. Der Hersteller von Mini-Rechnern kauft künftig zusätzliche Module von dem US-Konzern und möchte sich so Einkaufsvorteile sichern. Das soll das working capital ab diesem Jahr verringern und den Gewinn je Aktie moderat erhöhen. Allerdings muss Kontron aufgrund dieser Transaktion im vierten Quartal Einmalaufwendungen von sechs Millionen Euro verbuchen. Die Experten von Aktien-Strategie erklären, damit werde das Ziel einer EBIT-Marge von acht Prozent endgültig verpasst. Der Aktienkurs hat auf diese Nachricht kaum negativ reagiert. Charttechnisch sollte die wichtige Marke von fünf Euro halten, ansonsten drohen Kursrücksetzer. Allerdings kosten die Anteile schon jetzt weniger als der Buchwert, so dass tiefere Kurse kaum nachzuvollziehen sind.


Die Prior Börse: Die Würfel fallen im "Parfüm-Monopoly"

Die Experten der Prior Börse bezeichnen die Vorgänge bei der Douglas Holding seit Februar vergangenen Jahres als "Parfüm-Monopoly". Dazu wird der Konzern erst einmal in seinen Teilen vorgestellt: Die Schmuckkette Christ bereitet Freude. In dem Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11 stiegen die Erlöse um elf Prozent und der Gewinn war ordentlich. In den namesgebenden Parfümerien setzte Douglas 1,9 Milliarden Euro der insgesamt 3,4 Milliarden Euro im Konzern um. Das Kerngeschäft läuft. Die Süßwaren-Kette Hussel spielt mit einem Erlös von 100 Millionen Euro kaum eine Rolle. Die Modekette AppalrathCüpper mit Erlösen von 125 Millionen Euro ist seit Jahren ein Sanierungsfall. Den meisten Kummer bereitet jedoch die Buchhandels-Kette Thalia, die (noch) ein reichliches Viertel zum Konzernumsatz beiträgt. Thalia verkauft mit der Tochterfirma buch.de die Waren auch im Internet, doch die Gewinnspannen sind niedrig. Andererseits steigt die Konkurrenz durch den Internethandel und das Buch als reine elektronische Datei (e-book). Zudem scheinen die großen Flächen für die Thailia-Buchhandlungen langfristig angemietet worden zu sein, während Vorstandsvorsitzender Henning Kreke in den nächsten Jahren wohl ein stark rückläufiges Geschäft erwartet. Es stellt sich also die Frage nach einer weiterhin sinnvollen Nutzung der Flächen. Im vergangenen Fiskaljahr verdiente die Douglas Holding bei einer bescheidenen Netto-Gewinnspanne von 2,7 Prozent 87 Millionen Euro. Kreke prognostiziert für das laufende Wirtschaftsjahr einen stabilen Umsatz aber einen um bis zu einem Drittel sinkenden Gewinn. Damit beliefe sich das KGV auf hohe 20, weshalb der jüngste Kurssprung as zu Gewinnmitnahmen genutzt werden sollte.

Dieser Kurssprung erfolgte nach der Meldung per ad hoc, wonach mit Hilfe von Finanzinvestoren den Aktionären der Douglas Holding ein Übernahmeangebot gemacht werden soll. Offenbar will die Gründerfamilie Kreke ihren Einfluss auf den Konzern sichern. Henning Kreke und sein Vater, der Unternehmensgründer Jörn, halten rund 13 Prozent an der Holding. Bislang erhielten die Krekes Rückendeckung durch den Großaktionär Dr. Oetker - bislang. Der Lebensmittelkonzern besitzt 26 Prozent an Douglas. Diese Rückendeckung war notwendig, wenn die Pläne der Krekes denen von Erwin Müller widersprachen. Erwin Müller ist Besitzer des Wettbewerbers Drogeriemarkt Müller und hält zehn Prozent an Douglas. Vier Investmentfonds halten insgesamt weitere 20 Prozent an Douglas. Vor diesem Hintergrund scheint es möglich, dass sich die Krekes mit Hilfe der Finanzinvestoren einer feindlichen Übernahme durch Müller und Verbündete entziehen wollen.

Änderungen in einem Musterdepot des Anlegerbriefes performaxx:

Die Verantwortlichen für das kurzfristig ausgerichtete Musterportfolio haben 1.554 Call-Optionsscheine (WKN VT1 CUT) zu 1,34 Euro aufgenommen.

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