Sun Hung Kai Properties Ltd.
- Werner Sperber - Redakteur

Börsenwelt Presseschau II: Die Türkei und Sky Deutschland unter der Lupe

Platow Emerging Markets raten Investoren, die sich für Anlagen in der Türkei interessieren, dazu, sich wenigstens breit aufzustellen. Dafür haben sie auch Vorschläge zu unterbreiten. Der Aktionärsbrief erkennt nach dem Hoch des Aktienkurses von Sky Deutschland nur mehr eine Richtung: erdwärts. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Platow Emerging Markets erinnern daran, dass der Index Istanbul Stock Exchange Anfang des vorigen Jahres noch bei 67.000 Punkten notierte und im weiteren Verlauf rund ein Viertel des Wertes verlor. Dabei wuchs die Wirtschaftsleitung der Türkei real um etwa 7,5 Prozent, wobei dieses Konjunktur-Plus vor allem dem (kreditfinanzierten) Konsum geschuldet war. Aufgrund dessen legte der Wert der Türkischen Lira zu und die Inflationsrate stieg weit höher als das mittelfristige Ziel von fünf Prozent. Zudem macht das seit langem hohe Leistungsbilanz-Defizit die türkische Wirtschaft anfällig für Schocks von außerhalb. Im vergangenen Jahr belief sich dieses Defizit auf zirka zehn Prozent. Die Analysten der Unicredit sehen die Grenze allerdings bei höchstens fünf Prozent, um die Staatsverschuldung wenigstens nur gleich zu halten. Da das wohl unwahrscheinlich ist, schätzen die Analysten, dass die Staatschulden im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) von derzeit 40 Prozent bis zum Jahr 2020 auf 60 Prozent ansteigen dürften - was im europäischen Vergleich zwar immer noch akzeptabel ist, jedoch laufen die Verbindlichkeiten der Türkei im Schnitt vergleichsweise kurz. Gläubiger könnten also ihr Geld relativ kurzfristig aus der Türkei abziehen. Die Analysten halten auch die Devisenreserven der türkischen Zentralbank für zu gering, zumal diese fehlenden ausländischen Währungen der Hauptgrund dafür sind, dass die Türkei keinen Investment-Grade zugesprochen bekommt. Die Zinsen für die Anleihen sind also deswegen höher als es bei höheren Devisenreserven und dadurch mit Investmentgrade sein müsste.

Um das weitere Wirtschaftswachstum zu fördern, schätzen die Analysten, dass die Notenbank den Leitzins in der nächsten Sitzung von 11,5 auf 10,0 Prozent senkt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt das BIP-Wachstum für dieses Jahr nur auf zwei Prozent, was der Notenbank zwar Spielraum in der Zinspolitik verschaffen würde. Andererseits steigen die Energiekosten und die Inflationsrate dürfte 6,5 Prozent erreichen, was diesen Handlungsspielraum wieder einschränkt. Das Risiko durch externe Schocks bleibt also bestehen. In einem solchen Fall hegt der IWF Zweifel, ob die türkischen Geschäftsbanken über genügend eigenes Geld verfügen, um die Wirtschaft ausreichend mit Krediten zu versorgen. Dabei gelten die türkischen Finanzinstitute als ausreichend mit Geld versehen und gut reguliert. Eine stabile Bankenlandschaft ist auch für die Ausländer notwendig, die in der Türkei investieren möchten, denn bei den meisten hierzulande zur Verfügung stehenden Produkten, wie börsennotierte Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETFs), Fonds oder Zertifikate sind Aktien aus dem Finanzsektor hoch gewichtet. Besonders beliebt sind etwa die Turkiye Garanti Bankasi, die Akbank oder die Turkiye Is Bankasi, deren Kurs-Gewinn-Verhältnisse für das laufende Jahr zwischen 8 und 10 liegen.

Vor diesem Hintergrund raten die Experten dazu, auf eine breite Aufstellung zu achten, wenn schon in der Türkei investiert werden soll. Sie empfehlen in diesem Fall den ETF (WKN ABN 5TL) der Royal Bank of Scotland auf den Index ISE National 30 zum Kauf, bei dem der Stoppkurs bei 24,50 Euro gesetzt werden sollte. Ebenfalls kaufenswert erscheint der ETF (WKN A0L GQN) von iShares auf den Index MSCI Turkey. iShares ist die ETF-Tochterfirma von Blackrock, die wiederum eine Tochterfirma von The PNC Financial Services, der Barclays Bank sowie Merrill Lynch ist. Merrill Lynch wiederum gehört komplett der Bank of America. Bei diesem ETF sollte der Stopp-Loss bei 19 Euro platziert werden.

Änderungen im Musterdepot von Platow Emerging Markets:

Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben 1.100 Anteile von Sun Hung Kai Properties zu 9,10 Euro eingebucht und bei 7,00 Euro abgesichert. Zudem haben sie ihren 40.000 Aktien von Gajah Tunggal 21.000 weitere hinzugefügt und so den Misch-Einstandskurs für die nun 61.000 Papiere deutlich auf 0,2128 Euro gesenkt.


Der Aktionärsbrief: Bei Sky geht es Richtung Erde 

Sky Deutschland hat in der vergangenen Woche den Zuschlag der Deutschen Fußball Liga (DFL) für sämtliche Übertragungsrechte für die vier Spielzeiten 2013/14 bis 2016/17 der Fußball-Bundesliga erhalten. Der Aktienkurs stieg daraufhin stark und sank danach noch viel stärker. Die Experten des Aktionärsbriefes halten die hohe Lizenzgebühr von 486 Millionen Euro pro Saison für den Grund dieses Kursrückgangs. Die Analysten geben nun eher negative Kommentare ab und senken ihre Schätzungen für die künftigen Gewinne von Sky beziehungsweise für die künftigen Nachsteuer-Ergebnisse. Der deutsche Bezahlfernsehsender wird nun wohl noch länger auf Geld von Rupert Murdochs Medienkonzern angewiesen sein, zu dem Sky Deutschland gehört. Sollte Murdoch die Geduld verlieren und kein Geld mehr überweisen, sieht es sehr düster für Sky Deutschland aus, weshalb der Wert von den Experten zum "Bären der Woche" gekürt worden ist.

Änderungen in den Musterdepots des Aktionärsbriefes:

Im spekulativ orientierten Musterportfolio sind die 150 Anteile von Rheinmetall mit einem Gewinn von 14 Prozent zu 42 Euro ausgestoppt worden und die 350 Aktien von SMT Scharf zum Einstandskurs von 23,55 Euro.

Im Allround-Musterdepot sind die 400 Titel der BG Group mit einem Plus von zehn Prozent zu 15,90 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen 50 Papiere von Coloplast zu 134,85 Euro eingebucht.

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