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- DER AKTIONÄR

Billig kaufen, teuer verkaufen

Vieles, was heute an der Börse als Geheimtipp verkauft wird, ist es in Wirklichkeit überhaupt nicht – oder nicht mehr. Aber woher soll der Anleger das wissen? Ein brauchbarer Indikator ist das tägliche Handelsvolumen einer Aktie, ein anderer das Nachrichtenaufkommen. Denn je stärker ein Unternehmen in den Fokus der Börsianer rückt, desto mehr Branchendienste berichten darüber.

Der taiwanesische Technologiekonzern Chipmos wächst im Eilzugtempo. Die Aktie weist aber gerade einmal ein KGV von 6 auf.

Vieles, was heute an der Börse als Geheimtipp verkauft wird, ist es in Wirklichkeit überhaupt nicht – oder nicht mehr. Aber woher soll der Anleger das wissen? Ein brauchbarer Indikator ist das tägliche Handelsvolumen einer Aktie, ein anderer das Nachrichtenaufkommen. Denn je stärker ein Unternehmen in den Fokus der Börsianer rückt, desto mehr Branchendienste berichten darüber. Zu Firmen wie Google beispielsweise gibt es Dutzende News – und das jeden Tag. Zu Chipmos etwa gibt es gerade mal ein Dutzend Meldungen für die letzten sechs Monate. Die aber haben es in sich.

Höher, schneller, weiter

Chipmos zählt zu den schnellstwachsenden Unternehmen im Bereich der Halbleiter-Testsysteme. In weiteren Geschäftssparten bieten die Taiwanesen Unterstützung bei der Produktion von Prozessoren für die Herstellung von LCD-Bildschirmen und Speicherchips. Die Firma vermeidet den Wettbewerb in schwierigen Märkten wie den USA und konzentriert sich beim Verkauf stattdessen auf Taiwan und China. Die Strategie ist bislang überaus erfolgreich: Im dritten Quartal 2006 stiegen die Umsätze auf 162 Millionen Dollar und für das vierte Quartal prognostiziert Vorstandschef Shih-Jye Cheng 181 Millionen. Da sich die Bruttomargen auf 32 Prozent verbessern sollen, dürfte der erwartete Gewinn von 0,17 Dollar ebenfalls höher ausfallen.

Spitzenqualität zum Niedrigpreis

Neben den Wachstumsraten und dem guten Ausblick für 2007 beeindruckt bei Chipmos auch die niedrige Bewertung. So beträgt das Umsatzvielfache auf Basis der Schätzungen für 2007 gerade einmal 0,7. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt aktuell bei knapp über 6 (!) – bei einem Gewinnwachstum von 15 Prozent. Ein genauerer Blick in die Bilanz offenbart zudem, dass Chipmos an der Börse gerade einmal mit dem Buchwert gehandelt wird. In anderen Worten: Wer jetzt als Anleger zuschlägt, bekommt das operative Geschäft quasi umsonst.

Hohe Chance, geringes Risiko

Chipmos ist wachstumsstark, finanziell solide ausgestattet und zudem sehr günstig bewertet. Die Aktie ist zwar bereits angesprungen, allerdings rechtfertigen die Fundamentaldaten deutlich höhere Kurse. Gesteht man der Aktie ein Gewinnvielfaches in Höhe des Wachstums zu, dann besitzt das Papier ein Kurspotenzial von rund 150 Prozent. Vergleichbare US-Titel werden bei gleichen Rahmenbedingungen in der Regel sogar weit höher gehandelt. Investoren auf der Suche nach einem Schnäppchen sollten jede Kursschwäche zum Positionsaufbau nutzen.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 10/2007.

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