Bitcoin
- Nikolas Kessler - Redakteur

Bitcoin & Co tiefrot – das steckt dahinter

Bitcoin & Co haben am gestrigen Mittwoch erneut einen heftigen Rückschlag erlitten. Nahezu alle großen Coins sind gegen Mittag kollektiv nach unten weggeknickt und haben im weiteren Tagesverlauf teils massiv an Wert verloren. Viele der Top-20-Coins nach Marktkapitalisierung haben auf Sicht von 24 Stunden rund ein Fünftel an Wert verloren, die Marktkapitalisierung des Gesamtmarkts ist in der Nacht erneut in Richtung der 200-Milliarden-Dollar-Marke abgesackt.

Auch der Bitcoin kann sich dem allgemeinen Abwärtstrend nicht entziehen und verliert rund 13 Prozent. Die leicht positive Tendenz im Chartbild, die sich seit Mitte August herauskristallisiert hatte, ist damit nun wieder passé: Statt auf dem Weg nach oben den Widerstand im Bereich von 7.700 Dollar ins Visier zu nehmen, ist der Kurs zunächst bis auf 6.404 Dollar abgerutscht.

In diesem Bereich hat am Donnerstagmorgen zwar eine Stabilisierung eingesetzt, gebannt ist das Risiko weiterer Verluste damit aber noch nicht. Gut möglich, dass erneut die Unterstützung im Bereich zwischen 6.100 und 6.000 Dollar getestet wird.

Rückzieher von Goldman Sachs

Als Auslöser für das Kursgemetzel gilt ein Bericht von Business Insider, wonach die US-Investmentbank Goldman Sachs die Pläne zur Eröffnung eines Trading-Desks für Kryptowährungen auf Eis gelegt hat. Wie das Portal unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen berichtet, habe die Bank die Priorität für das Vorhaben unter Verweis auf regulatorische Unsicherheit im Kryptospace gesenkt.

„Zum aktuellen Zeitpunkt haben wir noch keine Entscheidung über den Umfang unseres Angebots im Bereich Digital Assets getroffen“, bestätigte Unternehmenssprecher Michael DuVally gegenüber Reuters. Zwar will sich Goldman nicht komplett aus dem Geschäft mit Bitcoin & Co zurückziehen, die Aktivitäten sollen zunächst aber auf die Rolle als Market-Marker im Handel mit Bitcoin-Futures sowie auf die Entwicklung eines Produkts zur sicheren Verwahrung von Kryptowährungen für Großkunden beschränkt werden.

Die Aussicht auf den Einstieg großer Investoren und die Rolle traditioneller Investmentbanken als Türöffner haben den Kryptomarkt zu Jahresbeginn beflügelt. Vor diesem Hintergrund kann die Reaktion auf den Rückzieher von Goldman Sachs nicht wirklich überraschen.

Kehrt die Regulierungsdebatte zurück?

Die Frage, die sich dabei allerdings stellt: Wie sehr kocht hinter den Kulissen erneut das Thema Regulierung hoch, dass sich das Management zu diesem Schritt entschlossen hat? Ebenfalls am Donnerstag hatte die Kryptobörse ShapeShift eine Registrierung für bestimmte Mitgliedschaften angekündigt – ein beachtlicher Schritt, wenn man um die Ablehnung gegenüber dem traditionellen Finanzsystem von ShapeShift-Gründer und -CEO Erik Voorhees weiß. Und womöglich ein weiteres Indiz, dass der Regulierungsdruck auf die Akteure im Kryptomarkt wieder steigt.

Auch beim Treffen der EU-Finanzminister in Wien am morgigen Freitag sollen Fragen zur Regulierung von Kryptowährungen auf der Agenda stehen. Die wirklich spannenden Gespräche finden derzeit aber höchstwahrscheinlich hinter verschlossenen Türen statt.

An der Seitenlinie

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Autor Nikolas Keßler hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Bitcoin.

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