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- Werner Sperber - Redakteur

Börsenwelt Presseschau II: Hochtief und Freenet unter der Lupe

Platow Derivate trauern dem verlorenen Vertrauen der Investoren in Hochtief nach und freuen sich über die daraus resultierende Anlagechance. Die Prior Börse hält Freenet weiter für einen Übernahmekandidaten. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Platow Derivate erinnern an die mehrfachen Korrekturen des Vorstandes von Hochtief bezüglich der Ziele des vergangenen Jahres und an die Gewinnwarnung Ende März für dieses Jahr. Demnach soll das Vorsteuerergebnis auf etwas weniger als 550 Millionen Euro sinken und der Gewinn auf leicht weniger als 180 Millionen Euro. Damit ist das größte Problem des Baukonzerns das verloren gegangene Vertrauen der Investoren. Die Anleger verlieren langsam aber sicher den Glauben, dass die Probleme bei der australischen Tochterfirma Leighton so schnell gelöst werden, wie geplant. Obwohl einige Analysten die Aktie von Hochtief mittelfristig als attraktiv bewertet ansehen, befindet sich der Kurs in einem kurzfristigen Abwärtstrend. Im Tief sank die Notierung auf rund 40,70 Euro, bevor am Dienstag die nächste Gegenbewegung gestartet wurde. Allerdings ist der allgemeine Abwärtstrend schon recht weit fortgeschritten und der Gesamtmarkt dürfte mittelfristig wieder steigen. Zuvor könnte der vielleicht vorerst letzte Abwärtsschub der Aktie von Hochtief bevorstehen, der bis zum Vorjahrestief bei mehr als 37 Euro führen könnte. Solange der Kurs nicht auf mehr als das jüngste Erholungshoch bei 46,25 Euro steigt, ist der Abwärtstrend intakt. Der Stoppkurs für eine Spekulation auf sinkende Aktienkurse sollte bei etwas mehr als diesem Wert gesetzt werden. Risikobereite Anleger sollten vor diesem Hintergrund den endlos laufenden Put-Optionsschein (WKN DZ8 ZBD) der DZ Bank auf Hochtief kaufen. Der Schein ist mit einer Basis bei 52,72 Euro, einer Knock-out-Schwelle bei 50,28 Euro und einem Hebel von derzeit 4,6 ausgestattet.

Änderungen in den Musterdepots von Platow Derivate:

Im Derivate-Musterportfolio sind die erst vergangene Woche eingebuchten 450 Bear-Zertifikate (WKN CK2 4TL) auf Gildemeister und die 950 Long-Zertifikate (WKN BP2 K4U) auf Kontron jeweils mit Verlust ausgestoppt worden. Die bereits länger im Depot befindlichen 1.300 Short-Zertifikate (WKN CG4 BV5) auf KPN und die 6.200 Bear-Zertifikate (WKN CM9 C6F) auf Vivendi Universal sind jeweils mit Gewinn ausgestoppt worden. Zudem haben die Verantwortlichen ihre 3.700 Long-Zertifikate (WKN VT3 Z6N) auf EADS mit einem Plus ausgebucht. Dafür haben sie 1.150 Short-Zertifikate (WKN DZ8 ZBD) auf Hochtief zu 0,99 Euro eingebucht und bei 0,64 Euro abgesichert.

Im Alpha-Turbo-Musterdepot sind die erst am Dienstag eingebuchten 950 Alpha-Short-Zertifikate (WKN DZ2 TDY) auf das Paar Vorzugsaktie von Volkswagen/DAX mit Verlust ausgestoppt worden. Die Spekulation der Verantwortlichen auf eine schwächere Entwicklung des Aktienkurses im Vergleich zum Index ist damit gescheitert.


Die Prior Börse: Auch, weil Freenet ein Übernahmekandidat ist 

Seit dem Tief im vergangenen August hat sich der Aktienkurs von Freenet auf 13,41 Euro beinahe verdoppelt. Der Börsenwert beträgt damit 1,7 Milliarden Euro. Das halte die Experten der Prior Börse allerdings für immer noch viel zu wenig. Im vergangenen Jahr setzte das Mobilfunk-Vermarktungsunternehmen 3,2 Milliarden Euro um und verdiente 144 Millionen Euro. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis beläuft sich anhand dieser vergangenen Zahlen auf rund 0,5 und das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf 12. Am Tag nach der Hauptversammlung, welche für den 9. Mai anberaumt ist, schüttet der Konzern einen Euro je Aktie aus, was einer Dividendenrendite von aktuell etwa 7,7 Prozent entspricht. Vorstandsvorsitzender Christoph Vilanek möchte die Eigenkapitalquote von 46 auf mehr als 50 Prozent anheben. Die Nettoschulden sanken innerhalb eines Jahres von 623 Millionen auf 529 Millionen Dollar. Vilanek schuldete den Konzern jüngst um, um die Zinsbelastung zu reduzieren und zudem senkte er auch Kosten. Mit Hilfe der 4.000 Mitarbeiter, 550 eigenen Läden, 5.600 Fachhandelspartnern, der Präsenz in allen großen Elektronikmärkten und angesichts der 15,2 Millionen Mobilfunk-Kunden, davon 5,75 Millionen Vertragskunden mit einem hohen durchschnittlichen Monatsumsatz von je 24 Euro, führt kein Weg am Marktführer vorbei. Das Kurspotenzial beträgt 30 Prozent beziehungsweise reicht es bis 17,40 Euro, zumal es gut möglich ist, dass eines Tages wieder jemand Freenet kaufen möchte. Einer der kleineren deutschen Netzbetreiber könnte eventuell Interesse an einer Übernahme haben, um die Vertriebskraft zu stärken.

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| Stefan Limmer | 0 Kommentare

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