Gold
- Markus Bußler - Redakteur

Besser als Barrick Gold: Die Gold-Aktie rockt

Osisko – für viele Goldanleger, die schon einige Jahr in der Branche aktiv sind, ist der Name Musik in den Ohren. Osisko war eine der erfolgreichsten Geschichten in der Goldminenbranche schlechthin. Nachdem das Team um Sean Roosen eines der größten Projekte in Nordamerika, das Canadian-Malartic-Projekt, zur Produktionsreife vorangetrieben hatte, kam es 2014 zu einer Übernahmeschlacht zwischen Goldcorp auf der einen und einem Joint Venture von Yamana und Agnico Eagle auf der anderen Seite. Am Ende setzten sich Yamana und Agnico Eagle durch. Die Osisko-Aktionäre durften sich freuen. Am Ende wurde Osisko bei der Übernahme mit 3,9 Milliarden Kanadische Dollar bewertet. Doch die Geschichte ist damit nicht beendet. Genau genommen: Sie beginnt gerade erst.

 

Neues Unternehmen

Eigentlich hätte sich Sean Roosen nach dem Verkauf zur Ruhe setzen können. Doch stattdessen baute er eine neue Firma auf – genauer gesagt sogar mehrere. Das Flaggschiff ging direkt aus der „alten“ Osisko hervor: Osisko Gold Royalties. Ausgestattet war das Unternehmen gleich zu Beginn mit einer Royalty über fünf Prozent auf das Canadian Malartic Project. Mit anderen Worten: Osisko Gold Royalties ist damit weiterhin an dem Erfolg des Canadian-Malartic-Projekts beteiligt und erhält einen Anteil von fünf Prozent an den Goldverkäufen der Mine. So sieht das gesamte Geschäftsmodell von Osisko Gold Royalties aus. Man will selbst kein Goldproduzent werden. Vielmehr beschränkt man sich darauf, Royaltys an anderen Projekten zu erwerben und so Umsätze zu generieren, ohne die typischen Produzentenrisiken zu tragen.

Neben dem Canadian-Malartic-Projekt sicherte sich Osisko Gold Royalties noch eine weitere hochwertige Royalty: die an der Eleonore-Mine von Goldcorp. Damit und mit zahlreichen weiteren kleineren Positionen, vorwiegend an Explorationsunternehmen, war Osisko Gold Royalties bislang gut aufgestellt. Was allerdings fehlte, war das Wachstum. Das hat sich zu Beginn dieser Woche schlagartig geändert. Osisko Gold Royalties wartete mit einem Paukenschlag auf. Das Unternehmen hat sich für einen Kaufpreis von rund 1,1 Milliarden Dollar insgesamt 74 Royaltys und Streams von dem Minenfinanzierer Orion Mine Finance gesichert und erhöht damit die Zahl der Verträge auf 131. Das Problem des fehlenden Wachstums gehört damit der Vergangenheit an.

 

Brucejack im Mittelpunkt

Das wichtigste Asset in diesem Deal dürfte sicherlich der Gold- und Silber-Stream auf das Brucejack-Projekt von Pretium sein. Das Projekt soll in den kommenden Monaten in Produktion gehen und gilt als eines der hochgradigsten und größten Projekte in Kanada. Osisko Gold Royalties wird künftig vier Prozent der Gold- und Silberproduktion von Brucejack erhalten – bis 7,067 Millionen Unzen Gold und 26,297 Millionen Unzen Silber produziert worden sind. Dafür zahlt Osisko lediglich 400 Dollar je Unze Gold und 4 Dollar je Unze Silber. Theoretisch hat Pretium die Möglichkeit, den Stream ganz oder in Teilen zurückzukaufen. Die Vergangenheit zeigt allerdings, dass Goldproduzenten in der Anlaufphase einer Mine nur sehr selten den finanziellen Spielraum haben, einen Stream zurückzukaufen.

 

Zahlreiche starke Assets

Dazu erwirbt Osisko Gold Royalties auch noch einen Diamanten-Stream in Höhe von 9,6 Prozent an der Renard-Diamantenmine. Die Mine hat zum Jahresanfang die kommerzielle Produktion erklärt. Über einen Zeitraum von 14 Jahren sollen jährlich 1,6 Millionen Karat zutage gefördert werden. Osisko zahlt 50 Dollar je Karat. Dazu erwirbt der Konzern einen Silber-Stream über 100 Prozent der Silberproduktion an der Mantos Bancos Copper Mine in Chile. Interessant dürfte für Osisko auch die Royalty an Kinross Bald Mountain Mine sein. Kinross hat die Mine erst vor wenigen Monaten von Barrick Gold gekauft. Und auch die Royalty in Höhe von drei Prozent an der Seabee Mine von Silver Standard darf getrost in die Kategorie „hochklassige Royalty“ eingeordnet werden.

In Zahlen liest sich das Ganze so: Hatte Osisko Gold Royalties im vergangenen Jahr noch eine anrechenbare Goldproduktion von 38.270 Unzen Gold-Äquivalent, soll diese Zahl auf mehr als 100.000 Unzen im laufenden Jahr und 140.000 Unzen im Jahr 2023 steigen. Wie gesagt: Das Problem des fehlenden Wachstums gehört damit faktisch der Vergangenheit an. Osisko Gold Royalties wird in den kommenden Jahren das höchste Wachstum beim Cashflow in der gesamten Branche ausweisen. Inte­ressant auch: 78 Prozent der Projekte liegen in Nordamerika und damit in einem politisch sicheren Gebiet. Und damit ist man der Peergroup ebenfalls einen Schritt voraus.

Sicherlich sollte man bedenken: Ganz billig war der Deal nicht. Orion erhält 675 Millionen Kanadische Dollar in Cash und den Rest in Osisko-Aktien. Damit wird Orion mit 19,7 Prozent größter Einzelaktionär an Osisko Gold Royalties. Für Orion dürfte das ein strategisches Investment sein. Allerdings sollten Anleger im Hinterkopf behalten, dass sich Orion sehr wohl bei entsprechenden Kursgewinnen von einem Teil seines Aktienpakets trennen könnte.

 

Ein Quantensprung

Mit dem Kauf des Pakets an Streams und Royaltys von Orion ist Osisko Gold Royal­ties ein Meilenstein gelungen. Das Wachstum ist für die kommenden Jahre gesichert. In dem Paket sind zahlreiche hochklassige Royaltys, allen voran natürlich die auf Pretiums Brucejack-Projekt. Die Aktie sollte jetzt vor einer Neu­bewertung stehen.

 

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