ARUBA NETWORKS
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Bis zu 57.900 Prozent: Die schnellsten Firmen der Welt

Bis zu 57.900 Prozent Wachstum – Ener1, Aruba Networks, Fingerprint Cards, RuggedCom und GeoEye sind auf der Überholspur.

Dem Schnellsten im Sport winkt die Goldmedaille. Auch an der Börse ist Geschwindigkeit ein umjubeltes und wertvolles Gut. So wird Firmen mit hohen Wachstumsraten eine deutlich hö­he­­re Bewertung zugestanden - auch weil die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass ein in der Vergangenheit erfolgreiches Management und Produktportfolio auch künftig gut funktioniert.

Die Beratungsfirma Deloitte veröffentlicht jährlich die Hall of Fame der Wachstumsunternehmen. Folgend stellt der aktionär fünf besonders spannende Aktien aus dieser mehrere hundert Firmen umfassenden Liste vor.

Ener1: Es geht erst los

Mit einem Wachstum von 57.900 Prozent in vier Jahren schießt Ener1 den Vo­gel ab. Und die starken Zahlen des Batteriespezialisten der Jahre 2005 bis 2009 waren kein Strohfeuer. Auch im jüngsten Quartal legten die Umsätze im Jahresvergleich um 113 Prozent auf 17,3 Millionen Dollar zu.

Hintergrund dieser Dynamik ist das starke Know-how im Bereich Lithium-Io­nen-Batterien. Diese besonders leistungsfähigen Akkus werden etwa bereits im skandinavischen Elektroauto Th!nk eingesetzt. Da die NewYorker zudem seit Jahren Entwicklungs-Partnerschaften mit Giganten wie Ford oder GM unterhalten und diese immer mehr auf den umweltfreundlichen Antrieb  ih­rer Autos umstellen, dürften die Bestellungen auch künftig nicht abreißen. Mitte dieses Jahres hat Ener1 daher die erste US-Massenproduktion von Lithium-Ionen-Batterien gestartet.

Auch der Einsatz der Akkus zur Energiespeicherung bereitet Fantasie. So wurde im November ein 40-Millionen-Dollar-Auftrag mit dem russischen Versor­ger Federal Grid unterzeichnet.

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Aruba und RuggedCom: Gut vernetzt

Die Aktionäre von Aruba sollten schwindelfrei sein: Nicht nur der Umsatz ist in ungeahnte Höhen vorgestoßen, auch die Aktie klettert von einem Gipfel zum nächsten. Denn aufgrund des Booms mobiler Endgeräte wie dem iPhone ist der Bedarf nach WLAN-Ausrüstung des Netzspezialisten sprunghaft angestiegen. Alleine im jüngsten Quartal wurde der Umsatz um 44 Prozent auf 83 Millionen Dollar gesteigert. Angesichts eines Gewinns von 2,1 Millionen Euro ist die Marge klein und das KGV hoch. Doch Anleger können sich berechtigte Hoffnung auf künftig deutlich höhere Margen machen.

Die in derselben Branche aktive US-Firma RuggedCom hat sich auf Firmennetze in rauer Umgebung fokusiert. Erst vor wenigen Wochen wurde der Auf­trag erhalten, die Kommunikation zwischen Öl-Bohrinseln und Tankern im Golf von Mexiko zu ermöglichen. Alleine im jüngsten Quartal kletterte der Gewinn um 36 Prozent, was das 2011er-KGV von 29 relativiert.

Fingerprint: China kauft

Zuversichtlich blickt auch das von Sony Ericsson ge­wonnene Ma­nagement von Fin­gerprint Cards nach vorne. Die Sys­teme der Schwe­­den werden schon jetzt von der Bank of  China und der China Contruction Bank eingesetzt, um per Fingerabdruck Zugang zu Konten zu gewähren. Die verstärkte Einführung von Fingerprint-Systemen in Handys sollte für weiteres Wachstum sorgen. Bereits 2013 dürfte jedes zehnte Smartphone mit einem solchen Sicherheits-Tool ausgestattet sein.

GeoEye: ... is watching you

Baut der Iran Atomanlagen? Die US-Re­gierung kommt mit immer mehr Fragen wie dieser zu GeoEye. Denn die US-Firma liefert besonders scharfe Satellitenbilder. Der neugierige und große Hauptkunde sorgt für ein extrem großes Auftragspolster.

Auf der Überholspur

Rennfahrer schnallen sich an. Auch Ak­tionäre von Wachstumsfirmen sollten dies tun - und einen Stoppkurs plazieren. Gut gesichert dürfte sich ein Einstieg aufgrund der operativen Dynamik der Firmen lohnen. Weil auch das Momentum im Chart stimmt, sind Aruba und GeoEye besonders aussichtsreich. Die noch defizitäre Ener1 und die kleine Fingerprint sind spekulativer.  

Dieser Artikel ist Ende Dezember in der AKTIONÄR-Ausgabe 51/2010 erschienen.

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