Balda
- Werner Sperber - Redakteur

Börsenwelt Presseschau: Vita 34 International, Deutsche Lufthansa, SMA Solar Technology, SMT Scharf und Rational unter der Lupe

Der Börsendienst hat bei Vita 34 International "Blut geleckt". Der Aktionärsbrief kürt mit der Deutschen Lufthansa und SMA Solar Technology "Bulle und Bär der Woche". Aktien-Strategie ist scharf auf SMT Scharf. Börse Online will mit Rational ein heißes Süppchen kochen. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Börsendienstes erinnern zwar daran, dass Vita 34 International als große Wachstumsstory bislang noch nicht richtig überzeugt hat. Aus Sicht eines Value-Anlegers dürfte sich ein Einstieg allerdings lohnen. Vita 34 betreibt die größte Nabelschnur-Blutbank in Deutschland und hat dabei auch die längste Erfahrung. Bei der Geburt entnommenes und eingelagertes Nabelschnurblut enthält besonders viele Stammzellen und es ist gesünder und ohne jeglichen Virenbefall. Der Einsatz von Stammzellen ist äußerst hilfreich etwa bei der Versorgung bei Hirnschäden oder bei der Herstellung von Herzklappen. Die Kunden, üblicherweise die Eltern, zahlen für die Entnahme 2.000 bis 2.500 Euro an Vita 34 sowie eine jährliche Gebühr von rund 40 Euro. Vita 34 garantiert dafür, dass das Nabelschnurblut lebenslang zur Verfügung steht. Dabei ist es eher als Marketinginstrument zu verstehen, dass der Konzern sich gegen die Zahlungsunfähigkeit versichert hat (in einem solchen Fall würde die Versicherung die Lagerungskosten übernehmen), denn dem Unternehmen geht es rundum gut. Die Experten schätzen den Umsatz für 2010 auf 17 Millionen Euro und den Gewinn auf 0,7 Millionen Euro respektive 0,28 Euro je Aktie. Getrieben durch weitere Übernahmen sollten die Erlöse in den Folgejahren in Richtung 20 Millionen Euro zulegen, wobei sich die Gewinne überproportional erhöhen dürften. So ist ein Ergebnis pro Anteilschein von 0,50 Euro im Jahr 2012 möglich. Zudem spricht derzeit auch das Chartbild für den Kauf der Aktie. Als Stoppkurs bietet sich der Bereich von 4,25 Euro an. Das erste technische Kursziel liegt bei sechs Euro, gefolgt von sieben Euro, also im Bereich der älteren Widerstände.


Der Aktionärsbrief stellt "Bulle und Bär der Woche" vor   

Der Aktienchart der Deutschen Lufthansa ist nach Ansicht der Experten des Aktionärsbriefes ein Leckerbissen, der bei Kursen ab 13,50 Euro ein technisches Kaufsignal erzeugt. Fundamental untermauert der "Bulle der Woche" diese guten Aussichten mit den Auslastungszahlen für August beziehungsweise die ersten acht Monate im laufenden Jahr. Im August stiegen die Passagierzahlen um 20 Prozent und in den ersten acht Monaten sogar um 24,3 Prozent auf 59,2 Millionen. Das Frachtvolumen im August legte im Jahresvergleich um 18,7 Prozent auf 173.000 Tonnen zu. Die Deutsche Lufthansa hat sich damit während der Rezession besser geschlagen als die übrigen europäischen Fluggesellschaften und auch jetzt überzeugt sie mit dem höchsten Zuwachs der Fluggastzahlen. Die Aktie hat bereits bis zum Jahresende Kurspotenzial in Richtung 17 bis 18 Euro.

Die Experten erinnern daran, dass der Aktie von SMA Solar Technology in der Vergangenheit aufgrund der guten Marktposition des Unternehmens stets ein Premium-Aufschlag gewährt worden ist. Dem "Bären der Woche" droht nun aber der Wettbewerb aus Asien. Dort bezahlen die Hersteller von Wechselrichtern, wie etwa die südkoreanische Dasstech, teilweise nur die Hälfte dessen für das Vormaterial, was SMA Solar investieren muss. Zudem beschränkt sich Dasstech nicht darauf, die Technologie von SMA Solar zu kopieren, sondern setzt auf die eigene Forschung und Entwicklung. Die asiatische Konkurrenz setzt also bereits zum Überholen an.

Änderung in einem Musterdepot des Aktionärsbriefes:

Die Verantwortlichen für das spekulativ ausgerichtete Musterportfolio wollen 1.000 Anteilscheine der Deutschen Rohstoff AG zu höchstens 9,50 Euro aufnehmen.

Aktien-Strategie: SMT Scharf, ein exotischer Weltmarktüfhrer   

Da die Schwellenländer wirtschaftlich zu den Industrieländern aufholen, dürfte die Rohstoffbranche auch weiterhin gute Wachstumschancen haben. In Deutschland sind Aktien aus dem Sektor allerdings rar, wobei SMT Scharf einer dieser Exoten ist. Der Konzern stellt Bahnsysteme für den Berg- und Tunnelbau her, in denen Menschen und Material vor Entgleisungen sich sein sollen. Zudem bietet SMT Scharf auch die Installation und Wartung der Systeme an. Der Konzern ist mit einem Anteil von rund 45 Prozent die klare Nummer 1 in dem Weltmarkt in Höhe von 120 Millionen Euro jährlich. Da die Lagerstätten der Rohstoffe allerdings immer schwieriger zu erreichen sind, steigen die Investitionen in Bergbautechnik langfristig an. Zudem verdrängen entgleisungssichere Bahnen zunehmend ältere Systeme, weshalb die Experten von Aktien-Strategie SMT Scharf langfristige Wachstumsraten von fünf bis zehn Prozent jährlich zutraut. Dabei entwickeln sich die Erlöse von SMT Scharf vor dem Hintergrund der schwankenden Rohstoffpreise und von Firmenzukäufen eher sprunghaft. Die Experten schätzen die Umsätze für 2010 und 2011 auf 52 Millionen beziehungsweise 60 Millionen Euro, wobei sie auf den hohen Auftragsbestand von 23,9 Millionen Euro zum 30. Juni verweisen. Die Gewinne je Aktie dürften 1,21 Euro respektive 1,51 Euro betragen, was KGVs von 10 beziehungsweise 8 entspräche. Zudem überzeugt auch die Bilanz: Zum 30. Juni verfügte der Konzern über flüssige Mittel in Höhe von 17,4 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote lag bei soliden 42 Prozent. Dank der gut geordneten Finanzen ist auch mit einer üppigen Ausschüttung zu rechnen. Die jüngste Dividende belief sich auf 0,70 Euro je Anteilschein und wenn es dabei bleibt, beträgt die Dividendenrendite 5,6 Prozent. Auch charttechnisch ist der Weg bis zum "fairen Wert" von 16 Euro frei.

Änderung im Musterdepot von Aktien-Strategie:

Obwohl er für den Gesamtmarkt kurzfristig skeptisch ist, will Wolfgang Braun, Verantwortlicher für das Musterportfolio, 600 Anteilscheine der marktengen SMT Scharf zu höchstens 12,55 Euro aufnehmen und bei 10,70 Euro absichern.

Börse Online: Rational nimmt das Rekordhoch ins Visier   

Nachdem Vorstandsvorsitzender Günter Blaschke für das Jahr 2010 Erlöse auf dem Niveau von 2007 prognostiziert hat, stieg der Aktienkurs von Rational auf rund 150 Euro, was die höchste Notierung seit fast drei Jahren ist. Im Jahr 2007, dem zweitbesten der Firmengeschichte, setzte der Weltmarktführer für Gar-Technologie in Großküchen knapp 337 Millionen Euro um. Analysten hoffen darauf, dass Blaschke die Ziele am 10. November bei der Präsentation der Drittquartalszahlen erhöht. Die Experten von Börse Online gehen davon aus, dass die mit einem KGV von 23 für das Jahr 2011 bewerteten Papiere das Rekordhoch bei 170 Euro erreichen. Der Stoppkurs sollte bei 124,50 Euro gesetzt werden.  

Änderungen in den Musterdepots von Börse Online:

Im Trend-Musterportfolio sind die vor einer Woche aufgenommenen Inline-Optionsscheine (WKN SG1 RK0) auf die Deutsche Lufthansa mit einem Verlust von 16 Prozent zu 4,43 Euro ausgestoppt worden. Dafür wollen die Verantwortlichen 2.500 Aktien von QSC zu höchstens 1,68 Euro aufnehmen und bei 1,39 Euro absichern sowie 1.500 Capped-Call-Optionsscheine (WKN BN5 MFT) auf E.on zu maximal 2,40 Euro einbuchen. Die Verantwortlichen für das dynamisch angelegte Musterdepot haben 1.000 Anteilscheine von Balda zu 4,11 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 3,22 Euro gesetzt. Zudem haben sie 800 Aktien der Solar-Fabrik zu 5,66 Euro eingebucht und den Stopp-Loss bei 4,60 Euro platziert. Nun wollen sie ihre 200 Capped-Bonuszertifikate (WKN TB8 HRX) auf ArcelorMittal mit Gewinn ausbuchen. Die Verantwortlichen für das ausgewogen ausgerichtete Musterportfolio haben ihre 35 Anteile am Fonds DJE Dividende & Substanz (WKN 164 325) mit einem Gewinn von 37 Prozent zu 226,89 Euro ausgebucht. Dafür haben sie 400 Vorzugsaktien von ProSiebenSat.1 Media zu 16,20 Euro aufgenommen und bei 12,80 Euro abgesichert.

Änderung im Musterdepot des Zertifikate & Optionsscheine Traders:

Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben 500 Call-Optionsscheine (WKN DZ6 WUD) auf SMA Solar Technology zu 1,08 Euro aufgenommen und den Stoppkurs mittlerweile auf 0,95 Euro angehoben.

Änderung in einem Musterdepot des Anlegerbriefes performaxx:

Die Verantwortlichen für das kurzfristig ausgerichtete Musterportfolio haben ihre 230 Anteilscheine von Delticom mit einem Gewinn von 17 Prozent zu 46,10 Euro ausgebucht.

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