Gold
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Bitcoin-Crash: Ist das der Tod?

Der Kurs der Kryptowährung Bitcoin ist seit Jahresbeginn um 30 Prozent in die Knie gegangen. Grund: Die chinesische Zentralbank hat am 11. Januar angekündigt, Bitcoin-Handelsplattformen im ganzen Land genau zu untersuchen. Die Lizenzen werden dahingehend geprüft, ob Kreditgeschäfte oder Börsengeschäfte auf Bitcoin-Basis überhaupt erlaubt sind. Das erschreckt die Bitcoin-Investoren. Denn rund 90 Prozent des weltweiten Handels finden derzeit auf chinesischen Plattformen statt – auch weil das Zocken hier gebührenfrei ist. Ist das das Ende des Bitcoin? „Natürlich nicht“, so Bitcoin-Experte Oliver Flaskämper im Gespräch mit dem AKTIONÄR. „Es gibt einfach schon zu viele Todesanzeigen über den Bitcoin, als dass ich noch daran glauben kann, dass der Bitcoin wieder verschwinden würde.“ Auch der Blick auf den Langfristchart zeigt: Unterm Strich verdienen Investoren mit Bitcoin: Auf Sicht von 12 Monaten liegt die Kryptowährung immer noch 80 Prozent im Plus.

Der Chef der deutschen Handelsplattform Bitcoin.de stellt klar. „Man kann Bitcoin nicht verbieten, es sei denn man verbietet das Internet oder aber zumindest Verschlüsselung innerhalb des Internets. Ein Verbot wäre ein reiner Papiertiger. Da man Bitcoins nicht wirksam verbieten kann, denke ich, dass der Bitcoin jede Kurskapriole überleben wird.“

Hohes Risiko – und Chancen

Flaskämper rechnet weiterhin damit, dass der Bitcoin-Kurs in 2017 das Potenzial hat, auf bis zu 1.800 zu steigen und „vielleicht sogar die 2.000-Dollar-Marke zu testen“. Im Jahressmittel rechnet er mit einem Kurs um die 1.000 Dollar. Doch er warnt: „Bei schlechten Nachrichten aus China oder Indien, wie jetzt gerade gesehen, kann der Kurs aber auch schnell zwischenzeitlich auf 500 Dollar und weniger fallen. Dieses Risiko muss man sich als Investor immer bewusst sein.“

Für ihn ist Bitcoin nicht nur ein Zock: „Seit nunmehr gut sechs Jahren hat der Bitcoin bewiesen, dass die Technik funktioniert und die Transaktionen sicher prozessiert werden. Es gibt immer mehr Unternehmen und Behörden die Bitcoins als Zahlungsmittel annehmen oder in den Handel einsteigen und damit auch der breiten Bevölkerung deutlich machen, dass Bitcoin einen Wert hat.“

Spektakuläres Kursziel

Langfristig ist aus Sicht des Experten noch viel, viel mehr möglich: „Bitcoin hat aktuell eine Marktkapitalisierung von rund 14 Milliarden Dollar. Das entspricht gerade mal 0,25 Prozent des Wertes allen Goldes auf der Welt. Wenn man Bitcoins verstanden hat und so viel Phantasie entwickeln kann, dass Bitcoin wirklich mal so etwas werden könnte wie ein digitales Gold und Bitcoin irgendwann einmal nur zehn Prozent des Wertes allen Goldes hätte, dann müsste sich der Kurs von heutigen Niveau aus noch vervierzigfachen.“ Es mache einfach Sinn, neben einem schwer zu transportierendem physischem Gold auch ein digitales Pendant zu haben.

DER AKTIONÄR empfiehlt Bitcoin weiterhin nur als Mini-Position im Sinne einer Versicherungsprämie gegen einen Crash klassischer Währungen. Denn der Handel ist extrem volatil und der Durchbruch als „digitales Gold“ zwar möglich, aber keineswegs sicher. Doch in welcher Form auch immer: Kryptowährungen und die zugrunde liegende Blockchain werden die Welt zum Positiven verändern.

 


 

Gold - Player, Märkte, Chancen

Autor: Bussler, Markus
ISBN: 9783864703980
Seiten: 208
Erscheinungsdatum: 14.09.2016
Verlag: Börsenbuchverlag
Art: gebunden
Verfügbarkeit: als Buch und als eBook erhältlich

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten finden Sie hier

Das Edelmetall zieht die Menschen seit Jahrhunderten in seinen Bann. Papiergeldwährungen sind gekommen und gegangen. Doch Gold hat den Wohlstand seiner Besitzer gesichert – und dieser Aspekt ist in Zeiten der ultra­lockeren Geldpolitik der Notenbanken aktueller denn je. In »Gold – Player, Märkte, Chancen« entführt Markus Bußler die Leser in die faszinierende Welt des Goldes. Egal ob Münzen, Barren oder Goldminen-Aktien – hier erfährt der Leser, welche Fallstricke es zu ­meistern gilt und wie man sein Geld im wahrsten Sinne des Wortes am besten und sichersten zu Gold macht.
 

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • nugatti -
    Wichtig zu wissen: Wer Bitcoins direkt erwirbt, kann - analog zu physischem Gold - Kursgewinne nach einer Mindestfrist von einem Jahr steuerfrei behalten.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Markus Bußler | 0 Kommentare

Gold fällt - und das ist gut so

Keine Sorge, ich bin mit Blick auf die Überschrift auf keinen Fall in das Lager der Goldbären gewechselt. Doch nach mittlerweile zwei Monaten, in denen sich der Goldpreis praktisch überhaupt nicht bewegt hat, ist es an der Zeit, dass diese schier endlose Seitwärtsphase endlich aufgelöst wird. Und … mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Goldexperte Bußler: Die Streckfolter geht weiter

Die Bullen haben nur kurz Oberwasser gehabt. Bis zur wichtigen Marke von 1.295 Dollar lief der Goldpreis - nur um dann gleich wieder eingebremst zu werden. „Inzwischen richten sich die Blicke wieder nach unten auf die Marke von 1.260 Dollar“, sagt Markus Bußler. „Vor allem Silber bereitet Sorgen.“ mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Gold: Achten Sie auf diese Marken

Gold sendet ein leichtes Lebenszeichen und arbeitet sich im wahrsten Sinne des Wortes nach oben. Aktuell kämpft das Edelmetall mit der wichtigen Marke von 1.295 Dollar. Hier war in den vergangenen Tagen und Wochen Endstation gewesen. Die Frage ist: gelingt dieses Mal der Ausbruch? mehr
| Markus Bußler | 1 Kommentar

Gold wird nie wieder steigen!

Aus und vorbei: Gold wird nie wieder steigen. Und eines ist sicher: Aktien werden ewig steigen und nie wieder zurückkommen. Diese beiden Grundsätze scheinen derzeit in Stein gemeißelt zu sein und sich mehr und mehr unter den Anlegern breit zu machen. Doch Märkte verlaufen in Zyklen. Die immer … mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Goldexperte Bußler: Uran + Lithium = Viel Fantasie?

Der Goldpreis tritt weiter auf der Stelle. Das Edelmetall scheint bei 1.280 Dollar sein Niveau gefunden zu haben. „Damit bleibt alles beim Alten. Wichtig ist die Unterstützung bei 1.260 Dollar“, sagt Markus Bußler. Auch beim Silberpreis hat sich in der vergangenen Woche vergleichsweise wenig getan. … mehr