- DER AKTIONÄR

Bis jetzt gut

Hewlett-Packard hat mit den Zahlen die Analystenerwartungen übertroffen. Dem Kurs der Aktie hat das gut getan. Andererseits hat zum einen der Ausblick auf das dritte Quartal enttäuscht und zum anderen fehlen Antworten auf die Frage: Wie geht es mit der Druckersparte weiter?

Hewlett-Packard hat mit den Zahlen für das abgelaufene zweite Geschäftsjahresquartal die Analystenerwartungen übertroffen. Dem Kurs der Aktie hat das gut getan.

Von Werner Sperber

Am 1. April hat Mark Hurd den Posten des CEO des Computer- und Druckerherstellers Hewlett-Packard Co. aus Palo Alto von Carly Fiorina übernommen. Hurd, der als guter Sanierer gilt und das schon bei NCR bewiesen hat, kann auf eine solide Arbeit verweisen. Vor der nachbörslichen Präsentation der Zahlen für das zweite Geschäftsjahresquartal, das am 30. April endete, legte die Aktie zu. Nach der Präsentation der Zahlen, die über den Analystenschätzungen gelegen hatten, haben sich die Anteilsscheine weiter verteuert. In der Druckersparte sank das operative Ergebnis allerdings. Zudem hat der Ausblick auf das dritte Geschäftsjahresquartal enttäuscht. Ein Analyst von Campbell Asset Management sagte, man könne mit den HP Zahlen rundum zufrieden sein. Zumindest sei es nicht, wie beim Konkurrenten Lexmark, zu einer Enttäuschung gekommen.

Ein "Wiederbelebungsplan" kommt

Hewlett-Packard meldete für das zweite Geschäftsjahresquartal einen Umsatzanstieg im Jahresvergleich von 7,2 Prozent auf 21,57 Milliarden US-Dollar. Das Nettoergebnis vor außerordentlichen Posten legte um 3,9 Prozent auf 1,07 Milliarden Dollar zu und das Nettoergebnis um 9,3 Prozent auf 966 Millionen Dollar beziehungsweise 0,33 Dollar je Aktie. Hurd sagt: "HP hat eine Kostenstruktur, die in manchen Bereichen nicht der Benchmark entspricht." Er werde in den kommenden Monaten einen Plan zur Wiederbelebung des Konzerns bekannt geben, nun sei es noch zu früh um Einzelheiten in der Sache zu erörtern. Jeder Unternehmensaspekt stehe auf dem Prüfstand, und er habe besonders die Konzernstruktur im Blick. Die Frage sei, wie die Unternehmensorganisation vereinfacht werden könne, sagte Hurd weiter.

Die Antworten fehlen bislang

Ein Analyst von Caris + Co. hat gesagt, dass man sich am Markt gewisse Hinweise darauf erwarte, inwieweit das Unternehmen in seiner bisherigen Form bestehen bleibt. Hewlett-Packard hatten bisher darauf beharrt, dass das hochprofitable Druckergeschäft nicht von den übrigen Sparten getrennt werden soll. Zahlreiche Analysten hatten in den vergangenen Monaten aber einen eben solchen Schritt gefordert. Die Anspannung sei auch dadurch gestiegen, dass das Unternehmen eine für den 14. April angekündigte Analysten-Konferenz abgesagt habe. Damit habe es im Frühjahr, anders als bisher gewohnt, noch überhaupt keine Analysten-Veranstaltung gegeben.

Im Moment leidet die traditionell stärkste Sparte von HP, die Imaging- und Druckersparte, unter dem starken Wettbewerb unter anderem mit der Lexmark International Inc und der Dell Inc. Im zweiten Quartal hat Hewlett-Packard in der Sparte 1900 Stellen abgebaut, was zu Sonderbelastungen von 71 Millionen Dollar geführt hatte. Der Umsatz in der Imaging-und Druckersparte stieg um fünf Prozent auf 6,4 Milliarden Dollar. Ein Analyst bezeichnete die Entwicklung in der Sparte als "Besorgnis erregend".

Der Ausblick enttäuscht

 

Die Analysten schätzen den Umsatz für das laufende dritte Geschäftsjahresquartal auf 20,35 Milliarden Dollar und den Gewinn je Aktie auf 0,32 Dollar. Hewlett-Packard selbst prognostiziert aber nur einen Umsatz zwischen 20,3 und 20,7 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie zwischen 0,29 und 0,31 Dollar. In dieser Schätzung seien Sonderposten von 0,06 Dollar je Aktie, unter anderem für einen Stellenabbau, nicht einbezogen worden.

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