Berkshire Hathaway
- Nikolas Kessler - Redakteur

Berkshire Hathaway: 25 Milliarden Dollar Quartalsverlust – was ist los bei der Buffett-Holding?

Star-Anleger Warren Buffett und seine Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway sind eigentlich bekannt für clevere Investments und sprudelnde Gewinne, doch im vierten Quartal 2018 steht mit minus 25,4 Milliarden Dollar einer der größten Verluste in der Unternehmensgeschichte. Grund zur Panik besteht deshalb aber nicht, denn das operative Geschäft lief zuletzt blendend.

Hauptgrund für das dicke Minus im Schlussquartal ist eine neue Bilanzierungsregel: Seit einem Jahr müssen Aktienportfolios zu aktuellen Kursen bewertet und in den Quartalsergebnissen entsprechend berücksichtigt werden. Die heftigen Turbulenzen an den weltweiten Aktienmärkten der vergangenen Monate schlugen sich daher nahezu ungefiltert in der Bilanz der Buffett-Holding nieder. Zum Jahresende war Buffetts Aktienportfolio rund 173 Milliarden Dollar schwer.

Vor allem der rund 40-prozentige Kursrutsch von Apple, wo Berkshire mit fast 250 Millionen Aktien 5,3 Prozent der Anteile hält, hat zu dem Buchverlust beigetragen. Hinzu kamen Abschreibungen in Höhe von rund drei Milliarden Dollar – ein Großteil davon auf die rund 27-prozentige Beteiligung am Lebensmittelkonzern Kraft Heinz, der Kursrutsch in der Vorwoche nicht eingerechnet.

Rekordgewinn im operativen Geschäft

Operativ läuft es bei Berkshire dagegen hervorragend. Die Mehrheitsbeteiligungen und Tochterunternehmen in den Bereichen Versicherungen, Industrie und Energie sowie die Eisenbahngesellschaft BNSF haben ihren operativen Gewinn in Q4 um über 70 Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar gesteigert. Auf Jahressicht steht sogar ein Rekordgewinn von rund 25 Milliarden Dollar zu Buche.

Trotz der Belastungen durch die Minderheitsbeteiligungen an börsennotierten Unternehmen im vierten Quartal steht unter dem Strich ein Jahresgewinn von rund vier Milliarden Dollar. 2017 waren es noch fast 45 Milliarden Dollar, davon waren jedoch 29 Milliarden Dollar der Steuerreform von US-Präsident Trump zu verdanken und somit als einmalig anzusehen.

112 Milliarden Dollar Cash – und keine Übernahme in Sicht

Auch der Cash-Bestand der Buffett-Holding ist im Schlussquartal weiter angewachsen und lag zum Jahresende bei rund 112 Milliarden Dollar. „Die Preise für Geschäfte, die langfristige Perspektiven versprechen, sind schwindelerregend hoch“, so Buffett in seinem jährlichen Brief an die Aktionäre. Dies werde auch im laufenden Jahr dazu führen, noch mehr Geld in an der Börse handelbare Aktien stecken zu müssen. Mit einer baldigen Mega-Übernahme sei nicht zu rechnen, auch wenn er die Hoffnung darauf noch nicht ganz aufgegeben habe, so der 88-Jährige.

Die Frage nach seiner Nachfolge an der Spitze von Berkshire Hathaway ließ Buffett wie immer unbeantwortet. Er zeigte sich jedoch zufrieden mit der Beförderung von Versicherungs-Chef Ajit Jain und Energie-Chef Greg Abel zu stellvertretenden Verwaltungsratschefs im vergangenen Jahr. „Berkshire ist deutlich besser geführt als früher, als ich allein die Geschäfte beaufsichtigt habe“, so Buffett.

Langfristig top!

Dass trotz nachteiliger Bilanzregeln und der Turbulenzen an den Aktienmärkten auf Jahressicht ein Gewinn steht, hat Berkshire vor allem der breiten Aufstellung über diverse Branchen hinweg zu verdanken. Für langfristig orientierte Anleger mit starkem US-Fokus bleibt die Aktie daher ein Basisinvestment.

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