McDonalds
- DER AKTIONÄR

Absahnen mit den US-Dividendenperlen PepsiCo, McDonald's und Co

In den Adelsstand kann man sich hocharbeiten – zumindest an der Börse. Denn Unternehmen, die seit mindestens 25 Jahren ohne eine einzige Ausnahme Jahr für Jahr die Dividende anheben, gelten als Dividendenaristokraten. Derzeit gibt es davon knapp 50, DER AKTIONÄR stellt daher die vier attraktivsten Blaublüter vor.

Auf der Suche nach regelmäßig steigenden Dividenden kommen Anleger auch in den Vereinigten Staaten nur schwer an Konsumgüterherstellern vorbei. Eines das absoluten Aushängeschilder ist hierbei natürlich die Aktie von Procter & Gamble. Der Konzern aus Ohio zahlt seinen Anteilseignern regelmäßig eine ordentliche Dividende (aktuelle Rendite: 3,3 Prozent). Und noch weitaus erfreulicher: Seit dem Jahr 1956 (!) erhöht das Unternehmen die Ausschüttung Jahr für Jahr. Und es bedarf wenig hellseherischer Fähigkeiten, um vorauszusagen, dass wohl noch viele weitere Dividendensteigerungen folgen werden. Denn Procter & Gamble ist so eine Art sicherer Hafen für Dividendenjäger. Schließlich verfügt kaum ein Unternehmen über eine derartige Masse an für den täglichen Gebrauch quasi unverzichtbaren Gütern: Pampers, Ariel, Lenor, Always, Wella, blend-a-dent oder Gillette. Es müsste schon eine Krise schier unvorstellbaren Ausmaßes kommen, damit Procter & Gamble die Dividende kürzen muss. Insofern dürfen sich Anleger darauf verlassen, dass die ohnehin schon satte Dividende weiter steigen wird. Vor diesem Hintergrund ist die Aktie ein Wert, mit dem Anleger gut schlafen können – mit oder ohne Wick MediNait – ebenfalls ein Produkt des Konzerns.

VF: Die unbekannte Perle

Ebenfalls aus praktisch keinem Haushalt wegzudenken ist VF. Zwar dürfte dieser Name vielen Menschen gar nicht bekannt sein, hingegen verhält es sich mit den weltweit bekannten Marken des Konzerns anders, allen voran Lee, Wrangler, Eastpak, The North Face, Lee und Timberland. Dieser breite Mix aus erfolgreichen Produkten macht auch VF zu einem hochprofitablen Unternehmen, das zudem die Anteilseigner seit 1973 mit einer stetig steigenden Dividende beglückt. Die aktuell eher moderate Dividendenrendite von 2,4 Prozent wird dank weiterer Steigerungen bei langfristig orientierten Anlegern noch kräftig zulegen.

McDonald's: Immer noch sehr lukrativ

Die Zahl derer, die in den vergangenen Monaten noch keinen Abgesang auf das Fast Food allgemein oder auf McDonald’s im Speziellen gelesen haben, dürfte mittlerweile gegen null gehen. Denn kaum eine Zeitung ließ es sich nehmen, genüsslich über die Gründe zu philosophieren, weshalb angeblich bald schon kein Mensch mehr eine McDonald’s-Filiale von innen sehen möchte. Es gab ja auch genügend Gründe für den prophezeiten Niedergang: das steigende Gesundheitsbewusstsein von immer mehr Menschen weltweit, der Aufstieg von „hipperen“ Restaurants wie etwa Chipotle Mexican Grill oder Shake Shack sowie die regelmäßig schwachen Quartalsergebnisse von McDonald’s.Komischerweise hat die Aktie erst kürzlich neue Rekordstände markiert und war einer der drei stärksten Dow-Jones-Titel des Jahres 2015. Wie passt das zusammen? Nun, zum einen präsentierte der Konzern zuletzt überraschend gute Quartalszahlen. Zum anderen wird an der Börse schließlich die Zukunft gehandelt. Und diese bewerten die Marktteilnehmer mittlerweile nicht mehr so trüb wie viele Mainstream- Medien. Natürlich hat der Fast-Food- Riese Probleme mit rückläufigen Umsätzen. Allerdings ergreift das Unternehmen auch beherzt Maßnahmen, um gegenzusteuern. So wurden bereits der Chefsessel neu besetzt und in verschiedenen Filialen neue Bewirtungskonzepte und Produkte getestet: etwa Candle Light Dinner, Bedienung am Platz oder mehr vegetarische Gerichte. Vieles davon wird relativ rasch wieder beendet, aber erfolgreiche Testversuche werden konsequent ausgeweitet. Daher ist es durchaus denkbar, dass McDonald’s bald wieder von einem ähnlich erfolgreichen Schachzug wie der Einführung des Mc- Cafes nachhaltig profitieren wird. Der erste McCafe wurde übrigens bereits 1993 im australischen Melbourne getestet. Erst zehn Jahre später wurde die erste Filiale in Deutschland um einen McCafe erweitert. Es ist also nicht davon auszugehen, dass Umsätze und Gewinne bei McDonald’s innerhalb kurzer Zeit wieder rasch nach oben drehen werden, sondern eher allmählich, aber dafür nachhaltig. Dennoch ist und bleibt McDonald’s hochprofitabel und mit einer Rendite von 3,0 Prozent sowie einer stolzen Historie – die Dividende steigt seit 1977 – ein Basisinvestment für Dividendenjäger. Zudem halten sich hartnäckig Gerüchte, dass McDonald’s seine zahlreichen Immobilien in bester Lage an der Börse zu Geld machen könnte, was für zusätzliche Kursfantasie sorgt.

Sie steigt und steigt und steigt

PepsiCo: Das Basisinvestment Darüber hinaus zählen natürlich auch die Aktien von PepsiCo zu den Basisinvestments für Dividendenjäger. Der Konzern, über den zuletzt in der AKTIONÄR-Ausgabe 01/16 berichtet wurde, glänzt mit einer breiten Aufstellung: Satte 22 Produkte erzielten zuletzt einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Dollar. Die Dividende, die bereits seit 1972 kontinuierlich steigt, wurde zuletzt mehrfach kräftig erhöht.

Kaufen und liegen lassen!

Auch wenn die Dividendenrendite bei einigen US-Aktien nicht zu Freudensprüngen verleitet, sollten Anleger nicht die Dynamik bei den vorgestellten Dividendenaristokraten unterschätzen. Wer die dividendenstarken Aktien kauft und über Jahre hinweg liegen lässt, wird sich dank permanenter Steigerungen über satte Dividendenrenditen auf das eingesetzte Kapital freuen können – und höchstwahrscheinlich auch über zusätzliche Kursgewinne.

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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