Balda
- Werner Sperber - Redakteur

Börsenwelt Presseschau: Balda, Solarworld, MAN und Tonkens Agrar sowie ElringKlinger unter der Lupe

Outperformer.de erkennt bei Balda eine kuriose Situation. Börse Online ist von Solarworld angetan. Der Aktionärsbrief beschäftigt sich mit dem "Bullen der Woche" MAN und Tonkens Agrar. Börse.de sieht ElringKlinger unter (Batterie)-Strom kommen. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Outperformer.de erklären, bei Balda ergebe sich derzeit eine kuriose Situation: Das Unternehmen ist ein Elektronik- und Handyzulieferbetrieb, und das operative Geschäft lief auch im vergangenen Jahr schwach. Die Nettoliquidität belief sich Ende des Jahres 2010 auf rund 29 Millionen Euro. Doch Balda hält 16,1 Prozent der Aktien des rot-chinesischen Unternehmens TPK Holding, welches im vergangenen Jahr in Taiwan an die Börse gegangen ist. Balda führt die TPK-Anteile seither als Finanzbeteiligung in der Bilanz, was zu einem einmaligen Ertrag von 124,6 Millionen Euro geführt hat. Deshalb stieg der Nettogewinn um 93 Prozent auf 94,4 Millionen Euro beziehungsweise 1,62 Euro pro Aktie, was einem KGV von 5 entsprochen hat. Aber diese günstige Bewertung beruht eben nur auf diesen TPK-Sondereffekt. Vor allem aber kann Balda die Sondersituation - vorerst - nicht so einfach zu Geld machen. Denn Balda hat sich verpflichtet die TPK-Papiere bis Ende April zu halten und selbst danach ist noch nicht gesichert, dass Balda überhaupt verkaufen darf. Denn das TPK-Management möchte vielleicht eine Wandelanleihe zu platzieren, weshalb wesentliche Aktionäre von TPK ihre Haltefrist verlängern müssten. Freilich zwar nur bis August 2011. Aber trotzdem kommt Balda somit nicht so schnell an viel Geld. Andererseits hat Balda verkündet, sich bis Ende dieses Jahres komplett zurückziehen zu wollen. Wenn auch noch das TPK-Management ihre Anteile nach dem erfolgreichen IPO verkaufen würde, wäre das für den TPK-Aktienkurs abträglich. Die Familie Chiang hält aktuell rund 27,6 Prozent der TPK-Anteile. Von den drei Balda-Sparten "MobileCom", "Electronic Products" und "Medical" wächst wenigstens "Electronic Products". "Medical" soll durch Zukäufe gestärkt werden, wobei bis zu 50 Millionen Euro ohne eine Kapitalmaßnahme für eine Übernahme ausgegeben werden könnten. In nächster Zeit dürfte es also viele Nachrichten von Balda geben. Lediglich auf dem Papier ist Balda schon jetzt deutlich mehr wert, als an der Börse gezahlt wird: Sollten die TPK-Anteile auf dem aktuellen Niveau von rund 780 Neue Taiwan Dollar (18,76 Euro) verkauft werden können, brächte das für Balda einen Erlös vor Steuern von etwas mehr als 11,30 Euro je Balda-Aktie. Dazu kommt ein operatives Geschäft, das in diesem Jahr eine "rote Null" und im nächsten Jahr eine "schwarze Null" erwirtschaften könnte. Klappt der TPK-Verkauf auch nur annähernd auf dem derzeitigen Niveau, denkt Balda über eine Sonderausschüttung nach. Insgesamt dürfte sich die Situation für Balda positiv entwickeln. Anleger sollten mit einem engen Stoppkurs bei sieben Euro einsteigen.

Börse Online: Solarworld überwindet den Abwärtstrend

Von einer langfristigen Wende für den Aktienkurs von Solarworld möchten die Experten von Börse Online auch nach der jüngsten Kursrallye nicht sprechen. Allerdings hat die Notierung dabei die 200-Tage-Linie sowie die seit Ende des Jahres 2008 gültige Abwärtstrendlinie überwunden. Der vom historischen Hoch ausgehende Basis-Abwärtstrend begann bereits im Jahr 2007 und daraus leiten die Experten ein Kursziel von bis zu 15,00 Euro ab. Risikobereite Anleger sollten mit einem Stoppkurs bei 8,20 Euro auf die Erholung einsteigen. Das genaue Kursziel beträgt 14,00 Euro.

Änderungen in den Musterdepots von Börse Online:

Im dynamisch ausgerichteten Musterportfolio sind die 250 Anteilscheine von Home Depot mit einem Gewinn von 15 Prozent zu 25,54 Euro ausgestoppt worden. Nun wollen die Verantwortlichen ihre 600 Bonus-Zertifikate (WKN RCB 6K7) auf die Deutsche Telekom mit einem Plus ausbuchen und durch 6.000 Call-Optionsscheine (WKN BN7 0YJ) auf denselben Basiswert ersetzen. Im Trend-Musterdepot sind die 750 Inline-Optionsscheine (WKN DE2 7X5) auf das Währungspaar Euro/Schweizer Franken mit einem Verlust von einem Drittel des Wertes zu 1,26 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen 100 Zertifikate (WKN AA0 WND) auf den RBS (ABN Amro) Wind Total Return Index zu 53,20 Euro aufgenommen und bei 44,90 Euro abgesichert. Nun sollen noch 450 Anteilscheine von Solarworld zu höchstens 10,40 Euro eingebucht und bei 8,20 Euro abgesichert werden. Die Verantwortlichen für das ausgewogen ausgelegte Musterportfolio wollen 1.600 Call-Optionsscheine (WKN TB8 RH1) auf den TecDAX aufnehmen. Die Verantwortlichen für das konservativ ausgerichtete Musterdepot möchten 150 Anteilscheine von K+S und 100 Aktien von Chevron einbuchen.


Der Aktionärsbrief: MAN und Tonkens Agrar sind kaufenswert

Die Experten des Aktionärsbriefes haben MAN zum "Bullen der Woche" gekürt und das Kursziel mit 98 Euro angegeben. Risikobereite Anleger sollten den endlos laufenden Call-Optionsschein (WKN DZ1 LVL) der DZ Bank auf MAN kaufen. Der Schein ist mit einer Basis bei 55,92 Euro, einer Knock-out-Schwelle bei 58,59 Euro und einem Hebel von derzeit 3,0 ausgestattet. Der Stoppkurs sollte bei 72 Euro für die Aktie und bei 1,90 Euro für den Call gesetzt werden. Die Experten spekulieren zum einen darauf, dass der Wettbewerber Scania demnächst ein Übernahmeangebot abgibt, welches deutlich höher liegt als der gewichtete, durchschnittliche Aktienkurs der vergangenen drei Monate, der rund 85 Euro beträgt. Zudem hat sich die operative Lage stark verbessert. Der Lkw-, Motoren- und Anlagenbau-Konzern setzt im vergangenen Jahr 14,7 Milliarden Euro um. Das ist eine Steigerung von 22 Prozent. Das Vorsteuerergebnis verbesserte sich von minus 331 Millionen Euro auf plus 1,13 Milliarden Euro. Der Wert der eingegangenen Aufträge erhöhte sich um mehr als 50 Prozent auf 15 Milliarden Euro. Der Vorstand prognostiziert für das laufende Jahr einen Anstieg der Erlöse um sieben bis zehn Prozent. Die Umsatzrendite soll von 7,1 auf mindestens acht Prozent gesteigert werden. Bei der möglichen Übernahme durch Scania unter dem Dach des Volkswagen-Konzerns stellt sich aber ein Problem: MAN muss sich erst mit dem IPIC, dem Staatsfonds von Abu Dhabi, bezüglich Ferrostaal einigen. MAN hat im Jahr 2009 einen Anteil von 70 Prozent an dem Industrie-Dienstleistungsunternehmen an IPIC verkauft, wobei IPIC auch die restlichen 30 Prozent noch erwerben sollte. Zwischenzeitlich hat sich Ferrostaal als ein in Schmiergeldaffären verstricktes Unternehmen herausgestellt. IPIC muss deshalb möglicherweise ein Bußgeld von 200 Millionen Dollar zahlen. Deshalb möchte IPIC weder die restlichen 30 Prozent kaufen, sondern die Transaktion komplett rückgängig machen. Die Experten gehen davon aus, dass sich MAN und IPIC einigen werden, wobei sie eine Rückabwicklung für wahrscheinlich halten. MAN hat bereits Rückstellungen in ungenannter Höhe gebildet. Mit einem KGV von lediglich 11 für das kommende Jahr ist MAN allerdings bereits jetzt kaufenswert.

Tonkens Agrar unterteilt das Tätigkeitsfeld in die Sparten "Ackerbau", "Milchproduktion", "Lagerung und Vermarktung von Agrarprodukten" sowie "Energieproduktion aus dem Betrieb von Biogas- und Photovoltaikanlagen". Das ausschließlich in Deutschland betriebene Geschäft mit der Produktion von Agrarprodukten ist mit einer Umsatzrendite von elf Prozent sehr profitabel. Nun investiert Tonkens zehn Millionen Euro, um die Kapazitäten in der Kartoffel-Weiterverarbeitung ab August zu verdoppeln. Um der steigenden Nachfrage nach veredelten Kartoffeln gerecht zu werden, kaufte Tonkens preisgünstig eine weitere Verarbeitungshalle. Sämtliche Abfälle werden in der eigenen Biogasanlage energetisch  verwertet. Die Experten des Aktionärsbriefes raten mit einem mittelfristigen Kursziel von 32 Euro zum Einstieg in die niedrig bewerteten Aktien.

Änderungen in den Musterdepots des Aktionärsbriefes:

Im Allround-Musterportfolio sind die 200 Anteilscheine von R.Stahl und die 70 Aktien von Siemens jeweils mit Gewinn ausgestoppt worden. Die Verantwortlichen möchten nun die 70 Siemens-Titel sofort wieder einbuchen. Zudem wollen sie 100 Papiere von Nexans, 100 Anteilscheine von BASF und 100 Papiere von MAN aufnehmen. Im spekulativ ausgerichteten Musterdepot sind die 400 Vorzugsaktien von Einhell Germany, die 400 Anteilscheine von Uzin Utz und die 1.300 Aktien der Datagroup jeweils mit Gewinn ausgestoppt worden. Die 1.000 Titel von Süss Microtec und die 600 erst eine Woche zuvor eingebuchten Papiere von Data Modul sind jeweils mit Verlust ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen 600 Anteilscheine von Bob Mobile zu 16,90 Euro aufgenommen und bei 16 Euro abgesichert. Nun sollen noch 300 Aktien von Tonkens Agrar eingebucht werden.


Börse.de: ElringKlinger fährt auf Hybrid-Autos ab

ElringKlinger hat bislang vor allem Zylinderkopfdichtungen und Abschirmteile für Motoren produziert. Nach Angaben der Experten von Börse.de ist der Konzern Weltmarktführer mit einem Anteil von rund 70 Prozent. Ab dem Sommer stellt das Unternehmen auch sogenannte Zell-Konnektoren für Lithium-Ionen-Batterien her, welche in Fahrzeugen mit Hybrid-Antrieb verwendet werden. Die Geschäfte laufen demnach gut. Im vergangenen Jahr stiegen der Umsatz um 37 Prozent auf 796 Millionen Euro und der Gewinn um 98 Prozent auf 66 Millionen Euro. In den vergangenen zehn Jahren erhöhte sich der Kurs mit einer Konstanz von 86 Prozent um durchschnittlich 29 Prozent pro anno. Deshalb sollten Anleger einsteigen, sobald sich ein Aufwärtstrend zu etablieren scheint. Die Experten raten zum Kauf ab einem Kurs von 23 Euro und geben das Kursziel bis zum Jahr 2016 mit 66 Euro an.

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