Ripple
- Marco Bernegg

Bitcoin-Konkurrent Ripple: Das Risiko überwiegt

Der kometenhafte Anstieg von Ripple war beispiellos. Notierte der XRP-Token im März 2017 noch bei 0,01 US-Dollar, explodierte der Kurs im Dezember. In der Spitze lag der Preis für einen Token bei rund 3,80 US-Dollar. Die weitere Entwicklung war – wie auch bei den anderen Kryptowährungen – eher durchwachsen. Für neue Wachstumsimpulse soll nun der chinesische Markt ins Auge gefasst werden.

„China ist definitiv von Interesse, es ist definitiv ein Ziel“, wird Jeremy Light, Vizepräsident der European Union Strategic Accounts bei Ripple, von CNBC zitiert. Dabei ist das Interesse an China nicht neu. 

Bereits im Februar verkündete Ripple eine Partnerschaft mit dem in Hong Kong ansässigen Finanzdienstleister LianLian International, der 150 Millionen registrierte Kunden zählt. Zusammen sollen grenzüberschreitende Zahlungen zwischen China, Europa und den USA effizienter gestaltet werden. Des Weiteren entwickelte Ripple in Asien in Zusammenarbeit mit 61 Kreditgebern eine App namens „Money Tap“. Damit können Banken rund um die Uhr Zahlungen abwickeln.

Doch reicht das für die Trendwende? Nein. Obwohl Ripple durch den Vorstoß nach China weiter Kunden gewinnen kann, gibt es dennoch die altbekannten Probleme. 

Zahlreiche Kunden von Ripple nutzen zwar die Software, doch nicht den XRP-Token, mit dem schließlich gehandelt wird. Im Produktportfolio des in San Francisco ansässigen Unternehmens befinden sich Softwarelösungen wie xCurrent, xVia und xRapid. Lediglich xRapid funktioniert mit dem XRP-Token. Die Kritik, dass der XRP-Token an Relevanz verlieren könnte, ist deshalb berechtigt.

Weiterhin stellt das Umsatzmodell von Ripple ein Problem dar. Es sind nur weniger als die Hälfte der XRP-Token im freien Umlauf. Der Rest liegt – teilweise eingefroren – im Unternehmen, um Kapital zu generieren. Dies bietet den Vorteil, dass die Firma bei der Kapitalbeschaffung niemanden fragen muss, jedoch drückt es auch auf den Preis, wenn regelmäßig XRP-Token von Ripple auf den Markt geworfen werden (Die Menge ist jedoch auf eine Milliarde pro Monat begrenzt).

Ebenfalls gefährlich könnten aufstrebende Krypto-Projekte wie beispielsweise EOS oder Cardano werden. Im Gespräch mit dem Chief Cryptographer von Ripple, David Schwartz, verriet er dem AKTIONÄR: „Aber als Konkurrenten sehe ich diese Projekte nicht, da sie nicht unsere Anwendungsfälle fokussieren. Wenn sie das tun, könnte es schwierig werden. Aber man konnte auch nicht, bevor das Internet richtig ausgereift war, sagen, dass Facebook oder Twitter erfolgreich sein werden. Es ist eine spannende Zeit und man kann auch gegenseitig von anderen Technologien profitieren, da sie aufregende Konzepte haben.“ 

An der Seitenlinie bleiben

In der aktuell schwierigen Phase des Krypto-Marktes ist Ripple definitiv kein Kauf. Es gibt einfach zu viele Unsicherheitsfaktoren und einen zu geringen positiven Newsflow.

 

Hinweis auf potenzielle Interessen­konflikte gemäß §34b WpHG:

Autor Marco Bernegg hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Cardano.

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| Nikolas Kessler | 0 Kommentare

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