Deutsche Bank
- Fabian Strebin - Redakteur

Berlin zu Cryan: Handle endlich

Die Deutsche Bank soll schnell eine Einigung mit den USA erzielen. Darauf drängt jetzt die Politik. Ungenannte Insider wollen auch mehr Anstrengung bei der Strategie-Umsetzung sehen so Reuters.

Mehrere Politiker aus dem Umfeld der Regierung hoffen, dass die Deutsche Bank ihr Geschäftsmodell in Ordnung bringen kann, wenn erst die Probleme in den USA vom Tisch sind. Das Geldhaus solle mehr Jobs als bisher vorgesehen streichen, so die Insider. Zudem fordern sie umfangreiche Filialschließungen. Michael Fuchs, langgedienter Parlamentarier der CDU, zeigt sich verhalten optimistisch: „Das Management der Deutschen Bank braucht Zeit, die Fehler der letzten zehn Jahre zu korrigieren.“

Wie viel ist genug?

Die Filialen und Mitarbeiter stellen die größten Kostenblöcke bei einer Bank dar. Tatsächlich sollte Cryan neben der Digitalisierung auch hier anpacken. Denn mit einer Kostenquote von 90 Prozent liegt die Deutsche Bank annährend 28 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Bisher ist die Entlassung von 9.000 Angestellten, davon 3.000 in Deutschland, geplant. Weltweit arbeiten knapp über 100.000 Menschen für die Deutsche Bank. Legt man die Kosten pro Mitarbeiter des Konzerns zugrunde, so könnten bei 9.000 Entlassungen annähernd 1,2 Milliarden Euro pro Jahr eingespart werden. Hier ist noch deutliches Potenzial nach oben.

Finger weg!

Auch wenn die Titel der Deutschen Bank heute leicht zulegen können, hat sich an der gefährlichen Situation nichts geändert. Die große Unsicherheit kann nur CEO Cryan beenden, wenn er endlich mit einem Deal nach Hause kommt und massiv spart. Anleger lassen die Finger von der Aktie.

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