BKN biostrom
- DER AKTIONÄR

BKN gibt (Bio-) Gas

Der deutsche Markt für Biodiesel liegt nahezu am Boden. Die Preisdifferenz zu normalem Diesel ist zu gering, und auch die Qualität hält nicht immer, was sie verspricht. Nun wird diskutiert, die Steueranhebung von derzeit 0,09 Euro auf 0,15 Euro ab dem Jahr 2008 auszusetzen. Für eine merkliche Belebung des Marktes reicht das wohl nicht.

BKN hat sich durch die Beteiligung an der Biostrom AG völlig neu positioniert. Das verspricht Potenzial für die Aktie, denn der Deal ist nur zu einem kleinen Teil eingepreist.

Der deutsche Markt für Biodiesel liegt nahezu am Boden. Die Preisdifferenz zu normalem Diesel ist zu gering, und auch die Qualität hält nicht immer, was sie verspricht. Nun wird diskutiert, die Steueranhebung von derzeit 0,09 Euro auf 0,15 Euro ab dem Jahr 2008 auszusetzen. Für eine merkliche Belebung des Marktes reicht das wohl nicht. Der Biodieselproduzent BKN Biokraftstoff Nord hat das Problem auf die eigene Art gelöst, und 75,1 Prozent an der Biostrom Energy Group, einem profitablen Unternehmen aus der Biogasbranche, übernommen.

Der feine Unterschied

Im Vergleich zu vielen Mitbewerbern vertraut Biostrom auf eine andere Strategie: „Wir bauen die Biogasanlagen nicht selbst und haben eine schlanke Vertriebsstruktur – das verringert unser Kostenrisiko“, so der BKN-Vorstandsvorsitzender Ulrich Wogart gegenüber dem AKTIONÄR. Lieber vergibt er die Bauaufträge und vertraut auf ein großes Netzwerk von Landwirten – Qualität spricht sich herum. Ab 2008 rechnet Wogart jährlich mit 45 neuen Anlagen, die von der Standortplanung bis hin zu langfristigen Serviceleistungen, vor allem der prozessbiologischen Überwachung, komplett betreut werden. Die Biodieselproduktion läuft indes weiter. Bis die politischen Rahmenbedingungen klar geregelt werden, ist BKN mit der bestehenden 50.000-Tonnen-Anlage gut positioniert. Steigt der Bedarf wieder, „liegen die Pläne für den Ausbau bereits in der Schublade“.

Rentabler Deal

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2006/07 (30.09.) erlöste BKN mit Biodiesel rund 1,6 Millionen Euro. Das EBIT fiel mit 192.500 Euro eher verhalten aus. Bleibt Wogart mit der Projektierung neuer Anlagen im Plan, könnten es 2007/08 Umsätze in Höhe von 100 Millionen Euro sein, 2008/09 sogar 120 Millionen Euro. Das EBIT dürfte bis dahin in den unteren zweistelligen Millionenbereich wandern. Das KGV läge dann bei attraktiven 13.

Bodenständig

BKNs Entscheidung, auf Biogas zu setzen, um der Flaute am Biodieselmarkt die Stirn zu bieten, war goldrichtig. Das anvisierte Wachstum scheint zwar ambitioniert, aufgrund des guten Branchenumfelds jedoch machbar. DER AKTIONÄR erwartet in Kürze eine Analystenstudie, die dies bestätigt. Spekulative Anleger, die (Bio-) Gas geben wollen, holen sich das Papier ins Depot.

Kursziel für BKN: 20,00 Euro. Stopp: 11,10 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 31/2007.

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