Deutsche Telekom
- Werner Sperber - Redakteur

Börsenwelt Presseschau I: TUI und die Deutsche Telekom unter der Lupe

Der Frankfurter Börsenbrief erwartet Sonnenschein über der Aktie des Urlaubsspezialisten TUI. Das Zertifikatejournal möchte die Dividenden der Deutschen Telekom nutzen, aber die Aktie meiden und stellt ein passendes Derivat vor. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots sowie ein komplett neues Musterportfolio.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Frankfurter Börsenbriefes erinnern an die Eigenkapitalquote von lediglich 18,9 Prozent, welche TUI zum 30. September 2011 ausgewiesen hatte, also dem Ende des Geschäftsjahres 2010/11. Zudem hatte der Touristik-Konzern noch außerbilanzielle Eventual-Verpflichtungen von zuletzt knapp 500 Millionen Euro. Deshalb sprechen die Experten zwar noch keine Kaufempfehlung aus, erkennen allerdings Kurspotenzial von 20 bis 25 Prozent, wenn der charttechnische Ausbruch nachhaltig gelingt. Das wäre der Fall, wenn der Widerstand bei fünf Euro überwunden bleibt. Positiv für die Aktie ist, dass das Unternehmen in diesem Jahr von der guten Konsumstimmung in Deutschland profitieren dürfte. Bei dem geplanten Verkauf der Anteile an der ehemaligen Schifffahrts-Tochterfirma Hapag Lloyd an den Investoren-Kreis Ballin wird vor allem um den Preis gefeilscht. Gelänge TUI der Verkauf, wäre das bilanztechnisch eine entscheidende Verbesserung. TUI könnte damit wohl schuldenfrei werden. Das Unternehmen senkte die Nettoverschuldung bereits stark von 2,3 Milliarden Euro zum 30. September 2010 auf zuletzt wohl grob 800 Millionen Euro. Der Buchwert der verbliebenen Beteiligung an Hapag-Lloyd soll bei 1,1 Milliarden Euro liegen. Sollte ein Verkauf gelingen, müsste TUI neu bewertet werden.

Auflegung eines Musterdepots des Frankfurter Börsenbriefes:

Die Experten des Frankfurter Börsenbriefes wagen sich an ein Musterportfolio, das "Gold-Depot". Da es sich um ein Depot handelt, bei dem Wertpapiere auch auf Kredit gekauft werden, warnen sie von vornherein: "Ein solches Depot kostet wegen der Schwankungsanfälligkeit starke Nerven. Wer zu vorzeitigen Verkäufen neigt, sollte lieber die Finger davon lassen. Im Kredithebel steckt das Risiko. Sollte unsere Erwartung über einen erneuten Anstieg des Goldpreises trügen, gerät das Depot schnell ins Wanken. Beachten Sie bitte auch, dass dieser Investmentvorschlag auf fünf Jahre terminiert ist. Das bedeutet, dass nicht sofort und unmittelbar mit Gewinnen gerechnet werden darf. Es ist möglich, dass das Depot über ein oder zwei Jahre im Minus notiert. Zumal der Effektenkredit Zinszahlungen erfordert, die hier eingerechnet werden."

Das Musterdepot startet mit 100.000 Euro zuzüglich eines Kreditbetrages von 60.000 Euro, welcher mit einem unterstellten Satz von sechs Prozent verzinst werden muss. Der zu berücksichtigende Zinsbetrag für ein Jahr beträgt demnach 3.600 Euro. Für den Betrag von knapp 100.000 Euro (99.979,65 Euro) buchten die Verantwortlichen 2.389 Stücke Xetra-Gold (WKN A0S 9GB) zu 41,85 Euro ein. Das Kursziel beträgt 125 Euro und der Stoppkurs wurde bei 25 Euro gesetzt.

Für den Betrag von beinahe 60.000 Euro (59.934,75 Euro) nahmen die Verantwortlichen folgende Positionen auf: 91 Zertifikate (WKN AA3 ACK) auf den Index Mongolia Opportunities zu 65,62 Euro (Kursziel 111 Euro, Stoppkurs bei 51 Euro), 35 Zertifikate (WKN AA0 F6N) auf den Royal Bank of Scotland Index Philippinen zu 173 Euro (Kursziel 380 Euro, Stoppkurs bei 140 Euro), 99 Zertifikate (WKN ABN 1NH) auf den Royal Bank of Scotland Index Indonesien zu 60,86 Euro (Kursziel 185 Euro, Stoppkurs bei 52 Euro), 225 Zertifikate (WKN HV5 AQJ) auf den Index DJ Stoxx Americas 600 Constructions zu 26,57 Euro (Kursziel 40 Euro, Stoppkurs bei 20,50 Euro), 66 Aktien der Schindler Holding zu 109,20 Euro (Kursziel 170 Euro, Stoppkurs bei 80 Euro), 149 Anteile von Ross Stores zu 51,15 Euro (Kursziel 90 Euro, Stoppkurs bei 37 Euro), 286 Titel von El Paso zu 26,73 Euro (Kursziel 43 Euro, Stoppkurs bei 17,50 Euro), 102 Papiere von BASF zu 58,69 Euro (Kursziel 100 Euro, Stoppkurs bei 42,80 Euro), 81 Anteile von Fresenius zu 73,82 Euro (Kursziel 120 Euro, Stoppkurs bei 58,40 Euro) und 236 Aktien von Gerry Weber International zu 25,37 Euro (Kursziel 45 Euro, Stoppkurs bei 17,90 Euro). Als Barbestand bleiben 85,60 Euro.


Das Zertifikatejournal: T-Derivat statt T-Aktie      

Nachdem der geplante Verkauf der Tochterfirma T-Mobile USA an den US-Konkurrenten AT&T und damit auch eine Entschuldung der Deutschen Telekom gescheitert sind, müssen die Aktionäre des ehemaligen Staatsbetriebes auf die Dividende von 0,70 Euro je Aktie sehen, wenn sie sich freuen wollen. Denn als sich abzeichnete, dass der Verkauf schwierig würde, sank der Aktienkurs im September 2011 auf weniger als acht Euro. Seither hat sich die Notierung zwar etwas erholt, doch die Experten des Zertifikatejournals verweisen auf die sinkenden Gewinnspannen der Telekom. Deshalb raten sie von einem Einstieg in die Aktien ab, empfehlen allerdings den Kauf des am 31. Dezember 2012 fälligen Bonus-Zertifikates (WKN VT3 NFU) der Bank Vontobel. Die Bank zahlt maximal 11,25 Euro zurück, solange der Aktienkurs während der Laufzeit nie auf 6,507 Euro oder weniger sinkt. Damit lässt sich bei einem ausreichenden Schutz eine ordentliche Rendite erzielen, denn die Sicherheitsschwelle befindet sich unterhalb des Rekordtiefs des Aktienkurses.

Änderung im Musterdepot von Fuchs Kapitalanlagen:

Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben 10 Anleihen der ÖBB Infrastruktur AG zu 101,51 Prozent eingebucht.

Änderung in einem Musterdepot des Anlegerbriefes performaxx:

Die Verantwortlichen für das kurzfristig ausgerichtete Musterportfolio haben 1.000 Call-Optionsscheine (WKN RCE 1BZ) auf die AMAG Austria Metall AG zu 0,41 Euro aufgenommen.

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| Martin Weiß | 0 Kommentare

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