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Bleibt alles anders?

Metro will in den kommenden Monaten diverse Optionen für seine Baumarktkette Praktiker prüfen. Sowohl ein Verkauf, als auch eine Börsennotierung oder ein Verbleib der Praktiker-Gruppe innerhalb des Metro-Konzerns ist möglich.

Metro will in den kommenden Monaten diverse Optionen für seine Baumarktkette Praktiker prüfen. Sowohl ein Verkauf, als auch eine Börsennotierung oder ein Verbleib der Praktiker-Gruppe innerhalb des Metro-Konzerns ist möglich.

Von Stefan Eichner

Geht nicht, gibt´s nicht - der Slogan der Baumarktgruppe Praktiker bringt es auf den Punkt: In Bezug auf die Zukunft der Metro-Tochter ist alles möglich. Die Konzernmutter Metro wird die Tochter in den kommenden Monaten genau unter die Lupe nehmen - und dann entscheiden, ob Praktiker verkauft, an die Börse gebracht oder behalten wird.

Erfolgreiche "Repositionierung"

Metro-Vorstandschef Hans-Joachim Körber rührt für seinen potenziellen Verkaufs- beziehungsweise IPO-Kandidaten die Werbetrommel: "Angesichts der erfolgreichen Repositionierung und des nachhaltig verbesserten Ergebnisbeitrags des deutschen Geschäfts sowie der erreichten Führungspositionen in den wachstumsstarken Märkten Osteuropas ist Praktiker nunmehr hervorragend positioniert, um sowohl innerhalb der METRO Group als auch als selbstständiges Unternehmen erfolgreich bestehen zu können. Die Zahlen geben Körber Recht: Im vergangenen Jahr erzielte Praktiker einen Umsatz von rund drei Milliarden Euro und einen operativen Gewinn von 59 Millionen Euro. Im laufenden Jahr prognostiziert Metro eine weitere Umsatz- und Margenverbesserung der Tochter. Zum Ende des ersten Quartals betrieb Praktiker 339 Baumärkte in neun europäischen Ländern. Die Praktiker-Gruppe zählt damit zu den führenden Baumarktbetreibern in Europa.

Weitere Expansion ins Ausland

Strategisch konzentriert sich die Praktiker-Gruppe derzeit einerseits auf die weitere Verbesserung der insgesamt 278 Filial-Standorte im Inland. Daneben soll die Expansion im Ausland fortgesetzt werden. Hier ist Praktiker insbesondere in Osteuropa stark vertreten, 22 Prozent der Erlöse wurden dort im abgelaufenen Jahr erzielt. Außerdem will Praktiker künftig mit einem speziellen Sortiment und Serviceangeboten für Großkunden attraktiver werden.

Überprüfung "keine Überraschung"

Die Analysten zeigen sich von den Metro-Plänen nicht überrascht und warnen vor einer Überbewertung der heutigen Meldung. Schließlich gehöre die Praktiker-Gruppe nicht zum Kerngeschäft der Metro, heißt es von Seiten der Experten. Michael Otto, Analyst bei HelabaTrust gab sich im Gespräch mit Dow Jones Newswires skeptisch: Ein Verkauf sei derzeit schwierig, da es in der Branche Überkapazitäten gebe. Ein Börsengang hält Otto hingegen für wahrscheinlicher, zumal Praktiker vor einigen Jahren schon einmal börsennotiert war.

Die Metro-Aktie gibt zur Stunde 0,42 Prozent auf 42,43 Euro ab.

 

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