- Maximilian Völkl

Börsensturz: China schockt

Die chinesischen Aktienmärkte müssen den schlimmsten Einbruch seit vier Jahren verkraften. Nach der Weigerung der Zentralbank, neues Geld in den Markt zu pumpen, bleibt der Finanzmarkt weiter instabil.

Chinas Börsen befinden sich im freien Fall. Die Aktienmärkte stürzten so stark ab, wie in den vergangenen vier Jahren nicht mehr. Der Composite Index in Shanghai verlor 5,3 Prozent und erreichte den tiefsten Stand seit fast sieben Monaten. Ursache für den Schock ist der Kurs der Zentralbank. Chinas Notenbank will den Finanzmarkt wieder disziplinieren und das boomende Schattenbankensystem angreifen. Trotz der jüngsten Unruhen möchte die Zentralbank offenbar an ihrem Plan einer vorsichtigen Geldpolitik festhalten.

Anstieg der Geldmarktsätze

Durch die Weigerung der Notenbank, neues Geld in den Markt zu pumpen, war der Interbankenhandel vergangene Woche praktisch zum Stillstand gekommen. Dafür stiegen die Geldmarktsätze auf neue Rekordwerte. Am Montag bestätigte die Zentralbank ihren Kurs, als sie eine auf 17. Juni datierte Meldung veröffentlichte, in der die Finanzhäuser angewiesen wurden, ihre Liquidität besser handzuhaben und die Ausgaben rechtzeitig zu planen. Durch die Instabilität des Finanzmarktes häufen sich auch die Zweifel über den Zustand der chinesischen Wirtschaft. Goldman Sachs hat beispielsweise die Prognose für das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr aufgrund der verschlechterten Finanzbedingungen von 7,8 auf 7,4 Prozent gesenkt. Laut Notenbank entwickeln sich Wirtschaft und Finanzmarkt jedoch stabil.

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