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- Andreas Deutsch - Redakteur

Börsen-Profi: Brexit wäre Kindergeburtstag

Vermögensverwalter Bert Flossbach hält die Sorgen vor den Folgen eines Ausscheidens Großbritanniens aus der Europäischen Union für übertrieben. Die Börse sollte sich lieber auf die wahren Probleme konzentrieren.

Bert Flossbach ist genervt. Genervt von der Hysterie an den Märkten wegen einzelner Themen. „Heute dreht sich alles um den Brexit, im vergangenen Jahr wurde das Thema Griechenland wie eine Sau durchs Dorf getrieben, und in drei Monaten stürzen sich dann alle wie die Wilden auf die US-Präsidentschaftswahlen“, sagte Flossbach im Interview mit dpa-AFX.

Der Brexit sei für ihn kein Katastrophenszenario. „Klar, wenn der Brexit käme, hätte wahrscheinlich
ein Haufen Leute keine Lust mehr auf London, und die Börsen dürften kurzzeitig unter Druck geraten“, so Flossbach, der bei FvS von 24 Milliarden Euro Kundengelder managt. „Aber wären die Handelsbeziehungen zwischen EU und Großbritannien dann beendet? Nein, sie würden nur neu geregelt Aber wären die Handelsbeziehungen zwischen EU und Großbritannien dann beendet? Nein, sie würden nur neu geregelt.“

Im Vergleich mit anderen Problemen sei der Brexit ein Kindergeburtstag. Richtig schlimm und noch überhaupt nicht kalkulierbar seien die Folgen der ultralockeren Geldpolitik. „Das hat eine ganz andere Tragweite. Eng verbunden damit ist das nach wie vor ungelöste Problem der horrenden
Staatsverschuldung in vielen Ländern. Dass das langfristig nicht gut gehen kann, bezweifelt inzwischen niemand mehr.“

Flossbachs Prognose: „Der Euro wird in 20 Jahren nicht mehr sein, was er heute ist. Am Ende des Tages kommen Dinge auf uns zu, gegen die die Brexit-Geschichte ein Kindergeburtstag ist. Für
Investoren bedeutet das, ihr Portfolio möglichst robust aufzustellen, mit Fokus auf liquiden Sachwerten, sich dabei aber nicht vom täglichen Börsenlärm verrückt machen zu lassen.“

(Mit Material von dpa-AFX)

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