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Betandwin - Wollen wir wetten?

Weit über 300 Prozent Kursgewinn allein in diesem Jahr - wie soll das bei Betandwin nur weitergehen? Die Analysten sind sich uneins.

Weit über 300 Prozent Kursgewinn allein in diesem Jahr - wie soll das bei Betandwin nur weitergehen? Die Analysten sind sich uneins.

Von Nancy Lanzendörfer

Nicht zuletzt seit dem Schiedsrichterskandal um Robert Hoyzer im deutschen Fußball zu Beginn dieses Jahres stehen Wettanbieter im Blickpunkt, auch bei den Anlegern. Die Macher um das österreichische Online-Wettbüro Betandwin.com haben das damalige Medieninteresse schnell genutzt, um sich in Szene zu setzen. Ihre Aktie, die Ende 2002 (Split-bereinigt) noch für 1,50 Euro zu haben war, führt mit einem Plus von weit über 300 Prozent allein in diesem Jahr die Gewinnerliste im ATX an (siehe auch Seite 4). Doch die Analysten sind sich uneins, ob der weiteren Entwicklung des Wertes.

Drei Mal so viel

Im ersten Halbjahr dieses Jahres steigerte der österreichische Primus seinen Umsatz aus Wett- und Casinogeschäften sowie Games auf 992,6 Millionen Euro. Betandwin erwirtschaftete somit dreimal so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres und bereits mehr als im Gesamtjahr 2004, als 856 Millionen Euro generiert wurden. Die Brutto-Gaming-Erträge beliefen sich auf über 60 Millionen Euro nach 21 Millionen 2004. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag in der ersten Jahreshälfte bei 2,24 Millionen Euro, nachdem noch im Vorjahreszeitraum ein Minus von 1,85 Millionen zu Buche stand. Beim Konzerngewinn verzeichneten die Wiener ein Plus von 0,11 Millionen Euro nach einem Verlust von 2,89 Millionen. Die liquiden Mittel inklusive Wertpapiere lagen bei 41,9 Millionen Euro.

WM bringt neuen Schub

Und das Geschäft mit Sportwetten gilt nach wie vor als riesiger Wachstumsmarkt, der mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland vor dem nächsten Schub steht. Etwa eineinhalb Milliarden Euro gaben die Deutschen im letzten Jahr für Wettspiele von privaten Anbietern aus - Tendenz steigend. Allein in der Bundesrepublik schätzt man den Gesamtmarkt auf 50 Milliarden Euro. Darüber hinaus gibt es am 8. November vor dem Bundesverfassungsgericht eine Anhörung zur Zulassung privater Anbieter in Deutschland, die aus rechtlicher Sicht noch auf wackligen Beinen stehen. Und eine Liberalisierung des Marktes, wie dies bereits in England der Fall ist, scheint bereits so gut wie beschlossen. Bisher beansprucht Oddset das Monopol für sich, Betandwin ist eines von nur vier privaten Unternehmen in Deutschland, die Sportwetten anbieten dürfen. Die Lizenzen dazu stammen noch aus der DDR.

Kein Schnäppchen

Die Aktie ist mit einem KGV von 37 für 2006 kein Schnäppchen (siehe auch Seite 21). Dennoch gehört sie zu den Basisinvestments im portwettengeschäft. Die Chancen und Risiken der europaweit tätigen Österreicher erläutern die beiden Analysten Alfred Reisenberger von der BA-CA und Gudrun Egger von der Ersten Bank im Interview mit dem Aktionär (Printausgabe 43 Österreich-Special).

Artikel aus der Ausgabe 43/2005 (Österreich-Special)

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