Bitcoin
- Jochen Kauper - Redakteur

Bitcoin: Erst der Rausch dann der Kater - und jetzt?

Das Jahr 2018 war an den klassischen Aktienmärkten, sowie auch im Kryptowährungsmarkt kein gutes Jahr. In diesem Jahr wurde Kapital nicht vermehrt, sondern vernichtet. Der Bitcoin verlor seit Beginn des Jahres mehr als 70 Prozent seiner Marktkapitalisierung. Ist der Zeitpunkt für neue Einstiegsmöglichkeiten gekommen?
"Zurzeit befinden wir uns in einer der turbulentesten Perioden der Geschichte des Bitcoins. Der digitale Leitwolf kannte im Jahr 2018 nur eine Richtung und die hieß Süden. Hinter den Kulissen tobt ein Machtkampf zwischen den Entwicklern und verschiedenen institutionellen Interessengruppen. Der Konsolidierungsprozess scheint nun an seinen Höhepunkt angekommen zu sein. In den vergangenen Wochen wurde der Bitcoin zudem von weiteren Panikverkäufen heimgesucht, die den Bitcoin unter die 4000 US-Dollar-Marke drückten", sagt Salah Bouhmidi von IG Markets.

Wer hat Interesse an einem billigen Bitcoin?
Das Interesse an fallenden Kursen wurde bereits mit der Einführung des Bitcoin-Futures im Dezember 2017 deutlich. "Mit der Einführung der Terminkontrakte auf den Bitcoin starteten große institutionelle Anleger ihr Engagement im Kryptomarkt. Gerade diese Investorengruppe nahm lange Zeit den Kryptowährungsmarkt und die dahinterstehende Technologie nicht ernst. Seit Ende des vergangenen Jahres, sieht dies aber anders aus. Ein günstiger Bitcoin bietet dieser Gruppe eine gute Chance, sich zu engagieren. Denn eine Sache darf nicht in Vergessenheit geraten. Der Bitcoin ist nicht unendlich verfügbar. Es können zurzeit maximal 22 Millionen Bitcoins produziert werden. Wer am Ende die Mehrheit erlangt, könnte eine erhebliche Marktmacht ausüben", sagt Salah Bouhmidi.


Viele Marktteilnehmer führen zudem den signifikanten Rückgang am Kryptowährungsmarkt auf den jüngst anhaltenden Interessenkonflikt zwischen den zwei Lagern der Bitcoin Cash Entwickler zurück. "Im November kam es wie erwartet zu einer Hard-Fork (Abspaltung). Die Abspaltung führte zur Erweiterung der Bitcoin-Familie und damit zur Geburt zwei neuer Bitcoin-Token. Aus der Hard-Fork gehen der Token Bitcoin ABC und Bitcoin Satoshi's Vision (Bitcoin SV) hervor. Hinter den beiden neuen Token stehen zwei rivalisierende Minenblöcke, die aktuell einen Machtkampf ausüben. Beide Seiten sind derzeit verlustreiche Minenblöcke, weil die Strom- und Hardwarekosten höher sind, als die Gewinne aus dem Mining. Daher könnten die Konfliktparteien, um ihre Kosten zu decken, womöglich eine Menge Kryptowährungen auf den Markt geworfen haben, um sich ihre Mining-Aktivitäten leisten zu können. Dies könnte unter anderem zu einem Anstoß der Abverkäufe geführt haben.  Die Kosten für das Mining von einem Bitcoin sind signifikant gestiegen. Aufgrund des rasanten Anstieges der Hash Rate werden laut einer Studie der Fundstrat aktuell 7.300 US-Dollar benötigt, um einen Bitcoin zu produzieren. Der Break-Even-Point ist damit aktuell höher, als der Bitcoin Kurs. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass derzeit einige Mining-Farmen ums Überleben kämpfen müssen und damit auch eine Konzentration in vollem Gange ist", sagt Salah Bouhmidi.   

Wie geht es weiter?
"Fundamental gesehen ist es schwierig. Der Markt ist weiterhin sehr intransparent und ineffizient. Dies mag auch Grund sein, für die abwartende Haltung der US-Börsenaufsicht (SEC). Diese lehnte bereits mehrmals die Einführung von Bitcoin-ETFs ab. Charttechnisch gesehen, könnte der Kurs bei rund 2.980 US-Dollar einen ersten markanten Boden erfahren. Gelingt der Nachfrageseite eine nachhaltige Verteidigung der psychologischen Marke bei 3.000 US-Dollar, könnte im nächsten Jahr eine neue Rallye eingeleitet werden", lautet das Fazit von Salah Bouhmidi von IG Markets. 

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