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- Andreas Deutsch - Redakteur

Börsen-Experte: Die Lage ist einmalig

„Die Notenbanker beschäftigen sich derzeit mit Problemen, die sie selbst verursacht haben“, kritisiert Dachfondsmanager Daniel Zindstein. Der Experte wirft der Fed Versagen vor. Auch Mario Draghi versteht Zindstein derzeit nicht. Trotzdem ist er bullish für Aktien.

Laut Zindstein ist das Zeitfenster für Zinserhöhungen eigentlich vorbei. „Die Fed hätte frühzeitig handeln und sich weniger Ziele setzen sollen, die sie dann doch nicht einhält“, sagt der Experte. „Die Konsequenz daraus war sehr viel Unsicherheit in den Märkten weltweit. Sie wird aber dennoch einen Zinsschritt vollziehen, um nicht das Gesicht zu verlieren.“

Anders die Lage in Europa. Hier wird Mario Draghi wahrscheinlich die Notenpresse noch schneller laufen lassen. „Die EZB macht Konjunkturpolitik, indem sie den Euro schwächen will, um Exporte anzukurbeln und Importe teurer zu machen“, sagt Zindstein. „Jüngst verkündete Herr Draghi sogar noch die Absicht, das Anleihekaufprogramm ausweiten zu wollen – die Details kennt nur er. Aber warum? Spanien wächst, Frankreich ist stabil, selbst in Italien wächst die Wirtschaft wieder mal seit langer Zeit und die Verbraucherstimmung ist auf historischen Hochs. Selbst der Arbeitsmarkt erholt sich! Aber die Inflation ist ihm zu niedrig, wieder wegen der Rohstoffpreise.“

Die Aktienmärkte hält Zindstein für günstig. „Europa kommt auf ein KGV von 12 und eine Dividendenrendite von über drei Prozent.“ Daher lautet sein Fazit: „Wichtig für uns ist, die Unsicherheit an den Märkten, gekoppelt mit der Liquiditätsschwemme für günstige Käufe zu nutzen. Unternehmensnahe Investitionen wie Aktien und Unternehmensanleihen stehen dabei im Vordergrund.“

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