Splendid Medien
von Werner Sperber - Redakteur

Börsenwelt Presseschau II: Canon sowie Apple, Amazon.com, Google und Ebay unter der Lupe

Platow Emerging Markets halten Canon für die erfreuliche Ausnahme bei japanischen Elektronik-Unternehmen. Börse Online nutzt die Wartezeit auf den geplanten Börsengang von Facebool, um sich mit Apple, Amazon.com, Google und Ebay zu beschäftigen. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Platow Emerging Markets erinnern an die Pleite von Elpida und die Schwierigkeiten von Olympus, um auf die schwache Verfassung der japanischen Elektronikindustrie hinzuweisen. Die Zahlen von Canon für das erste Quartal des laufenden Jahres sind dagegen ein Lichtblick. Die Industriesparte mit Lithografie für die Halbleiterindustrie und das Geschäft in Japan liefen gut. Insgesamt sank der Umsatz im Jahresvergleich jedoch um 1,2 Prozent auf 829 Milliarden Japanische Yen (7,86 Milliarden Euro). Aufgrund von Währungsgewinnen und Überschüssen der Tochterfirmen stieg der Gewinn jedoch um elf Prozent auf 61,5 Milliarden Yen (583 Millionen Euro). Der Vorstand prognostiziert für die Büro-Multifunktionsgeräte einen moderaten Anstieg der Erlöse im Gesamtjahr 2012. In der zweiten Jahreshälfte soll sich auch der Markt für Laserdrucker erholen. Die Nachfrage nach Digitalkameras wird wohl robust bleiben. Das Segment "Industrie" dürfte sich zunächst gut entwickeln, der mittelfristige Ausblick ist aber von Unsicherheit geprägt. Dennoch hob das Management die Ziele an und erwartet nun einen Jahresumsatz von 3,9 Billionen Yen (37 Milliarden Euro) und einen Gewinn von 290 Milliarden Yen (2,75 Milliarden Euro). Analysten schätzen das KGV auf 15. Dazu kommen die solide Bilanzstruktur und der aussichtsreiche Chart auf Euro-Basis. Anleger sollten jetzt und gegebenenfalls bei einem Rücksetzer auf 33 Euro einsteigen und den Stoppkurs bei 27 Euro setzen.

Börse Online: Facebook lässt mit dem Börsengang auf sich warten - Zeit, um auf andere Technologie-Größen hinzuweisen

Das Internet sei erwachsen geworden, erklärt Henry Blodget, der ehemalige Analyst für Internetaktien, den die Experten von Börse Online zitieren. Sie haben sich mit den Aktien von neun Technologie-Firmen beschäftigt, welche von dem Trubel um den angekündigten Börsengang von Facebook profitieren. Tencent, Baidu und Linkedin halten sie für kaufenswert, Priceline.com und Yahoo sollten beobachtet werden.

Apple habe erneut sensationelle Zahlen abgeliefert und dabei die Schätzungen der Analysten übertroffen. Viele dieser Analysten erhöhen nun ihre Erwartungen für das Gesamtjahr, zumal der Vorstandsvorsitzende Tim Cook ankündigte, noch in diesem Jahr Neuheiten auf den Markt bringen zu wollen. Schon bald könnte Apple den Markt für Fernsehgeräte mit einem iTV aufrollen. Der Aktienkurs hat die kleine Schwächephase überwunden, entsprechend müssen Technologiefans die Aktie derzeit haben.

Der Umsatz von Amazon.com ist im ersten Quartal des laufenden Jahres um 34 Prozent auf 13,2 Milliarden Dollar gestiegen. Diesem Ziel hat der Vorstand sogar die Margen geopfert, weshalb der Gewinn im Jahresvergleich um 35 Prozent auf 130 Millionen Dollar gesunken ist. Allerdings hat auch Amazon damit die Schätzungen der Analysten deutlich überboten. Amazon kämpft auch weiterhin mit einem Preis von nur 199 Dollar für den eigenen Tablet-Computer Kindle Fire gegen den Konkurrenten Apple, um über den Kindle Fire Filme, Musik und Bücher verkaufen zu können. Amazon ist auch im Wachstumsmarkt Cloud-Computing ein Vorreiter. Die Aktie von Amazon ist zwar schon hoch bewertet, allerdings sehr gut positioniert. Risikofreudige Anleger sollten deshalb einsteigen.

Google zeigt mit den Zahlen für das erste Quartal 2012, wie ein etablierter Internetkonzern stark wachsen kann. Der Gewinn stieg im Jahresvergleich um 60 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar, weshalb das KGV für das laufende Jahr von 12 niedrig ist. Die Geschäfte mit dem Smartphone-Betriebssystem Android, der Videoplattform Youtube und dem Browser Chrome scheinen sich auszuzahlen. Momentan zweifeln Analysten aber, ob der Kauf von Motorola Mobility für 12,5 Milliarden Dollar gut durchdacht war. Mit einem eigenen Tablet-PC könnte Google Apple, Samsung und andere Konkurrenten angreifen. Insgesamt ist die Aktie kaufenswert.

Auch Ebay hat dank einiger ungeliebter aber erfolgreicher Änderungen mit den Zahlen für das erste Quartal 2012 überrascht. Es macht sich bezahlt, dass Ebay sich nicht mehr nur auf das Auktionsgeschäft verlässt, sondern stärker auf Festpreisanbieter setzt. Die stärksten Impulse kamen allerdings vom Bezahldienst Paypal, mit dem Onlinekunden auch auf fremden Internetseiten einkaufen und bezahlen können. Zudem drängt Paypal mit Macht in den stationären Handel. Seit Kurzem können Kunden den Dienst beispielsweise in den Filialen der US-Baumarktkette Home Depot nutzen. Die gute Ausgangslage beim Zukunftsgeschäft mit elektronischen Zahlungen und die angehobene Gewinnprognose dürften den Kurs zu neuen Höhen treiben.

Änderungen in den Musterdepots von Börse Online:

Franz-Georg Wenner, Verantwortlicher für das Basis-Musterportfolio, hat die 320 Anteile am börsennotierten Indexfonds (ETF; WKN 593 395) auf den EuroStoxx 50 wohl mit Verlust ausgebucht und dafür 380 ETFs (WKN DBX 0F4) auf den S&P 500 zu 20,70 Euro eingebucht und bei 16,50 Euro abgesichert.

Stefan Otto, zuständig für das Nebenwerte-Musterdepot, hat 5.000 Aktien von Splendid Medien zu 2,10 Euro aufgenommen und den Stoppkurs bei 1,80 Euro gesetzt. Nun möchte er seine 1.000 Titel von Helma Eigenheimbau zu mindestens 10,50 Euro und seine 7.000 Papiere von IVU Traffic für nicht weniger als 1,32 Euro jeweils mit Gewinn ausbuchen. Dafür plant Otto die Aufnahme von 1.600 Anteilen der Deutschen Forfait zu höchstens 3,35 Euro sowie von 2.000 Aktien von Quanmax zu nicht mehr als 2,40 Euro.

Daniel Saurenz, Betreuer des Zertifikate-Musterportfolios, hat seine 300 Inline-Optionsscheine (WKN SG2 EPV) auf den DAX und seine 1.200 Inline-Optionsscheine (WKN SG2 SGA) auf die Deutsche Bank jeweils mit Gewinn ausgebucht. Dafür hat er 1.200 Call-Optionsscheine (WKN BP1 D3F) auf Siemens zu 3,40 Euro eingebucht sowie 350 Discount-Zertifikate (WKN DZ4 H9Y) auf Silber zu 20,52 Euro. Nun möchte Saurenz noch 1.400 Call-Optionsscheine (WKN BP2 GJX) auf Metro zu höchstens 2,90 Euro einbuchen.

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