Carl Zeiss Meditec
- Werner Sperber - Redakteur

Börsenwelt Presseschau I: Morphosys und Leoni unter der Lupe

Der Effecten-Spiegel möchte sich mit Aktien von Morphosys gesund stoßen und die Prior Börse fährt auf Leoni ab. Zudem gibt es Änderungen in einem Musterdepot.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Effecten-Spiegels zählt die vor fast 20 Jahren gegründete Firma Morphosys zu den wenigen deutschen Unternehmen, die sich im "Haifischbecken" der Biotechnologie durchgesetzt haben. Aufgrund der von der Financial Times Deutschland bekanntgemachten Gerüchte bezüglich einer Übernahme ist der Aktienkurs jüngst stark gestiegen. Doch Morphosys bietet noch mehr: Der Konzern ist eines der weltweit führenden Unternehmen im Biotechnologiesektor mit dem Schwerpunkt Antikörperentwicklung. Morphosys arbeitet mit absoluten Größen der Pharmaindustrie zusammen, darunter Roche, Bayer HealthCare oder Boehringer Ingelheim. Eine besonders enge Verbindung pflegt Morphosys zu Novartis, die mit rund sieben Prozent an Morphosys beteiligt sind. Morphosys soll kurz davor stehen, eine neue Antikörper-Bibliothek mit dem Namen "Ylanthia" auf den Markt zu bringen. Die möchte Novartis angeblich haben, was die Grundlage für das Übernahmegerücht ist. Allerdings hält auch Astrazeneca etwa sechs Prozent an Morphosys. Fundamental ist das Ergebnis im dritten Quartal 2011 eingebrochen. Dafür sind verschobene Meilensteinzahlungen und negative Währungseffekte verantwortlich. Die Zahlen für die ersten neun Monate des vergangenen Jahres sind allerdings insgesamt sehr gut und die Bilanz ist kerngesund. Vorstandsvorsitzender Simon Moroney erklärt: "Unser Ziel ist es, so viel wie möglich in unsere Pipeline zu investieren und gleichzeitig einen Gewinn zu erwirtschaften." Insbesondere bei der Aus-Lizenzierung des Wirkstoffes "Mor 103" an einen Pharma- oder Biotech-Partner würde Morphosys viel Geld erhalten. Die Analysten von Equinet stufen die Aktie von Morphosys mit "Buy" ein und geben das Kursziel mit 35 Euro an. Die Experten des Effecten-Spiegels sehen Kurspotenzial bis 26 Euro.

Änderungen im neuen Musterdepot des Effecten-Spiegels:

Die Verantwortlichen für das deutsche und das internationale Musterportfolio haben ihre Aktienbestände jeweils ausgebucht und mit den jeweiligen Barbeständen in ein einziges Musterdepot eingebracht. Damit belief sich der Barbestand zur Auflegung dieses neuen Musterportfolios am 5. Januar 264.032,33 Euro. Die Verantwortlichen für dieses Depot haben inzwischen 40 Anteile von Andritz zu 66,83 Euro eingebucht, sowie 50 Aktien von BASF zu 56,26 Euro, 100 Titel von Carl Zeiss Meditec zu 16,40 Euro, 60 Papiere von SGL Carbon zu 39,12 Euro sowie 70 Anteile von Starbucks zu 35,95 Euro.


Die Prior Börse: Mit Leoni auf die Auto-Konjunktur wetten   

Der Aktienkurs von Leoni korrigiert seit dem Drei-Jahres-Hoch bei 42,30 Euro im vergangenen Sommer. Nach Ansicht der Experten der Prior Börse dürfte sich nun bei 29,60 Euro jedoch ein Boden ausbilden. Mit einem KGV von nur 6 für das laufende Jahr stellt das möglicherweise eine günstige Einstiegsgelegenheit dar. Der Umsatz von Leoni stammt zu 70 Prozent aus der Fahrzeugbranche. Das Unternehmen stellt die Kabel und Drähte aber auch für Haushaltsgeräte her. Zwar gilt das Geschäft des Auto-Zulieferbetriebes als sehr zyklisch, was die Aktie gewissermaßen zu einer Wette auf die Auto-Konjunktur macht. Allerdings kann Vorstandsvorsitzender Klaus Probst keine Warnsignale von den großen Autoherstellern erkennen. Ganz im Gegenteil sei die Stimmung weiterhin gut. Probst prognostiziert Rekordzahlen für das vergangene Jahr: Der Umsatz dürfte um 22 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro zugelegt haben und das operative Ergebnis um 75 Prozent auf 230 Millionen Euro. Gerüchten zufolge soll Leoni diese Ziele übertroffen haben. Probst setzt dem international gut aufgestellten Konzern das Ziel, die Erlöse bis zum Jahr 2016 auf etwa fünf Milliarden Euro zu erhöhen und eine operative Marge von sieben Prozent zu erwirtschaften. Die größten Wachstumschancen erkennt der Konzernchef in den sogenannten BRIC-Staaten. Demnächst sollen die Produktion in Indien hauptsächlich für die Solarindustrie sowie eine Fertigung in der Ukraine aufgebaut werden. Falls die Ausschüttung tatsächlich auf etwa 1,40 Euro pro Anteil ungefähr verdoppelt wird, beträgt die Dividendenrendite zirka 4,7 Prozent.

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