PVA Tepla
- Werner Sperber - Redakteur

Börsenwelt Presseschau II: Baidu sowie Centrotherm Photovoltaics und andere unter der Lupe

Baidu wird gehasst oder geliebt, aber Platow Emerging Markets erinnert daran, dass man sich zumindest in einem Punkt einig sein muss: mit dem chinesischen Suchmaschinenbetreiber und Internet-Dienstleistungsunternehmen kann man träumen. Aktien-Strategie möchte nicht einmal auf Centrotherm Photovoltaics wetten, obwohl es Grund dazu gäbe. Dafür gibt es andere mögliche Profiteure und einer wird kurz vorgestellt. Zudem gibt es eine Änderung in einem Musterdepot.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Platow Emerging Markets verweisen darauf, dass sich die Geister an kaum einer Aktie so stark scheiden, wie an der von Baidu. Seit Mitte April sinkt der Kurs des chinesischen Suchmaschinenbetreibers und Internet-Dienstleistungsunternehmens und hat nun ein interessantes Niveau erreicht. Diese Unterstützungszone könnte wieder einmal der Ausgangspunkt für eine Kurserholung sein. Andererseits wächst Baidu nicht mehr ganz so stark wie bisher, was für weitere Kursabschläge sorgen könnte. Im ersten Quartal des laufenden Jahres lief es allerdings blendend, wie üblich. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 75 Prozent auf 4,3 Milliarden Chinesische Renminbi-Yuan (552 Millionen Euro). Das ist allerdings weniger als im vierten Quartal 2011. Der Gewinn zum Auftakt 2012 erhöhte sich um 74 Prozent auf 1,9 Milliarden Renminbi (244 Millionen Euro). Die Analysten schätzen, dass das Nettoergebnis im Gesamtjahr um 51 Prozent auf 10,1 Milliarden Renminbi (1,3 Milliarden Euro) zulegt. Im vergangenen Jahr hatte sich der Nettoertrag noch knapp verdoppelt. Die Suchmaschine von Sohu sorgt also für Konkurrenz. Baidu wollte diesen Mitbewerber jüngst übernehmen, scheiterte aber daran. Auch die Bewertung der Aktie von Baidu ist ambitioniert. Das KGV für dieses Jahr beträgt 24 und dasjenige für nächstes Jahr 17. Ein Investment in Baidu ist also durchaus riskant, allerdings stehen die Chancen für Kurssteigerungen gut. Schließlich liefert der Konzern noch immer Zuwächse, von denen andere Unternehmen nur träumen können. Die Zusammenarbeit mit Apple sorgt für weitere Wachstumsfantasie. Risikobereite Anleger sollten also den Einstieg wagen und ihr Engagement bei 75 Euro absichern.


Aktien-Strategie: Die Centrotherm-Pleite und ihre möglichen Profiteure 

Die schlimmsten Befürchtungen haben sich bestätigt: Centrotherm Photovoltaics hat einen Insolvenzantrag gestellt. Die Experten von Aktien-Strategie erinnern daran, dass sich der Anbieter schlüsselfertiger Produktionslinien für die Solarzellenfertigung selbst sanieren möchte. Drei Monate ist der jüngst noch im TecDAX notierte Solar-Zulieferkonzern vor dem Zugriff von Gläubigern geschützt. Ob die Zeit ausreicht, ist in Anbetracht der massiven Probleme in der Solarbranche fraglich. Die Probleme bei Centrotherm waren zwar bekannt, doch wie schnell der Konzern in die Pleite rutschte ist erstaunlich. Für Ende März wies der Konzern eine Eigenkapitalquote von 43 Prozent und einen Bargeldbestand von fast 90 Millionen Euro aus. Allerdings befanden sich in der Bilanz auch hohe Positionen, die nicht werthaltig waren. Die laxen Bilanzierungsregeln in Deutschland haben sich wieder einmal als verhängnisvoll erwiesen. Aufgrund der zuletzt noch hohen Substanz im Konzern könnte das Unternehmen eventuell weiterbestehen. Darauf sollte aber niemand wetten. Die Aktie ist nur mehr ein Pennystock und ein reines Zockerpapier.

Sollte Centrotherm Photovoltaics durch die Zahlungsschwierigkeiten Kunden verlieren oder ganz vom Markt verschwinden, dürften andere Maschinenbaukonzerne für den Solarsektor profitieren. Darunter sind etwa die Manz AG oder PVA Tepla. PVA Tepla stärkt das Halbleitergeschäft derzeit mit dem Kauf der Munich Metrology GmbH. Diese Firma stellt Analysesysteme zur Bestimmung von Oberflächenverunreinigungen auf Wafern her und erzielt damit einen niedrigen einstelligen Millionenumsatz. Der Zukauf ist nicht besonders groß und ändert daher nichts an der Bewertung. Das Geschäft von PVA Tepla ist zudem zyklisch. Allerdings ist die Aktie mit einem KBV von etwa 1 und einem KGV von 10 günstig bewertet und die Risiken sind wohl eingepreist. Risikobereite Anleger sollten die Anteile deshalb mit einem Kursziel von 5,00 Euro und einem Stoppkurs bei 2,54 Euro kaufen.

Änderung im Musterdepot von Aktien-Strategie:

Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben1.800 Anteile von RIB Software zu 4,81 Euro eingebucht und bei 4,14 Euro abgesichert.

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