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- Jochen Kauper - Redakteur

BMW: Saubermann droht Milliardenstrafe – Aktie fällt weiter zurück

Die BMW-Aktie steht am Montag deutlich unter Druck.  Hintergrund: Die Autokonzerne haben nach Erkenntnissen der EU-Wettbewerbshüter illegale Absprachen zu Technologien der Abgasreinigung getroffen. Dies teilte die EU-Kommission am Freitag in Brüssel mit. Als Reaktion drauf wird BMW eine Rückstellung in Höhe von rund einer Milliarde Euro bilden.

Keine guten News für alle BMW-Aktionäre. Die Autobauer BMW, Daimler und Volkswagen & Co sollen sich bei der Einführung von SCR-Katalysatoren für Dieselmotoren und von Feinstaub-Partikelfiltern für Benzinmotoren (OPF) unerlaubterweise abgesprochen haben. Diese Absprachen seien bei Treffen der Automobilhersteller in den sogenannten 5er-Kreisen getroffen worden. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wäre es ein Verstoß gegen europäisches Kartellrecht – auch wenn es sich nicht um Preisabsprachen handele. BMW erwartet von der EU-Kommission einen "Bußgeldbescheid in signifikanter Höhe".

Quelle: BMW Group

Saubermann BMW
Bislang ist BMW nahezu fast ungeschoren aus dem ganzen Abgas-Dilemma davon gekommen. Die Mannschaft von Harald Krüger hatte sich im Gegensatz zu Daimler und Volkswagen etwa für einen eigenen Weg in der Abgasreinigung entschieden. BMW hatte seit  Jahren hochwertige Systeme in seinen Autos verbaut.
Diese waren effizient, nichts war zu beanstanden. So, dass auch US-Umweltbehörden, die etwa VW in die Mangel genommen hatten, nicht das Geringste zu beanstanden hatten.
Kein schummeln, kein Betrug und keine illegalen Abschalteinrichtungen. Und dennoch soll BMW zur Kasse gebeten werden. Wie das?

Für die EU-Kommission sind die sauberen Systeme von BMW kein Argument. Es geht lediglich um den mutmaßlichen Versuch der Absprache. Mit welchem Ergebnis die Autobauer aus den Gesprächen des „5er-Kreises“ gegangen seien, sei unerheblich. Dass es die Treffen gab, kann BMW nicht bestreiten.
Das Management kündigte angesichts der Entscheidung der Kommission noch am Freitagabend an, „eine Rückstellung von voraussichtlich über einer Milliarde Euro zu bilden“.

Knackige Strafen stehen im Raum
Immerhin könnte die EU Kommission knackige zehn Prozent des weltweiten Vorjahresumsatzes maximal als Bußgeld verhängen. Immerhin 8,6 Milliarden Euro. Dass die Höchststrafe verhängt wird, ist allerdings unwahrscheinlich. Sollte BMW in einigen Jahren mit seinem Widerspruch vor dem Europäischen Gerichtshof erfolgreich sein, bekäme der Konzern das Geld zurück.

Holpriges Geschäftsjahr
Fakt ist: Erst vor wenigen Wochen hatte BMW vor einem holprigen Geschäftsjahr gewarnt. Die Marge wird in einem Korridor von 6 bis 8 Prozent liegen – ein drastischer Rückschritt. Immerhin: Beim Konzernergebnis vor Steuern rechnet das Unternehmen unverändert mit einem deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr.
Während die Daimler-Aktie charttechnisch ausgebrochen ist und auch die VW-Aktie wieder Lebenszeichen sendet, macht das Papier von BMW derzeit den schwächsten Eindruck unter den deutschen Autowerten.

 

Abwarten

Die BMW-Aktie zeigt nach wie vor keinen klaren Trend. Unterstützung bietet derzeit die Marke von 71,82 Euro. Erst wenn das Papier den langfristigen Abwärtstrend bei 75,70 Euro nach oben überwindet, ist die Aktie wieder einen Blick wert. Bis dahin heißt es abwarten!

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