Lufthansa
- Werner Sperber - Redakteur

Börsenwelt Presseschau II: Der SMI und die Deutsche Lufthansa unter der Lupe

Die Börse am Sonntag geht davon aus, dass sich der Schweizer Leitindex SMI auch weiterhin besser entwickeln wird als der DAX. Selbst wenn das nicht der Fall ist, dürften Anleger mit einem passenden Derivat noch gut verdienen. Die Platow Börse sieht die Deutsche Lufthansa charttechnisch am Boden und vor dem Start in höhere Regionen.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten der Börse am Sonntag erinnern daran, dass sich der Schweizer Leitindex SMI in den vergangenen sechs Monaten per saldo wesentlich besser als entwickelt hat als der DAX. Hohe Kursgewinne sind bei deutschen Blue Chips angesichts der Schuldenkrise in der Eurozone und der Abkühlung der Weltwirtschaft nicht zu erwarten. Die Perspektiven der Schweizer Wirtschaft sind dagegen zufriedenstellend. Positiv zu werten ist unter anderem, dass die Binnennachfrage in der Schweiz dank hoher Löhne und relativ niedriger Steuern hoch bleiben dürfte. Hinzu kommt, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) im September 2011 eine Untergrenze von 1,20 Schweizer Franken für den Euro-Wechselkurs festgelegt hat. Indem die SNB eine Aufwertung des Franken im Vergleich zum Euro verhindert, hilft sie der Exportwirtschaft der Schweiz. Es wird darüber spekuliert, dass die SNB die Untergrenze für den Euro-Franken-Kurs in den kommenden Monaten anheben wird. Erwähnenswert ist, dass etwa die Hälfte der Schweizer Exporte an Kunden im Euro-Raum geliefert werden. Erfreulicherweise wirtschaften die meisten Unternehmen in der Schweiz solide und setzen eine aktionärsfreundliche Dividendenpolitik um. Unabhängig davon sind Schweizer Aktien nicht sonderlich günstig bewertet. Für die im SMI gelisteten Titel errechnet sich basierend auf den Gewinnschätzungen für 2012 ein Durchschnitts-KGV von rund 14. Dieser Sachverhalt sollte jedoch nicht überbewertet werden, denn Qualität hat eben auch an der Börse ihren Preis. Das Chart-Bild des SMI macht einen guten Eindruck, da der Index jüngst den Sprung über die aktuell bei 5.921 Punkten verlaufende 200-Tage-Linie geschafft hat. Es ist jedoch möglich, dass sich die Aufwärtsbewegung des Kursbarometers in den nächsten Monaten nicht fortsetzen wird. Schließlich dürfte sich die Stimmung an den Aktienmärkten erheblich eintrüben, falls die Schuldenkrise im Euro-Raum eskalieren würde. Vor diesem Hintergrund sollten vorsichtige Anleger das am 20. Juni fälligen Discount-Zertifikates (WKN AA2 D39) der Royal Bank of Scotland auf den SMI-Index kaufen. Falls der SMI am 15. Juni bei 6.000 Punkten oder mehr notiert, erhält der Investor 60 Euro zurück.


Die Platow Börse: Höhenflug dank Kostendrücken   

Christoph Franz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa, möchte im Konzern sparen. Ende März soll genau bekannt gegeben werden, wo wie viel an Kosten gesenkt werden. Die Experten der Platow Börse verweisen auch auf den Verkauf der verlustträchtigen Tochterfirma British Midlands (BMI) für brutto 207 Millionen Euro an die International Airline Group (IAG). Andererseits gibt es noch genügend Sanierungsfälle im Konzern, wie etwa die Verlustbringer Austrian Airlines oder Germanwings. Zudem gibt es immer mehr Konkurrenz für die Deutsche Lufthansa im europäischen Luftraum. Die großen Golf-Airlines wie Ethiad und Emirates drängen nach Europa. Dem Lufthansa-Konzernchef ist zuzutrauen, zügig weitere Problemfelder zu beseitigen. Außerdem hat die Deutsche Lufthansa selbst in Krisenzeiten Gewinne erwirtschaftet. Das KGV von 12 für das laufende Jahr erscheint ambitioniert, jedoch ist ein Buchwert von 0,5 sehr günstig. Auch die Dividendenrendite dürfte mit mehr als vier Prozent ansprechend ausfallen. Bei Kursen von neun bis zehn Euro scheint sich ein Boden auszubilden. Risikobereite Anleger sollten deshalb bei weniger als neun Euro einsteigen und ihr Engagement bei 7,20 Euro absichern.

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