Centrotec
- Werner Sperber - Redakteur

Börsenwelt Presseschau: Sto und Co., Volkswagen und Asia Euro Oil, Dürr AG sowie Mobotix unter der Lupe

Nachhaltigkeit & Investment hat etwas gegen schlecht isolierte Häuser und veraltete Heizungen und stellt Steico, Sto, Rockwool, Saint-Gobain, Kingspan und Centrotec Sustainable als passende Anlagemöglichkeiten vor. Der Aktionärsbrief lobt die Vorzüge von Volkswagen und erklärt Asia Euro Oil zur Luftnummer. Der Effecten-Spiegel erkennt dicke Chancen bei der Dürr AG. Börse Online ist sich bei Mobotix sicher. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Nachhaltigkeit & Investment erklären, Privatpersonen verbrauchen in der Europäischen Union 40 Prozent ihrer Energie im Zusammenhang mit dem Wohnen. Dabei verursachen sie 36 Prozent ihres Kohlendioxid-Ausstoßes. Beim Wohnen fällt also die größte CO2-Emission von Privatpersonen an und sie geben dort das meiste Geld für Energie aus. Die energetische Sanierung von schlecht isolierten Gebäuden und veralteten Heizungen sowie eine bessere Beratung zu Energiefragen helfen der Umwelt und dem Geldbeutel. Insgesamt lässt sich der Gebäudeenergiebedarf dadurch um 70 bis 90 Prozent senken. Die Wissenschaftler des Öko-Institutes in Freiburg erklären, weitere politische Vorgaben könnten bis zu 400 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr einsparen. Dabei sollten sowohl die EU als auch nationale Entscheidungsträger verstärkt auf "harte" gesetzliche Regelungen, wie zum Beispiel eine progressive Energiesteuer und Verbrauchs-Obergrenzen setzen. Dr. Roland Gellert, Geschäftsführer des im Jahr 1918 von Herstellern und Anwendern von Wärme- und Kältedämmstoffen gegründeten Forschungsinstituts für Wärmeschutz e.V. (FIW), erklärt, in Deutschland gebe es rund 18 Millionen Wohngebäude und zirka 1,5 Millionen Nicht-Wohngebäude. Zehn bis 15 Prozent dieser Wohngebäude seien vollständig energetisch saniert, also mindestens auf dem Niveau der Wärmeschutzverordnung von 1995. Im energetisch schlechtesten Viertel der Wohngebäude wird vier- bis fünfmal mehr Energie verbraucht als in einem durchschnittlichen Neubau oder einem gut sanierten Altbau. Um das Ziel der Bundesregierung eines klimaneutralen Gebäudebestandes bis zum Jahr 2050 zu erreichen, müssen jährlich zwei Prozent der Wohngebäude saniert werden. Die momentane Sanierungsrate beträgt jedoch nur rund 1,1 Prozent. Vor diesem Hintergrund rechnet Dr. Geller mit einem jährlichen Wachstum der Dämmstoff-Branche von drei bis vier Prozent.

Aktien entsprechender Unternehmen haben demnach gute Aussichten auf weiterhin steigende Kurse. Rockwool ist der weltgrößte Hersteller von Dämmsystemen aus Steinwolle. Die Steico AG produziert Dämmstoffe aus Holzfasern und möchte aufgrund der guten Absatzzahlen mit neuen Produktionsstätten in Polen und Frankreich die internationale Expansion vorantreiben. Die Sto AG hat seit der Firmengründung mehr als 150 Patente angemeldet und ist damit weltweit der Spitzenreiter. Der weltweit bedeutende Hersteller von Wärmedämm-Verbundsystemen zählt zu den wichtigsten Technologieführern der Branche. Die Nachfrage nach Fassadendämmsystemen ist in den Ländern gestiegen, in denen entsprechende Investitionen aus energiepolitischen Gründen gefördert werden und in denen ein hohes Umweltbewusstsein herrscht. Das spiegelt sich in den Zahlen von Sto vor allem für den Kernmarkt Deutschland wider. Der Vorstand prognostiziert für das Gesamtjahr 2011 zwar einen um drei Prozent steigenden Umsatz, allerdings dürfte das EBIT sinken, denn die kräftig steigenden Rohstoffpreise und eine spürbare Erhöhung bei den Personalkosten belasten. Zudem dürfte der Druck auf die Absatzpreise unvermindert anhalten. Der Baustoff-Produzent Saint-Gobain verfügt über eine große Dämmsparte. Der irische Dämmstoffhersteller Kingspan Group erfreut sich eines kontinuierlichen Wachstums. Centrotec Sustainable ist Spezialist für Energiesparsysteme. Wenn die Politiker die Energieeffizienz-Vorschriften im nächsten Jahr weiter verschärfen, wird die Branche einen neuen Schub bekommen. Auch weiter steigende Energiepreise dürften diese Industrie und die Aktienkurse beflügeln.


Der Aktionärsbrief: Bei Volkswagen stimmt alles        

Bei Volkswagen lockt nach Angaben der Experten des Aktionärsbriefes nicht nur die Auftragslage sondern auch die Bewertung. Auch wenn die Schätzung für den Gewinn je Aktie von 16 Euro für das kommende Jahr zu hoch und das KGV von 7 damit zu niedrig angesetzt sein sollte, steht einem Börsenwert von 47 Milliarden Euro ein Eigenkapital von 56 Milliarden Euro gegenüber. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis beträgt also nur 0,84. VW notiert also deutlich niedriger als der Substanzwert, was nicht von Dauer sein wird. Die Vorzugsaktie von Volkswagen ist und bleibt demnach kaufenswert.

Die Experten des Aktionärsbriefes verweisen auf die Internetseite von Asia Euro Oil und erklären: "Wieder eine Luftnummer, die baden ging." Auf der Homepage propagiert die Firma, ein bedeutender Explorer mit hohen dreistelligen Millionen-Umsätzen und Gewinnen zu sein. Diese Zahlen dürften jedoch von vorne bis hinten frei erfunden sein.

Änderungen in den Musterdepots des Aktionärsbriefes:

Die Verantwortlichen für das spekulativ ausgerichtete Musterportfolio haben 300 Anteilscheine von Stratec Biomedical zu 27,60 Euro aufgenommen. Nun möchten sie ihren 2.500 Aktien von GFT Technologies 1.500 weitere hinzufügen, ihren Bestand von bisher 1.000 Titeln von Villeroy & Boch verdoppeln und den Bestand von 300 Vorzugsaktien von Sartorius um 100 Papiere aufstocken. Das Limit für die 2.500 weiteren Anteilscheine von Gigaset wird auf 2,50 Euro angehoben. Zudem sollen 20 Vorzugsaktien von KSB eingebucht werden. Die Verantwortlichen für das Allround-Musterdepot haben 120 Vorzugsaktien von Henkel zu 41 Euro aufgenommen. Zudem möchten sie ihren 200 Anteilscheinen von Imtech 100 weitere hinzufügen.

Der Effecten-Spiegel: Bei Dürr winken fette Gewinne       

Die Dürr AG ist der weltweit führende Anbieter von Lackieranlagen und die Auftragsbücher sind voll. Jüngst erhielt das Unternehmen einen Auftrag des russischen Flugzeugbauers Irkut im zweistelligen Millionenbereich. Die Experten des Effecten-Spiegels erkennen nach den jüngsten Kursrutschen an den Börsen eine hervorragende Einstiegsgelegenheit. Weltweit dürften nun 50 bis 60 Prozent aller Lackieranlagen und Montagewerke mit Technologie von Dürr ausgestattet sein. Das Unternehmen hat zudem eine starke Marktstellung in den Schwellenländern China, Brasilien, Indien und Russland. Dürr erlöste bereits im ersten Halbjahr 2011 einen Rekordumsatz von 784 Millionen Euro. Der Vorstand erhöhte bereits zum zweiten Mal die Prognose für das Gesamtjahr. Nun rechnet er mit einem Umsatzanstieg von 40 Prozent auf 1,75 Milliarden Euro. Analysten schätzen den Gewinn je Aktie für dieses und nächstes Jahr auf 2,40 beziehungsweise 3,38 Euro. Das entspräche einem KGV für 2012 von 7. Die Analysten von Close Brothers Seydler halten Erhöhungen der Dividenden für dieses und nächstes Jahr auf 0,85 Euro respektive 1,08 Euro pro Anteilschein für möglich. Sie stufen die Akte mit "Buy" ein und geben das Kursziel mit 41 Euro an. Die Experten des Effecten-Spiegels ziehen als Fazit, dass das Wachstum von Dürr in die nächste Runde geht und setzen das Kursziel auf 32 Euro fest.

Änderungen in den Musterdepots des Effecten-Spiegels:

Die Verantwortlichen für das international ausgerichtete Musterportfolio haben ihren Bestand von 400 Anteilscheinen von Sharp um 400 weitere Aktien zu 600 Japanischen Yen (5,43 Euro) aufgestockt. Der Misch-Einstandskurs für die nun 800 Titel beträgt 800 Yen (7,24 Euro). Die Verantwortlichen für das deutsche Musterdepot haben ihren 100 Papieren von E.on 100 weitere zu 14,55 Euro hinzugefügt. Der Misch-Einstandskurs für die nun 200 Anteilscheine beträgt 18,83 Euro.

Börse Online: Mobotix liefert ein Rekordhoch im Crash        

Mobotix bietet Video-Sicherheitssysteme an. Inmitten des Börsencrashs erreichte die Aktie ein Rekordhoch, wobei der Wert bereits im Mai und Juli mit Hochs von sich reden machte. Der neue Ausbruch ist nach Angaben der Experten von Börse Online allerdings wesentlich dynamischer. Da der Aktienkurs stark schwankt, sollte der Stoppkurs weit bei 47 Euro gesetzt werden. Dort befindet sich eine wiederholt bestätigte horizontale Unterstützung. Das Kursziel beträgt 90 Euro.

Änderungen in den Musterdepots von Börse Online:

Die Verantwortlichen für das dynamisch orientierte Musterdepot haben 70 ihrer zuvor 140 Korridor-Bonus-Zertifikate (WKN MQ2 5XS) auf den DAX mit Gewinn ausgebucht. Zudem sollen die Call-Optionsscheine (WKN TB6 KQ0) auf Gold in solche mit der Wertpapierkennnummer TB6 KQ2 getauscht worden sein, wobei das in der aktuellen Depotaufstellung noch nicht nachvollzogen worden ist. Desweiteren sind 1.500 Call-Optionsscheine (WKN BN9 Z4U) auf den DAX zu 3,90 Euro eingebucht worden. Nun möchten die Verantwortlichen noch 350 Anteilscheine von Tencent zu höchstens 16,20 Euro aufnehmen sowie 80 EuroSTOXX50-Memory-Express-Zertifikate (WKN SG1 R1X) zu maximal 99 Euro. Im konservativ ausgelegten Musterportfolio werden plötzlich 150 Bonus-Zertifikate (WKN AA2 DYD) auf den DAX anstatt der 150 ETCs (WKN A1E K0G) auf Gold geführt. Der Barbestand ist allerdings exakt gleich geblieben. Die Verantwortlichen möchten nun 200 Anteilscheine der Coca-Cola Company einbuchen. Im Trend-Musterdepot ist zwar der Barbestand genau gleich geblieben, allerdings fehlen in der Aufstellung nun die 75 Gold-ETCs (WKN A0L P78). Die Verantwortlichen möchten nun 1.000 Stay-High-Optionsscheine (WKN SG1 WK7) auf den DAX zu höchstens 7,20 Euro aufnehmen.

Änderungen im Musterdepot des Austria Börsenbriefes Rohstoffe:

Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben ihre 120 Bonus-Zertifikate (WKN AA2 00U) auf BHP Billiton sowie ihre 100 Inline-Optionsscheine (WKN SG1 VNK) auf Gold ausgebucht. Dafür haben sie 40 Bonus-Zertifikate (WKN GS5 4C5) auf die K+S AG zu 48,12 Euro aufgenommen. Mittlerweile hat dieses Papier seinen Bonus-Status verloren. Die Depotverantwortlichen raten jedoch dazu, das Zertifikat zu behalten, denn bis zum Laufzeitende am 16. März 2012 könnte der Aktienkurs höher steigen als der Einstandskurs des Zertifikates. Zudem raten sie zur Gewinnmitnahme bei dem Long-Zertifikat (WKN AA2 JQ4) auf Yara International.

Änderung im Musterdepot von Platow Emerging Markets:

Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben ihren 250 KLCI-Zertifikaten (WKN ABN 1PF) 130 weitere zu 33,40 Euro hinzugefügt. Der Misch-Einstandskurs für die nun 380 Papiere sank auf 34,31 Euro.

Änderung im Realdepot des TradeCentre:

Die Verantwortlichen für das Realportfolio möchten 130 Aktien von Wacker Chemie zu höchstens 101 Euro kaufen.

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