Daimler
- Andreas Deutsch - Redakteur

Daniel Bernecker: DAX 7.000

Aktienexperte Daniel Bernecker lässt sich von der derzeitigen Nervosität an den Märkten nicht anstecken. Der Herausgeber des Aktionärsbriefs und Sohn von Hans A. Bernecker ist "sehr, sehr zuversichtlich". Die Finanzkrise dürfte seiner Meinung nach eher ein Thema für die Anleihenmärkte sein. Der DAX habe reichlich Luft nach oben.

DER AKTIONÄR: Herr Bernecker, wie geht es weiter mit dem DAX?

Daniel Bernecker: Da bin ich sehr, sehr zuversichtlich. Ich gehe davon aus, dass die Finanzkrise die Anleihenmärkte unter Druck setzen wird. Viele Investoren haben aktuell hohe Anleihenquoten. Damit haben sie sich letzten Endes verschätzt und nun werden sie umschichten müssen. Unter anderem werden noch im laufenden Jahr wohl die großen internationalen Versicherungskonzerne ihre Aktienbestände erhöhen. Dann kann der DAX - ungeachtet der derzeitigen Turbulenzen - ganz schnell in Richtung 6.600 bis 7.000 Punkte marschieren.

Bleibt die Volatilität denn so hoch?

Nein, die Volatilität würde dann abnehmen. Wenn Versicherungskonzerne und große Pensionsfonds ihre Bestände aufbauen, sorgt das für Stabilität.

Welche Aktien würden Sie jetzt kaufen?

Daimler. Mit den Zahlen für das erste Quartal hat das Unternehmen positiv überrascht. Der Markt hat mit wesentlich niedrigeren Absatzzahlen und mit wesentlich weniger Gewinn gerechnet. Jetzt erkennt der Markt langsam, dass Daimler seine Zahlen kontinuierlich verbessern wird. Daimler profitiert sehr vom starken Dollar. Ich sehe bei der Aktie Potenzial bis 52 oder sogar bis 55 Euro. Ich erwarte, dass die Gewinnschätzungen für den DAX-Konzern noch angehoben werden. Schließlich hat sich die Rentabilität für Daimler maßgeblich verbessert.

Welchen Titel halten Sie ebenfalls für kaufenswert?

EADS. Hier ist ebenfalls eine Trendwende zu beobachten. Die Auslieferungen der großen Maschinen kommen nun in Gang. Wie Daimler ist EADS ein Dollar-Gewinner. Die Bewertung im Vergleich zum großen Konkurrenten Boeing ist sehr niedrig. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir die alten Kurse von 25 bis 28 Euro bei EADS bald wieder sehen werden. Langfristig könnte das Papier dann wieder bis 30 Euro klettern.

Auch Wal-Mart zählt zu meinen Favoriten. Die Aktie der Warenhauskette ist eine klare Spekulation auf die Erholung der amerikanischen Konjunktur. Wal-Mart ist sehr günstig bewertet. Das KGV für 2011 beläuft sich auf gerade einmal 11,5. Das Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von 15 Milliarden Dollar sollte den Kurs stützen. Das erste Kursziel für Wal-Mart liegt bei 56 Dollar, das zweite lautet 61 Dollar.

Wovon würden Sie jetzt die Finger lassen?

Von Anleihen. Bei Aktien gibt es sehr wenige Titel, die ich jetzt meiden würde. Banken würde ich jetzt nicht unbedingt kaufen, da sie zum Beispiel immer wieder tangiert werden von den möglichen Abschreibungen im Anleihenbereich. Aber - ich sag mal - tragisch ist es nicht, wenn Sie eine Bankaktie im Portfolio haben.

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