Bayer
- Werner Sperber - Redakteur

Bayer ist Erster

Bayer ist für die Analysten im medizinischen Bereich weiterhin sehr interessant, im chemischen Segment drücken allerdings die Sorgen vor einer sich abschwächenden Konjunktur auf das Gemüt. Insgesamt sind die Experten aber optimistisch.

Pfizer und Bristol-Myers Squibb haben jüngst Studiendaten für den Gerinnungshemmer Apixaban gegen Schlaganfälle bei Patienten mit Vorhofflimmern veröffentlicht. Dieses Präparat steht in Konkurrenz zu Xarelto, dem Medikament des in Leverkusen ansässigen Pharma- und Chemiekonzerns Bayer. Bereits vor der Veröffentlichung beruhigte Richard Vosser, Analyst von JPMorgan: Sorgen, wonach gute Apixaban-Daten den Bayer-Kurs belasten könnten, seien unangemessen. Xarelto werde sich 30 Prozent des Marktes für Schlaganfallprävention bei Patienten mit Vorhofflimmern sichern. Deshalb beließ Vosser seine Einstufung für die Aktie von Bayer bei "Overweight". Florent Cespedes, Analyst von Exane BNP Paribas, blickte zudem auf die Kunststoff-Sparte von Bayer und fand die konjunkturelle Lage dort als zunehmend herausfordernd. Deshalb bestätigte er sein Rating mit "Neutral", reduzierte jedoch sein Kursziel von 62 auf 54 Euro.  

Wer zuerst kommt, ...

Laurent Flamme, Analyst von Cheuvreux, sieht die Perspektiven für die Sparte Material Science von Bayer ebenfalls zunehmend kritisch. Zudem senkte er seine Schätzung für den Spitzenumsatz mit dem Gerinnungshemmer Xarelto von 2,26 auf 2,02 Milliarden Euro im Jahr 2021. Die Erlösperspektiven für Xarelto bei der Thrombose-Prophylaxe seien nach wie vor kaum vorherzusagen. Deshalb beließ er sein Votum für die Aktie bei "Outperform", reduzierte aber sein Kursziel von 63 auf 60 Euro. Craig Maxwell, Analyst von Unicredit, hat sich ebenfalls die Studiendaten angesehen und darauf verwiesen, dass Xarelto den Vorteil des früheren Markteintrittes hat. Zudem müssten Patienten, die mit Xarelto behandelt werden dieses Medikament nur einmal am Tag einnehmen. Der Spitzenumsatz pro Jahr dürfte mehr als vier Milliarden Euro erreichen. Deshalb bestätigte Maxwell seine Einstufung mit "Buy" und sein Kursziel von 78 Euro.

Insgesamt schätzen die Analysten die Gewinne je Aktie für die Jahre 2011 bis 2013 auf 4,78 Euro beziehungsweise 5,12 Euro respektive 5,58 Euro. Das entspräche günstigen Kurs-Gewinn-Vielfachen von 9 beziehungsweise 8. Vor diesem Hintergrund bleibt DER AKTIONÄR beim Kursziel von 60 Euro. Der Stoppkurs sollte bei 32,50 Euro gesetzt werden.

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