Lufthansa
- Thorsten Küfner - Redakteur

Blutbad bei Lufthansa, Easyjet und Ryanair: Was nun?

Die Aktien von Fluglinien zählten über die vergangenen Monate hinweg zu den stärksten Titeln an den Börsen weltweit. In dieser Handelswoche ging es mit den Kursen von Ryanair sowie vor allem von Lufthansa und Easyjet jedoch kräftig bergab. Droht jetzt eine scharfe Korrektur oder sollten Anleger jetzt erst recht zugreifen?

Interessant ist, dass es bei der Lufthansa und bei Easyjet eigentlich wirklich gute Zahlen und Ausblicke gab. Dennoch gerieten beide Papiere heftig unter Beschuss. Bei der Lufthansa waren es zum Handelsende gestern sogar satte 8,5 Prozent. Hier galt offenbar „Buy the rumor, sell the fact“. Nachdem die Marktteilnehmer über Monate hinweg mit guten Zahlen und Prognoseanhebungen gerechnet hatten, folgten diese nun, woraufhin auch ein Stück weit die Fantasie aus den Airline-Aktien wich. Und angesichts der erheblichen Kurszuwächse gerade bei der Lufthansa, was zu einem Großteil auch mit dem deutlichen Abbau von Shortpositionen zusammenhing, waren größere Gewinnmitnahmen ohnehin nur eine Frage der Zeit – obwohl die fundamentalen Aussichten für die gesamte Branche angesichts eines weiter steigenden Fluggastaufkommens sowie anhaltend niedriger Ölpreise nach wie vor gut sind.

Lufthansa: Abwarten oder zugreifen?
Es ist nun durchaus möglich, dass die zuletzt stark gelaufenen Aktien nun in eine ausgedehnte Konsolidierungsphase hineinlaufen. Rein charttechnisch könnte es bei der Lufthansa, die Anfang der Woche ihre Jahresprognose angehoben hatte, nun bis etwa 18,30 Euro sinken. Erst dort befindet sich wieder eine solide Unterstützung. Anleger können hier also an der Seitenlinie verharren.

 

Easyjet: Die Chefin geht von Bord
Easyjet lieferte gestern gute Zahlen. Doch die Chefin Carolyn McCall , die seit 2010 an der Spitze des Billigfliegers steht und hauptverantwortlich für die Erfolgsstory ist, wird das Unternehmen verlassen. Die Aktie bleibt ein heißes Eisen, da hier viel davon abhängt, inwieweit die britische Airline auch nach dem vollzogenen Brexit noch die restlichen europäischen Ziele anfliegen kann. Mutige Anleger können aber dabei bleiben.

Ryanair: Weiterhin der Favorit
Der irische Billigflieger Ryanair sorgt heute erneut mit der Drohung, die komplette Flotte aus England abzuziehen, für Aufsehen. Auch hier muss man abwarten, wie die Brexit-Verhandlungen verlaufen. Grundsätzlich bleibt der europäische Marktführer weiterhin der Favorit im Sektor. Dank der Kostenführerschaft gelingt es dem Konzern stetig, den anderen Airlines Monat für Monat Marktanteile abzujagen und ständig in neue attraktive Märkte zu stoßen. Trotz der stabilen Wachstumsraten sind die Anteile mit einem KGV von 12 für das kommende Geschäftsjahr immer noch relativ günstig bewertet. Der Aktienkurs hat kürzlich ein neues Allzeithoch markiert, wurde aber in dieser Woche quasi in Sippenhaft genommen. Hier wäre wichtig, dass die Unterstützungen bei 17,70 und 17,24 Euro nicht durchbrochen werden.

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