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- Nikolas Kessler - Redakteur

Bitcoin & Co: Ripple-Rallye und die Kraft von „FOMO“

Ripple hat in der vergangenen Woche ein beachtliches Comeback hingelegt. Alleine am Freitag ging es für den XRP-Token in der Spitze um mehr als 70 Prozent nach oben, innerhalb von nur fünf Tagen hat sich der Kurs zeitweise beinahe verdreifacht. Nach zwischenzeitlichen Gewinnmitnahmen hat er sich nun im Bereich von 0,56 Dollar eingependelt, was auf Wochensicht immer noch eine Kursverdopplung entspricht.

Vor allem am Freitag war der Kurssprung so heftig, dass Ripple kurzfristig sogar Ethereum von Rang 2 der größten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung verdrängen konnte. Auch der Ether-Kurs hat sich jedoch weiter erholt und konnte den zweiten Platz hinter dem Bitcoin zurückerobern, die beiden liefern sich aber weiterhin ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Auslöser für die Ripple-Rallye war in erster Linie der positive Newsflow: Die Aussicht auf einen baldigen Start der Token-basierten Überweisungsplattform xRapid sowie die News, dass mit dem US-Finanzdienstleister PNC ein weiterer, hochkarätiger Kunde für die Echtzeit-Überweisungssoftware xCurrent gewonnen werden konnte, hat die Aufwärtsbewegung in Gang gebracht. Ab einem gewissen Zeitpunkt dürfte jedoch die für den Kryptomarkt typische Angst, etwas zu verpassen – im Branchenjargon FOMO, kurz für „fear of missing out“ – ihr übriges getan haben.

Ripple ist in Krypto-Kreisen nicht unumstritten. Kritiker stören sich beispielsweise an der kommerziellen Ausrichtung des Start-ups oder an der engen Kooperation mit der traditionellen Finanzwelt, die dem XRP-Token auch den Spitznamen „Bitcoin der Banken“ eingebracht hat. Dennoch ist das Comeback positiv zu werten: Nicht nur, dass der Kurssprung stark an die sensationelle Krypto-Rallye im vergangenen Jahr erinnert hat. Er hat auch gezeigt, dass der Kryptomarkt auch nach der frustrierenden Talfahrt seit Jahresbeginn immer noch für die eine oder andere Überraschung gut ist.

Positive Impulse für den Gesamtmarkt

Zudem haben auch viele andere Coins und Token seit Mitte der letzten Woche wieder spürbar zulegen können. So konnte sich Ethereum vom jüngst erreichten 52-Wochen-Tief im Bereich von 170 Dollar nach oben absetzen.

Der Bitcoin hat sich am Samstag wieder dem Widerstand im Bereich von 6.800 Dollar genähert – und damit auch einem Ausbruch aus dem seit Mitte Dezember gültigen Abwärtstrend. Die Auflösung der charttechnischen Dreiecksformation wäre ein Kaufsignal und könnte für Anschlussgewinne sorgen. Im Musterdepot von bitcoin report Premium setzen wir in der aktuellen Ausgabe vom vergangenen Freitag mit einer zusätzlichen Trading-Position auf dieses Szenario.

Am Montagvormittag setzt sich die am Wochenende begonnene Konsolidierung auf hohem Niveau fort. Zwar überwiegen die Minuszeichen, bei den meisten Top-Coins fallen die Verluste jedoch vergleichsweise moderat aus. 

Novogratz: „Klassische Bodenbildung“

Krypto-Bulle Mike Novogratz hat derweil seine Einschätzung bekräftigt, wonach Bitcoin und Co ihren Boden erreicht haben. Der Markt sei inzwischen überverkauft und die Bewertungen im Vergleich zu den bisherigen Höchstständen günstig. Schnäppchenjäger und Investoren, die im Bitcoin einen digitalen Wertspeicher sehen, könnte das nun wieder stärker in den Markt locken. Viele institutionelle Investoren – insbesondere Venture-Fonds – würden schon an der Seitenlinie parat stehen. Selbst Banken könnten laut Novogratz schon bald in die Bresche springen – aus Angst, die nächste Rallye zu verpassen.

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Autor Nikolas Keßler hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Bitcoin.

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