Norilsk Nickel
- Thorsten Küfner - Redakteur

Besser als Gazprom? Norilsk Nickel: Zwei Trends in einer Aktie

Russische Aktien zogen nach der Wahl von Donald Trump zum 45. US-Präsidenten deutlich an. Und auch zahlreiche Industriemetalle wie etwa Kupfer oder Nickel entwickelten zuletzt sehr robust. Das freut vor allem Norilsk Nickel. Die Aktie ist ein klarer Kauf – nicht nur wegen der Dividendenrendite von 8,2 Prozent.

Einer der ersten Staatschefs, die Donald Trump zu seiner Wahl gratulierten, war Wladimir Putin. Verständlich, schließlich setzt er darauf, dass sich das aktuell noch angespannte Verhältnis der beiden Großmächte unter Trump wieder verbessern wird. Dadurch könnten die Sanktionen wegfallen und das rohstoffreiche Land für Investoren wieder attraktiver werden. Darauf setzen derzeit auch viele Marktteilnehmer, die nun auch verstärkt russische Aktien erneut im Blickfeld haben – wie etwa MMC Norilsk Nickel. Der weltgrößte Nickel- und Palladiumproduzent profitiert zudem von den wieder anziehenden Preisen für Industriemetalle. Während etwa der Nickelpreis im zweiten Halbjahr um 20 Prozent kletterte, verteuerte sich eine Tonne Kupfer um 15 Prozent. Dies dürfte einen positiven Einfluss auf die nächsten Ergebnisse haben. Norilsk erzielte im ersten Halbjahr 36 Prozent der Erlöse mit Nickel, 24 Prozent mit Kupfer und 23 Prozent mit Palladium (hier zog der Preis um 17 Prozent an).

Russland-Experte Andreas Männicke zählt indes weitere Vorteile des Konzerns auf: „Norilsk produziert sehr kostengünstig, hat sehr geringe Schulden und ist eine Cashcow auch bei niedrigen Rohstoffpreisen.“

Dividendenrendite von acht Prozent!
Ein weiteres starkes Argument für die Aktie von Norilsk ist die stattliche Dividende. Analysten rechnen für 2016 mit einer Ausschüttung von rund 1,40 Dollar, woraus sich eine mehr als ansehnliche Rendite von aktuell 8,2 Prozent errechnet. Fast schon traditionell erfreut der Bergbaukonzern seine Aktionäre mit einer attraktiven Ausschüttungspolitik. Männicke erklärt diesbezüglich: „An Norilsk ist auch der zweitgrößte Aluminiumproduzent der Welt RuSal mit 25 Prozent beteiligt. Die beiden Mehrheitseigentümer sind die Oligarchen Potanin und Abramowitsch. Nach einem Streit haben sich die beiden darauf geeinigt, dass 50 Prozent der Nettogewinne als Dividende ausgeschüttet werden. Daher ist die Dividendenrendite bei Norilsk in der Regel recht hoch.“

Lukrative Depotbeimischung
Mit der Aktie von Norilsk Nickel können mutige Anleger gleich zwei starke Trends auf einmal spielen. Zudem wird ein Kauf der Papiere mit einer stattlichen Dividende von mehr als acht Prozent versüßt. Wer also neben der Gazprom-Aktie noch eine zweite Wette auf eine Fortsetzung des Comebacks russischer Aktien, eingehen will, liegt mit Norilsk genau richtig.

Andreas Männicke befasst sich bereits seit den 90er-Jahren intensiv mit den osteuropäischen Börsen. Er ist auch Geschäftsfürer der ESI East Stock Informationsdienste GmbH und Herausgeber des monatlichen Börsenbriefes „EAST STOCK TRENDS“.

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