Inbev
- Norbert Sesselmann - Redakteur

Bieraktien: Na dann – Prost!

Nicht nur auf dem Oktoberfest fließt das Bier in Strömen. Auch in den Schwellenländern ist der Durst nach dem Gerstensaft enorm. Für Anleger, die sich einen Brauereititel ins Depot legen wollen, bieten sich diese drei Aktien zum Kauf an. Alle drei Bier-Werte haben ein Kurspotenzial von rund 30 Prozent.

Der Durst nach einem frisch gezapften Bier war auf dem 179. Münchner Oktoberfest für viele Gäste anscheinend riesig: Gut 6,9 Millionen Maß Bier wurden getrunken. Ausgeschenkt wird nach einer alten Regel der Stadt München nur Bier, welches auch in München gebraut wird. So gibt es schon seit vielen Jahren die bewährten Biermarken. Die wenigsten werden aber wissen, dass hinter den bekannten Namen große Bierkonzerne aus dem Ausland stehen.

Großer Biersee

Einer davon ist Anheuser-Busch Inbev (AB Inbev) aus Belgien. Zum Imperium des Braukonzerns gehören die drei Traditionsmarken Spaten, Franziskaner und Löwenbräu. Paulaner und Hacker-Pschorr sind in der Hand der Brau-Holding-International, an dem wiederum der niederländische Konzern Heineken mit knapp 50 Prozent beteiligt ist. Obwohl wahrscheinlich an keinem Ort dieser Welt in so kurzer Zeit so viel Bier verkauft wird, spielt das Oktoberfest für die Großbrauereien in der Gesamtheit nur eine untergeordnete Rolle. Anheuser-Busch Inbev produziert insgesamt 358 Millionen Hektoliter Gerstensaft im Jahr - ein Biersee, so groß wie die fränkischen Stauseen Rothsee, kleiner Brombachsee und Altmühlsee zusammengenommen.

Steigender Bierdurst

Getrunken wird Bier in allen Teilen der Welt, zunehmend auch in den Regionen Asien, Afrika und Lateinamerika. Dort liegt das größte Wachstumspotenzial der Brauer. In China beispielsweise beträgt der Pro-Kopf-Bierverbrauch gerade mal 36 Liter, in Indien nur zwei Liter. Zum Vergleich: Brasilien bringt es auf 67 Liter, Deutschland sogar auf über 100 Liter pro Kehle. Das Nachholpotenzial ist enorm.

Es wird getrunken

Kein Wunder, dass sich die Bierbrauer derzeit nach Übernahmezielen in diesen Wachstumsmärkten umsehen. Jüngstes Beispiel: AB Inbev hat den mexikanischen Corona-Hersteller Grupo Modelo für 20 Milliarden Dollar übernommen. Mit dem Deal sichert sich AB Inbev die Marktführerschaft in Mexiko, dem sechstgrößten Biermarkt der Welt. An der Börse kommt der Deal gut an: Die Société Générale hat das Kursziel für AB Inbev von 55 auf 71 Euro erhöht. Die französische Großbank rechnet damit, dass bereits im ersten Jahr der Übernahme der Gewinn des Konzerns um sechs Prozent zulegt. Der Aktienkurs springt von einem Hoch zum nächsten. In diesem Jahr beträgt das Plus bereits über 40 Prozent. Im kommenden Jahr dürfte der Gewinn auf umgerechnet 3,92 Euro je Aktie anziehen, woraus sich ein moderates KGV von 17 errechnet.

Da geht noch was

Schon im Herbst 2011 hatte es eine weitere große Übernahme in der Bierbranche gegeben, als die britische SABMiller umgerechnet 7,2 Milliarden Euro für den Kauf der australischen Foster's gezahlt hatte. SABMiller ist die zweitgrößte Brauerei der Welt und beherrscht mit seinen Marken Pilsner Urquell, Grolsch und Miller rund zehn Prozent des gesamten Biermarktes. Florierende Absatzmärkte der Brauerei sind auch hier die Schwellenländer. Insbesondere in Lateinamerika und Afrika wuchs das Unternehmen zuletzt stark. Den fairen Wert der SABMiller-Aktie sieht Goldman Sachs bei 3.550 Britischen Pfund. Daraus errechnet sich ein Kurspotenzial von rund 30 Prozent.

SAB will den Tiger

Heineken, hinter AB Inbev und SABMiller die drittgrößte Brauerei der Welt, befindet sich ebenfalls im Übernahmefieber. Das Zielobjekt hier: die Brauerei Asia Pacific (APB). Heineken kontrolliert bereits 40 Prozent an APB und will nun für umgerechnet 3,5 Milliarden Euro weitere 40 Prozent der Anteile. Aktuell sieht es gut aus, dass Heineken zum Zug kommt. APB gilt mit seinen Marken Tiger, Bintang und Anchor sowie 30 Brauereien in 14 Ländern als attraktives Übernahmeziel. Die Brauerei kann mit einem jährlichen Gewinnwachstum von rund 20 Prozent in den vergangenen zehn Jahren aufwarten. Gelingt die Übernahme, könnte Heineken den Asienanteil am Konzernumsatz von rund einen auf über zehn Prozent erhöhen. Das Heineken-Papier hat sich seit Anfang 2009 mehr als verdoppelt. Bis zum alten Hoch aus dem Jahr 2007 bei 48,30 Euro ist es nun nicht mehr weit.

Wohl bekomm's!

Nicht nur auf der Wiesn herrscht Bierseligkeit, sondern auch an der Börse. Alle drei Bier-Aktien befinden sich seit Ende 2008 in einem blitzsauberen Aufwärtstrend. Für Anleger, die sich einen Brauereititel ins Depot legen wollen, bieten sich neben AB Inbev die Aktien von SABMiller und Heineken zum Kauf an. Alle drei Werte haben ein Kurspotenzial von rund 30 Prozent.

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