Bayer
- Marion Schlegel - Redakteurin

Bayer vor Klageflut? Die Aktie im Fokus der Analysten

Der Pharmakonzern Bayer sieht sich einem Pressebericht zufolge, steigenden Risiken für seinen Hauptumsatzträger Xarelto ausgesetzt. Zum einen griffen Wettbewerber das Patent des Schlaganfallmittels an, zum anderen steige die Zahl der Klagen wegen angeblicher Nebenwirkungen, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" in der Montagsausgabe.

In den USA hätten acht Konkurrenten einen Eilantrag auf Genehmigung für eine Nachahmerversion (Generikum) von Xarelto gestellt, bestätigte Bayer der "FAZ" mit Verweis auf Angaben im Geschäftsbericht. Bayer habe deswegen Patentverletzungsklagen an einem US-Bundesgericht eingereicht.

Zudem erwarte der Pharmakonzern, dass noch mehr Xarelto-Patienten in den USA wegen angeblicher Nebenwirkungen gegen ihn vorgehen. "Mit weiteren Klagen ist zu rechnen", zitiert die Zeitung aus dem aktuellen Risikobericht des Unternehmens. Bei der Bilanzpressekonferenz hatte Bayer mitgeteilt, bis Ende Januar hätten 4.300 Anwender wegen Xarelto geklagt. Für die erwarteten Verteidigungskosten seien laut Risikobericht "angemessene bilanzielle Vorsorgemaßnahmen getroffen" worden.

Das sagen die Analysten

Die Aktie von Bayer hat am Freitag mehr als drei Prozent auf 98,13 Euro zulegen können und steuert nun in Richtung der Hürde von 100 Euro. Weiteres Kurspotenzial bescheinigt auch die französische Investmentbank Exane BNP Paribas. Sie hat die Einstufung zwar auf „Neutral“ belassen und das Kursziel für Bayer von 129 auf 115 Euro gesenkt, vom aktuellen Niveau aus sind dies aber noch immer gut 17 Prozent Luft nach oben. Kurzfristig gebe es nur in begrenztem Maße Kurstreiber für eine steigende Bewertung, schrieb Analystin Luisa Hector in einer Studie vom Donnerstag. Bei Aktien anderer Pharmahersteller wie Roche und AstraZeneca sieht sie größeres Potenzial.

Etwas optimistischer zeigt sich hingegen die NordLB. Die Analysten haben das Kursziel für Bayer zwar von 125 auf 118 Euro gesenkt, die Aktie aber von „Halten“ auf „Kaufen“ hochgestuft. Der Pharma- und Chemiekonzern habe für das Geschäftsjahr 2015 sehr gute Zahlen vorgelegt, die aber die hohen Markterwartungen nur zum Teil erfüllt hätten, erkärte Analyst Thorsten Strauß. Bayer sei gut aufgestellt, um auch künftig weiter zu wachsen. Die Aktie scheine zudem wieder attraktiv bewertet zu sein. Diese Ansicht teilt auch DER AKTIONÄR und empfiehlt die Aktie weiter zum Kauf.

(Mit Material von dpa-AFX)

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