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- Werner Sperber - Redakteur

BMW: Weiter (ver)kaufen

BMW hat blendende Zahlen für das erste Quartal des laufenden Jahres abgeliefert. Dennoch sind nicht alle Analysten von den Chancen für die Aktie des bayerischen Premium-Mehrmarken-Fahrzeugkonzerns überzeugt.

Die Bayerischen Motoren Werke, BMW, aus München haben im ersten Quartal des laufenden Jahres den Absatz, den Umsatz und ebenfalls im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auch den Gewinn auf Rekordniveaus erhöht und damit die Analystenschätzungen übertroffen. Doch selbst die Ankündigung des Vorstandsvorsitzenden Norbert Reithofer, auch im Gesamtjahr Rekordmarken zu erreichen, scheint einigen Analysten zuwenig. Frank Schwope, Analyst der NordLB, etwa fürchtet, die starken, zweistelligen Gewinnmargen vor Zinsen und Steuern dürften sich aufgrund branchenüblicher, wiederkehrender Krisen und Konzernschwächen nicht nachhaltig erzielen lassen. Angesichts der Notierung in der Nähe des Allzeithochs von 73,95 Euro sei er nun vorsichtig. Schwope bleibt bei seinem Rat, die Aktie zu verkaufen und senkte sogar sein Kursziel von 65 auf 64 Euro.

Es geht auch besser

Manfred Jaisfeld, Analyst der National-Bank AG, zeigte sich von den Zahlen für das erste Quartal überrascht. Zudem geht er davon aus, dass der Vorstand von BMW die Prognosen für das Gesamtjahr spätestens bei der Präsentation der Halbjahreszahlen erhöhen wird. Dennoch bleibt Jaisfeld bei seiner Einstufung für die Aktie von BMW mit "Halten". Dafür erhöhte er jedoch sein Kursziel von 72,50 auf 75 Euro.

Marnie Cohen, Analystin von S&P Equity, lobte zudem, BMW spiele momentan in einer eigenen Liga. Deshalb empfiehlt sie die Aktie weiterhin zum "Strong Buy" mit einem Kursziel von 83 Euro.

Stuart Pearson, Analyst von Morgan Stanley, erklärt, die Rendite für die Aktionäre von BMW werde zunehmend von den Barausschüttungen bestimmt. Im nächsten Jahr könnte der Konzern eine Sonderdividende von vier bis fünf Euro je Anteil ausschütten. Zwar bevorzuge Pearson den Sektor-"Top-Pick" Volkswagen, jedoch vergibt er auch für BMW weiterhin ein "Overweight" und erhöhte sein Kursziel von 84 auf 85 Euro.

Arndt Ellinghorst, Analyst der Credit Suisse, hält das BMW-Papier nach wie vor für unterbewertet. Allerdings könne er seine Gewinnschätzungen je Aktie für dieses und nächstes Jahr kaum mehr erhöhen. Deshalb strich er die Aktie zwar von seiner "Focus List", beließ jedoch seine Einstufung bei "Outperform" und sein Kursziel bei 90 Euro.

Aussichtsreiche fundamentale Bewertung

Insgesamt schätzen die Analysten die Gewinne je Aktie für die Jahre 2012 bis 2014 auf 7,94 Euro, auf 8,23 Euro und auf 8,56 Euro. Das entspräche Kurs-Gewinn-Vielfachen von 9 und von 8. Die Charttechnik mahnt zwar zur Vorsicht, doch die fundamental ansprechende Bewertung rechtfertigt noch immer ein Kursziel von 87 Euro. Der Stoppkurs sollte bei 63,50 Euro gesetzt werden.

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