Balda
- Werner Sperber - Redakteur

Börsenwelt Presseschau: Vivendi, Grammer, Infineon Technologies, Asian Bamboo, Joyou, Vtion Wireless, Zhongde Waste und LVMH unter der Lupe

Der Aktionärsbrief kürt Vivendi zum "Bullen der Woche" und hat das "Parkettgeflüster" zum Thema Grammer parat. Der Zertifikate und Optionsscheine Trader betrachtet erneut, nun aber skeptischer, Infineon Technologies und hat dafür zwei neue Derivate ausgesucht. Aktien-Strategie beschäftigt sich mit tatsächlichen oder vermeintlichen "China-Schnäppchen". Börse Online steht auf Luxus und empfiehlt LVMH. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Aktionärsbriefes loben, Vivendi kann mit den hohen Dividendenrenditen deutscher Versorgungs-Unternehmen mithalten und das operative Geschäft des französischen Medienkonzerns läuft rund. Der Vorstand des Anbieters von Pay-TV, Mobilfunk, Videospielen und Musik erhöhte jüngst die Prognose. Die gute Entwicklung verdankt Vivendi besonders den Sparten, in welche der Konzern zuletzt deutlich investiert hatte. Vor allem das Videospielgeschäft läuft gut, in dem Vivendi 57 Prozent am Weltmarktführer Activision Blizzard hält. Auch der Einstieg in den brasilianischen Telekommunikationsmarkt trägt Früchte. Der Verkauf des Anteils an NBC Universal könnte bis zu sechs Milliarden Dollar einbringen. Die Aktie kostet zudem weniger als der Buchwert je Anteilschein und ist mit einem KGV von 9 für das Jahr 2011 attraktiv bewertet. Anleger sollten die Aktie mit einem Kursziel von 26 Euro und einem Stoppkurs bei 16 Euro kaufen.

Gerüchten zufolge steht Grammer vor der Übernahme, wobei der Hauptakteur ein großer Private Equity-Investor sein soll, der 18 bis 19 Euro je Aktie biete. Dieser Investor plane mit einem Zusammenschluss von Grammer und der österreichischen Polytec einen führenden Systemhersteller für Automobil-Innenräume zu gründen. Grammer hat sich auf Kopfstützen, Armlehnen und Mittelkonsolen spezialisiert, während sich Polytec auf Dachhimmel und Türverkleidungen konzentriert. Polytec wollte Grammer schon einmal übernehmen, hat zuletzt aber den Anteil von rund zehn Prozent auf weniger als fünf Prozent abgebaut. "Marktkreise" wollen wissen, dass der Investor diese Anteile übernommen hat.

Änderungen in den Musterdepots des Aktionärsbriefes:

Die Verantwortlichen für das Allround-Musterportfolio haben 300 Anteilscheine von Centrotec Sustainable zu 14,23 Euro aufgenommen. Im spekulativ ausgerichteten Musterdepot sind die 1.000 Vorzugsaktien von Westag & Getalit mit einem Gewinn von 30 Prozent zu 16,85 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Depotverantwortlichen 2.000 Papiere der Beteiligungsgesellschaft Max21 zu 2,63 Euro eingebucht und bei 2,15 Euro abgesichert. Nun soll noch der Bestand von 3.000 Titeln von Ce Global um weitere 2.000 Stück aufgestockt werden.


Der Zertifikate & Optionsscheine Trader: Der Trend bei Infineon zeigt abwärts

Infineon Technologies sorgt gewöhnlich für viele Nachrichten und deswegen ist der Kursverlauf der Aktie auch sehr schwankungsanfällig, wie die Experten des Zertifikate & Optionsscheine Traders darlegen. Dass der Halbleiterkonzern seine Mobilfunkchip-Sparte an Intel verkauft hat, macht die Anteilscheine für die Anleger derzeit nicht begehrenswerter, denn sie bekommen von dem Erlös erst einmal nichts ab. Der Chart zeigt daher einen Abwärtstrend, der inzwischen an die letzte Unterstützung reicht, bevor der Kurs auf vier Euro fallen könnte. Auch die 200-Tage-Linie half nur begrenzt. Charttechnisch ist die Aktie also angeschlagen, weshalb die Experten zum endlos laufenden Wave-Put-Optionsschein (WKN DE2 XDU) der Deutschen Bank auf Infineon raten. Der Schein weist eine Basis bei 5 Euro, eine Knock-out-Schwelle bei 4,70 Euro und einen Hebel von derzeit 5,6 aus. Da der Indikator Moving Average Convergence-Divergence (MACD) erste Anzeichen für eine Trendwende hin zu steigenden Kursen andeutet, sollten sehr risikobereite Investoren über den Kauf des open-end Wave-Call-Optionsscheines (WKN DB6 C80) desselben Emittenten nachdenken. Dieser Schein ist mit einer Basis bei 3,57 Euro, einer Knock-out-Schwelle bei 3,75 Euro und einem Hebel von aktuell 5,9 ausgestattet.

Aktien-Strategie betrachtet sich "China-Schnäppchen"

Die Experten von Aktien-Strategie erinnern daran, dass sich die US-Wirtschaft schon wieder am Rande einer Rezession befindet und in Europa erneut Sorgen über die finanzielle Stabilität einiger Staaten (Spanien, Portugal und Irland) aufkommen. Solche Probleme sind in der Volksrepublik China unbekannt auch wenn es Spekulationen über eine Immobilienblase gibt. China besitzt riesige Devisen-Reserven und wenn Volkswirte von einer möglichen wirtschaftlichen Abkühlung sprechen, geht es doch eher darum, ob das Bruttoinlandsprodukt künftig "nur" im hohen einstelligen oder doch im zweistelligen Prozentbereich zulegt. Langfristig sind die Wachstumsperspektiven in China auf jeden Fall deutlich besser als in den etablierten Industrienationen, was sich eigentlich auch in höheren Aktien-Bewertungen widerspiegeln sollte. Das ist aber, zumindest bei den in Frankfurt am Main gelisteten Papieren, nicht der Fall. Die Experten erwarten für Asian Bamboo, Joyou, Vtion Wireless und Zhongde Waste in den nächsten Jahren jeweils eine kräftige Expansion. Deshalb sielt eine stabile Finanzlage eine bedeutende Rolle. Dank der Einnahmen aus den jeweiligen Börsengängen, schneiden alle Titel sehr gut ab.

Vtion Wireless, der Anbieter von mobilen Datenkarten, legt ein beachtliches Wachstumstempo vor und weist mit knapp 30 Prozent auch eine beeindruckende operative Rendite vor. In den nächsten Quartalen dürfte das Wachstumstempo zwar alleine schon wegen der höheren Vergleichswerte abnehmen, der Markt ist aber riesig und bietet in den nächsten Jahren noch enormes Absatzpotenzial. Die Bewertung mit einem KGV von 10 für das Jahr 2010 und 8 für 2011 ist auch wegen der extrem soliden Finanzlage nicht nachzuvollziehen. Der "faire Wert" der Anteilscheine beträgt rund 16 Euro. Die Aktie von Joyou notiert nur etwas höher als der Buchwert. Dabei ist die Kasse des Spezialisten für Sanitärprodukte seit dem IPO prall gefüllt und das Wachstum von 24 Prozent im ersten Halbjahr 2010 ist hoch. Allerdings scheint den Anlegern der Rückgang der operativen Gewinnspanne von 21,9 Prozent auf immer noch sehenswerte 16,2 Prozent zu missfallen. Die Prognose für das Gesamtjahr erscheint nun als ehrgeizig und die Experten erwarten, dass der Vorstand sie noch senken wird. Dennoch gehen die Experten davon aus, dass die Börse übertreibt: Die Bewertung ist inzwischen auf ein Niveau gesunken, dass kaum noch zu begründen und einem Wachstumswert in keiner Weise angemessen ist. Der "faire Wert" der Anteilscheine beträgt wesentlich mehr als 20 Euro. Allerdings sieht das Chartbild derzeit extrem schlecht aus.

Börse Online: Asiaten lieben Luxus, die Börse liebt LVMH

LVMH Louis Vuitton Moët Hennessy hat mit den Zahlen für das erste Halbjahr die Analystenschätzungen deutlich übertroffen. Die Wachstumstreiber waren vor allem die guten Geschäfte in den Schwellenländern, die starken Preise sowie das Potenzial im Einzelhandel. Edouard Crowley, Analyst von Exane BNP Paribas, geht davon aus, dass LVMH von der zunehmenden Präsenz in den Emerging Markets profitieren wird. Für Crowley beträgt das Kursziel der kaufenswerten Aktie 120 Euro. Dieser Einschätzung schließen sich die Experten von Börse Online an und empfehlen den Stoppkurs bei 83 Euro zu setzen.   

Änderungen in den Musterdepots von Börse Online:

Im Trend-Musterportfolio sind die 600 Anteilscheine von MLP mit einem Verlust von acht Prozent zu 7,19 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Depotverantwortlichen 750 Inline-Optionsscheine (WKN SG1 RK0) auf die Deutsche Lufthansa zu 5,26 Euro aufgenommen und bei 4,45 Euro abgesichert. Die Verantwortlichen für das ausgewogen ausgerichtete Musterportfolio wollen ihre 35 Fonds DJE Dividende & Substanz (WKN 164 325) mit Gewinn ausbuchen. Und dafür 400 Anteilscheine von ProSiebenSat.1 Media ab einem Kurs von 16,20 Euro einbuchen. Die Verantwortlichen für das dynamisch ausgerichtete Musterdepot wollen 1.000 Aktien von Balda zu höchstens 4,20 Euro sowie 800 Papiere von Solar-Fabrik zu maximal 5,70 Euro aufnehmen.

Änderungen in einem Musterdepot des Hanseatischen Börsendienstes:

Die Verantwortlichen für das Vermögensschutz-Musterportfolio haben 50 Anteilscheine von Newmont Mining zu 45,91 Euro aufgenommen. Nun wollen sie noch 300 Silbermünzen Maple Leaf von je einer Unze Gewicht zu rund 18,30 Euro einbuchen.

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| Michael Schröder | 0 Kommentare

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