Baywa Vz.
- Jochen Kauper - Redakteur

BayWa: Ein neuer Gigant entsteht

Mehrer Übernahmen haben den Agrarspezialisten BayWa in einen neue Umsatz- und Gewinndimensionen katapultiert. Die Aktie hat in den letzten Monaten stark zugelegt. Wie geht’s mit dem Papier jetzt weiter?

Seit Klaus Josef Lutz bei der BayWa im Amt ist, hat sich einiges getan. Vor wenigen Wochen kaufte Lutz den holländischen Getreidehändler Cefetra. Eine Mehrheitsbeteiligung an der norddeutschen Firma Bohnhorst gab's auch noch dazu. Dadurch baut Lutz den BayWa-Konzern weiter um. Nicht radikal, nicht alles auf einmal, kein Schnellschuss. Lutz selbst spricht von einem so genanten „sanften Konzernumbau". Wenig rentable Bereiche oder Beteiligungen werden peu a peu verkauft. Darunter zum Beispiel  die Bau- und Gartenmärkte zu Beginn des Jahres. Auf der anderen Seite setzen Lutz und seine Mannschaft auf erneuerbare Energien wie  Sonne, Wind, oder Biomasse. Die BayWa handelt mit Solaranlagen plant und baut Solar- und Windparks.

Starkes Kerngeschäft

Weiter setzt Klaus Josef Lutz auf das Butter und Brot-Geschäft. Die BayWa handelt also weiterhin fleißig mit Agrarprodukten. Dabei vor allem mit Obst und Getreide sowie Landmaschinen, sprich alles was der Landwirt so braucht um seinen Hof am laufen zu halten. Der Bereich Energie umfasst den Handel mit Kraft- und Schmierstoffen, sowie das margenstarke neue Geschäftsfeld der erneuerbaren Energien. Abgerundet wird das Portfolio der BayWa durch den Handel mit Baustoffen.

Lutz baut kräftig um

Der größte Coup gelang Lutz erst vor wenigen Wochen. Fast in einem Atemzug kaufte die BayWa den holländischen Getreidehändler Cefetra sowie eine Mehrheitsbeteiligung an der norddeutschen Firma Bohnhorst. Cefetra ist sehr stark in der Futtermittelproduktion, erzielte im vergangenen Jahr mit 210 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 4,6 Milliarden Euro. Bohnhorst ist vor allem in den Bereichen Getreide sowie Pflanzenschutz- sowie Futter- und Düngemittel tätig. Cefetra lässt sich die BayWa 125 Millionen Euro kosten, die deutlich kleinere Bohnhorst rund 36 Millionen Euro. Ein genialer Schachzug. Dadurch bekommt die Firma als Getreidehändler eine marktführende Position innerhalb Europas. Zusammen bringen es die BayWa und die schicken Töchter auf ein Handelsvolumen von insgesamt rund 30 Millionen Tonnen. Das ist fünf Mal soviel wie die BayWa bisher alleine umgeschlagen hatte.

 

Rein ins Portfolio

Die letzten Akquisitionen zeigen Wirkung. Die Aktie ist in den letzten Wochen gut gelaufen. Mit Klaus Josef Lutz hat man einen genialen Lenker an der Spitze. Die Zahlen für das dritte Quartal brachten keine großen Überraschungen. „BayWa bestätigte ein Umsatz- und Ergebniswachstum für 2012, wobei keine konkreten Zahlen genannt wurden. Wir rechnen unverändert mit einem EBIT von 162,1 Millionen Euro sowie einem durch die geplanten Immobilientransaktionen deutlichen Anstieg beim Nettoergebnis und bestätigen unsere Kaufempfehlung mit dem Kursziel von 40 Euro", so Analyst Marc Gabriel vom Bankhaus Lampe. Für Neueinsteiger bietet der letzte Rücksetzer Chancen. Investierte Anleger bleiben dabei.

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